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Startseite@mediasresErfolgreiche Politik der Sperrung08.08.2017

Internetzensur in ChinaErfolgreiche Politik der Sperrung

China schirmt seine Internet-Nutzer mit einer ausgefeilten High-Tech-Firewall vom Rest der Welt ab. Bisher konnte die chinesische Zensur mit Spezialsoftware relativ einfach ausgetrickst werden. Doch das wird immer schwieriger.

Steffen Wurzel im Gespräch mit Stefan Koldehoff

Volles Internet-Cafe in Wuhan/China (dpa / picture-alliance / Chen Liang Wh/Imaginechina)
Die Internetzensur in China wird immer ausgefeilter (dpa / picture-alliance / Chen Liang Wh/Imaginechina)
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Viele ausländische Medien wie die Deutsche Welle oder NDR.de, die sich kritisch mit dem Land der Mitte befasst haben, sind ohnehin gesperrt. Und Seiten wie die des Deutschlandfunks, die noch frei zugänglich sind, laden extrem langsam. Entscheidender für die Entwicklung des Landes, sagt Wurzel, sei jedoch die Komplettblockade von Plattformen wie Google, Facebook und Twitter. Jeder, der sich international vernetzen möchte oder - wie Firmen - international agieren müsse, habe nun ein Problem.

Natürlich gebe es Chinesen, die die automatisierte Zensur, die vor allem auf Schlüsselwörter reagiere, in einer Art "Katz- und Maus-Spiel" mit immer neuen Schlüsselwörtern austricksten. Doch: "Die Methode der chinesischen Regierung, die Leute fernzuhalten von kritischen Gedanken, das funktioniert sehr gut aus Sicht der chinesischen Regierung. Wir haben hier eine sehr unpolitische Gesellschaft".

Die Umstände des Todes von Friedensnobelpreisträger Liu Xiabo, weltweit diskutiert, hätten in China beispielsweise niemanden interessiert, sagt Wurzel. "Vielen ist er schlicht unbekannt." 

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