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StartseiteSport am Wochenende„Heiligt der Zweck die Mittel?“11.07.2021

Interne Vorwürfe in deutschen Sportverbänden„Heiligt der Zweck die Mittel?“

Nach den internen Vorwürfen gegen die DOSB-Spitze und einzelne Funktionäre fordert der Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes, Michael Geiger, dass sich die Verbände wieder auf ihre in der Satzung verankerten Ziele konzentrieren. Er hinterfragte, ob die Ethikkommission möglicherweise missbraucht wird.

Michael Geiger im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Michael Geiger, scheidender Präsident Deutscher Tischtennis-Bund (DTTB). (dpa)
Michael Geiger, scheidender Präsident Deutscher Tischtennis-Bund (DTTB), hinterfragt, ob hinter den Briefen an die Ethikkommission wirklich alle Mitarbeitenden des DOSB stehen. (dpa)
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Michael Geiger, scheidender Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes, sagte im Dlf zu den Problemen rund um den DOSB und dessen Mitgliedsverbände, ein Grundproblem sei, "dass wir viele unterschiedliche Erwartungen an Verbände und handelnde Personen haben." In der Gesellschaft gebe es viel Umbruch und demnach viele Themen, die in die Verbände reinspielten. Das sei nicht unbedingt schlecht, denn man komme vorwärts, wenn bestehende Systeme in Frage gestellt werden. Allerdings sollte der Hauptzweck des Verbandes weiterhin über den Nebenzwecken stehen.

Die Ethikkommission des DOSB befasst sich mit Beschwerden von Mitarbeitenden gegenüber der Verbandsführung. Zudem gibt es neue Vorwürfe gegen den Präsidenten des Deutschen Basketball-Bundes, Ingo Weiss. Dieser soll junge Freiwillige schlecht behandelt haben. Weiss bestritt dies.

Wird die Ethikkommission für eigene Zwecke missbraucht?

Geiger sagte dazu, wenn man vorher nicht mit der eigenen Wahrnehmung zum Ziel gekommen sei, sei die Ethikkommission nun gegebenfalls eine neue Möglichkeit, zum Erfolg zu gelangen. Er hinterfragte, ob die Mittel immer adäquat seien, oder ob möglicherweise der Zweck die Mittel heilige. Es gebe Interessengruppen innerhalb oder außerhalb der Verbände, die ihre Ziele erreichen wollten.

Deutscher Olympische Sportbund - DOSB in der Krise
Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), bei der offiziellen Präsentation der Outfits für die deutsche Olympia- und Paralympics-Mannschaft (dpa/afp pool/Ina Fassbender)Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), bei der offiziellen Präsentation der Outfits für die deutsche Olympia- und Paralympics-Mannschaft (dpa/afp pool/Ina Fassbender)Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bekommt im Dezember ein neues Präsidium. Der umstrittene und viel kritisierte Noch-Präsident Alfons Hörmann hat entschieden, nicht wieder für das Amt zu kandidieren. Nun werden neue Vorwürfe gegen den Funktionär laut.

Dem Fall Ingo Weiss wolle er nicht vorgreifen, so Geiger, aber was ihn irritiere, sei, dass das Schreiben unterzeichnet ist mit "Die Mitarbeiterschaft des DOSB". Der DOSB habe um die 250 Mitarbeiter. "Da würde mich wundern, wenn die alle dahinterstehen würden."

Bergen Ehrenämter die Gefahr, dass die Reputation beschädigt wird?

Zur Aussage von Ingo Weiss gegenüber der "FAZ", "wenn man weiter so miteinander umgeht, wird der Sport keine ehrenamtlichen Mitarbeiter mehr finden", sagte Geiger: "Ich glaube, in der Tendenz hat Ingo Weiss recht." Bei Ehrenämtern stelle sich die Frage: "Bringen die noch Ehre, oder ist die Gefahr, dass die persönliche Reputation beschädigt wird, größer?"

Nun seien viele Gespräche mit den Beteiligten notwendig, um gemeinsam die Ziele wieder zu erreichen, die in der Satzung stehen.

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