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InterviewWie geht es in Japan nach dem Rücktritt von Premierminister Abe weiter?

Japans Premierminister Shinzo Abe gibt seinen Rücktritt bekannt. (dpa / picture alliance / Yomiuri Shimbun)
Japans Premierminister Shinzo Abe gibt seinen Rücktritt bekannt. (dpa / picture alliance / Yomiuri Shimbun)

Am Montag wählt die liberaldemokratische LDP in Japan einen neuen Vorsitzenden, der dann auch Nachfolger des scheidenden Regierungschefs Abe werden soll. Die Wahl dürfte auf den bisherigen Regierungssprecher Yoshihide Suga fallen. Der Politologe Patrick Köllner glaubt, dass Suga die Politik von Abe im Wesentlichen fortführen wird.

Die Weichen stünden auf Kontinuität, sagte der Vizedirektor des GIGA Instituts in Hamburg im Deutschlandfunk (Audio-Link). Gleichzeitig unterscheide sich Suga aber auch von dem langjährigen japanischen Regierungschef, insbesondere was dessen internationale Präsenz angehe. Suga ziehe eher hinter den Kulissen die Fäden, seine Themen Dezentralisierung und Digitalisierung beträfen eher die Innenpolitik und den Verwaltungsapparat.

Einige Ziele Abes waren nicht mehr umzusetzen

Ob Abe seinen Rücktritt nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus politischen Gründen verkündet habe, sei Spekulation, meinte Köllner. Möglicherweise habe Abe gesehen, dass einige seiner Ziele nicht mehr umzusetzen gewesen seien, dazu zähle sein wirtschaftspolitischer Kurs, die angestrebte Verfassungsreform und auch die Olympischen Spiele, die auf Grund der Corona-Pandemie auf das kommenden Jahr geschoben worden seien.

Abe hinterlasse einen "starken Staat", in dem unter anderem die nationalen Verteidigungskräfte weiterentwickelt worden seien. Abes liberale Kritiker würden das allerdings "nicht besonders positiv sehen".

Diese Nachricht wurde am 13.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.