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IrakIslamisten weiter auf dem Vormarsch

Isis-Kämpfer mit Maschinengewehren posieren mit der schwarzen Flagge der Gruppe für ein Foto (AFP Photo / Ho / Welayat Salahuddin)
Isis nimmt eine weitere Stadt im Norden des Iraks ein. (AFP Photo / Ho / Welayat Salahuddin)

Die Terrorgruppe Isis hat die Lage im Irak fest im Griff. Mit Tal Afar haben die Mitglieder eine weitere Stadt im Norden des Landes eingenommen. Die Arabische Liga ist wegen der Gewalt im Irak sehr besorgt und auch die USA erwägen ein Vorgehen gegen die Terroristen. An ihrer Seite könnte dann ein ungewöhnlicher Partner stehen.

Tal Afar ist laut  Bürgermeister Abdulal Abdul vor dem Morgengrauen von Kämpfern der Gruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) eingenommen worden. Die Stadt liegt in der Nähe von Mossul, 420 Kilometer nordwestlich von Bagdad. 200.000 Menschen leben in der Stadt. Die meisten von ihnen sind Schiiten und sunnitische Turkmenen.

Laut Einwohner sind Fahrzeuge mit Maschinengewehren und schwarzen Dschihad-Bannern durch die Straßen Tal Afars gefahren. Die Menschen hätten Angst und die meisten die Stadt schon verlassen.

Arabische Liga trifft sich

Um über die Situation im Irak zu beraten, kommen die Außenminister der arabischen Staaten am Mittwoch und Donnerstag zusammen.  Wie der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, mitteilte, soll es bei dem Treffen in Dschiddah um mögliche Gegenmaßnahmen gehen. Die Arabische Liga ist äußerst besorgt über die Zunahme des Terrors im Irak. Die Politik vom irakischen Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe wesentlich zum Erstarken der Terrorgruppe Isis im Irak beigetragen, sagte Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandfunk.

Bislang gibt es von keiner Seite Lösungsvorschläge, wie der Irak zu befrieden sei. Nihad Salim Qoja, Bürgermeister der nordirakischen Stadt Erbil, sagte im Deutschlandfunk, dass das Land nur überleben könne, wenn es eine Dreiteilung in ein kurdisches, ein sunnitisches und ein schiitisches Gebiet vollziehe.  

USA und Iran gemeinsam gegen Dschihadisten?

Im Irak-Konflikt könnte es zudem zu einer ungewöhnlichen Allianz kommen: Die USA sind nach den Worten von Außenminister John Kerry offen für Gespräche mit ihrem bisherigen Gegner Iran. Eine militärische Kooperation mit dem Iran schloss Kerry ausdrücklich nicht aus. Washington und Teheran wollen sich angesichts des Vormarschs der Dschihadisten im Irak in dieser Woche zu ersten Beratungen treffen.

(tzi/cc)

DIE TERRORGRUPPE ISIS

Die Organisation "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (Isis) gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Sie kämpft für einen sunnitischen Gottesstaat im arabischen Raum. ISIS ging aus dem irakischen Widerstand der 2003 gegründeten Gruppe "Tawhid und Dschihad" hervor, die sich gegen die US-Invasion im Irak wandte. Die Gruppe griff im Irak nicht nur US-Soldaten an, sondern verübte auch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen im Land.

Sunnitischer Großstaat

Erster Anführer war der Jordanier Abu Mussab Al-Sarkawi. Al-Sarkawi wurde 2006 von der US-Armee getötet. Seither führen Iraker die Organisation. Seit Mai 2010 steht der Iraker Abu Bakr Al-Bagdadi an der Spitze der Isis. Deren zweiter Name "Islamischer Staat im Irak und der Levante" verdeutlicht den Anspruch, einen sunnitischen Großstaat zwischen Mittelmeer und Euphrat zu errichten.

An Macht gewann die Isis, als sie sich im Frühjahr 2013 in den syrischen Bürgerkrieg einmischte. Vor allem im Nordosten Syriens greift Isis syrisch-kurdische Städte an und tötet die Zivilbevölkerung. Im Irak profitiert die Isis vom Streit der von Schiiten dominierten irakischen Regierung unter Nuri Al-Maliki mit den sunnitischen Parteien des Landes.

Durch Wegzölle finanziert

Isis finanziert sich unter anderem durch Wegzölle entlang der Grenzen zwischen Irak und Syrien. In den Reihen der Gruppe kämpfen internationale Brigaden, darunter Muslime aus Nordafrika und den arabischen Golfstaaten sowie Konvertiten aus Europa und Nordamerika.

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