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StartseiteNachrichten vertieftFalludscha soll sich selbst befreien06.01.2014

IrakFalludscha soll sich selbst befreien

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat die Bewohner der von Al-Kaida-Terroristen besetzten Stadt Falludscha aufgefordert, die Terroristen selbst zu vertreiben. Sollten sie dies nicht tun, werde es zu einer "bewaffneten Auseinandersetzung" kommen.

Bewaffnete Terroristen richten Maschinengewehre in die Höhe (dpa / Mohammed Jalil)
Die Stämme in Falludscha sollen die Terroristen selbst aus der Stadt vertreiben (dpa / Mohammed Jalil)
Weiterführende Informationen

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Kurz darauf zogen sich die Regierungstruppen etwas vom östlichen Stadtrand Falludschas zurück. Die irakische Nachrichtenagentur Sumeria News meldete, der Rückzug sei das Ergebnis von Verhandlungen des Stadtrats mit der Regierung.

Terroristen des Al-Kaida-Ablegers Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) hatten vergangene Woche die Städte Ramadi und Falludscha in der westirakischen Provinz Al-Anbar gestürmt. Aus Ramadi wurden die meisten von ihnen später von Stammeskämpfern und lokalen Polizeikräften wieder vertrieben. In Falludscha konnten sie sich halten, weil die Stammeskämpfer nicht gegen die Terroristen kämpften, sondern gegen die Armee, die versuchte, von Osten in die Stadt einzudringen. In Al-Anbar wohnen viele Sunniten, die in der Armee den verlängerten Arm der regierenden Schiitenparteien sehen.

Gestern ereignete sich zudem im überwiegend von Schiiten bewohnten Schaab im Norden Bagdads ein schwerer Anschlag. Zwei Autobomben explodierten vor einem Restaurant und einer Teestube. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben, 25 weitere wurden verletzt.

Einwohner sollen Stadt verlassen können

Gestern hatte die Armeeführung bekräftigt, dass den Einwohner Falludschas ermöglicht werden soll, die Stadt zu verlassen, bevor der "Angriff zur Niederschlagung der Terroristen" gestartet werde. Schon zuvor setzte die Armee aber Artillerie ein. Dabei wurden nach Angaben von Behörden und Ärzten mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende verletzt. US-Außenminister John Kerry sagte zu, man werde den Irak im Kampf gegen Al Kaida unterstützen. Truppen würden die USA aber nicht entsenden.

Rivalität besteht schon lange

Die Rivalität zwischen Schiiten und Sunniten besteht schon lange: Unter dem 2003 gestürzten Machthaber Saddam Hussein hielten Sunniten die Schlüsselstellungen im Staat, die Mehrheit der Iraker sind aber - wie inzwischen ein Großteil der Regierung - Schiiten.

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