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StartseiteVerbrauchertippWarum Netzwerk-Kabel noch nicht ausgedient haben23.04.2018

Internet-ZugangWarum Netzwerk-Kabel noch nicht ausgedient haben

Drahtlose Netze für den Internet-Zugang liegen im Trend. In vielen deutschen Städten gibt es kostenlose und öffentliche Zugänge. Und auch wer das Internet zu Hause nutzt, setzt immer öfter auf das WLAN. Dabei hat das gute, alte Kabel immer noch viele Vorteile.

Von Michael Voregger

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Internetkabel an einem Breitbandanschluss. (imago stock&people)
Netzwerkkabel sind in der Praxis immer noch deutlich schneller als das WLAN (imago stock&people)
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Die drahtlose Übertragungstechnik ist mittlerweile über 20 Jahre alt. Seit den Anfängen hat sich viel in Sachen Sicherheit getan und die aktuelle Technik ist viel schneller als ihre Vorgänger. So entspricht die Übertragung der Daten hier fast dem, was mit einem Kabel möglich ist. Das gilt allerdings nur für den Idealfall. Ernst Ahlers ist Redakteur bei der Zeitschrift ct:

"Wenn sie hauptsächlich mobile Geräte einsetzen und da die optimale Geschwindigkeit wollen, müssen sie natürlich darauf achten, das WLAN möglichst nah an die mobilen Geräte heranzubringen. Wenn der Router im Wohnzimmer steht und sie in der Küche mit dem Tablet sitzen, dann kann es manchmal sinnvoll sein einen Repeater- also ein WLAN-Verteilsystem - aufzubauen. Eine andere Möglichkeit ist natürlich immer die beste WLAN-Technik zu nutzen, die sie bekommen können."

Netzwerkkabel immer noch deutlich schneller

Das Netzwerkkabel ist in der Praxis immer noch deutlich schneller. Es erreicht seine maximale Geschwindigkeit auch über Strecken bis zu 100 Metern. Bei drahtlosen Verbindungen ist das nur unter optimalen Empfangsbedingungen möglich. Also vereinfacht gesagt, wenn es eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger gibt. Schon die Wände in der Wohnung reduzieren die Geschwindigkeit schnell um die Hälfte. Außerdem teilen sich alle mit dem Access Point verbundenen Geräte die Leistung.

Beim Netzwerkkabel steht die volle Geschwindigkeit jedem einzelnen direkt angeschlossenen Gerät zur Verfügung. Bei der Entscheidung für oder gegen drahtlose Vernetzung spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Klaus Schmeh ist Experte für Verschlüsselung und arbeitet bei der Firma Cryptovision in Gelsenkirchen:

"Also die drahtlose Technik als das WLAN - wird sicher nie die Sicherheit vom normalen LAN erreichen. Aber man kann - ohne großen Aufwand zu betreiben - eine Menge tun, um ein WLAN abzusichern. Insbesondere muss man die Verschlüsselung, die dort eingebaut ist, nur im Rahmen der Installation einstellen. Die sollte man auch nutzen, dann hat man schon eine Menge getan."

Stationäre Geräte mit Kabel anschließen

Sinnvoll ist die Kombination von Kabel und kabelloser Technik. Alle stationären Geräte werden per Kabel angeschlossen und haben damit eine Datenrate von mindestens 100 Mbit pro Sekunde. Die allermeisten stationären Geräte können schon Gigabit-Internet verarbeiten - also die zehnfache Übertragungsrate. Ernst Ahlers:

"Wenn es dann drahtlos werden muss, weil ihr Gadget keinen Kabelanschluss hat, brauchen sie modernes WLAN. Da gibt es verschiedene Strategien. Einmal die modernste WLAN-Version zu nutzen, die sie kriegen können. Und Verteilersysteme zu nutzen, wo sie entweder über Kabel oder über einen separaten Funkkanal die Daten weiter verteilen. Also auch wieder die Entlastung des eigentlichen WLAN, wo die Geräte dranhängen."

Schnellere Reaktionszeit

Die Vorteile des Kabels liegen auch in der schnelleren Reaktionszeit. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Sie online spielen und die Reaktionszeit über den Erfolg entscheidet. Geschickte Heimwerker können die Netzwerk-Kabel selber verlegen. Wichtig dabei: Sie sollten auf die aktuellste Kabelkategorie setzen. Kabel mit der Bezeichnung Cat 6 oder Cat 7 sind derzeit die richtige Wahl.

Bei Leistung und Störanfälligkeit hat das Netzwerkkabel gegenüber der drahtlosen Konkurrenz viele Vorteile. Es müssen aber Kabel gezogen werden und der Komfort ist eingeschränkt. Für die meisten Büros und Wohnungen ist die beste Wahl deshalb eine Kombination von beiden Techniken.

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