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IranWeiblicher Fußballfan stirbt nach Selbstverbrennung

Das Bild zeigt eine Szene am Rande der Fußball-WM-Vorrundenbegegnung zwischen Marokko und dem Iran im Sankt-Petersburg-Stadion. Ein Poster zur Unterstützung von iranischen Frauen zum Besuch in Fußball-Stadien hängt an der Tribüne. (dap-bildfunk / AP / Darko Vojinovic)
Ein Poster zur Unterstützung von iranischen Frauen zum Besuch in Fußball-Stadien. (dap-bildfunk / AP / Darko Vojinovic)

Im Iran hat der Tod einer fußballbegeisterten Frau Entsetzen ausgelöst.

Wie die Nachrichtenagentur Schafaghna berichtet, habe sich die 30-Jährige selbst verbrannt, nachdem ihr ein Gericht eröffnet habe, dass sie wegen Verstoßes gegen das Stadionverbot für Frauen zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt werden könne. Die Frau hatte versucht, als Mann verkleidet in ein Stadion zu gelangen und war dabei von der Polizei erwischt worden. Nach einem Prozesstermin habe sie sich vor dem Gericht selbst angezündet und sei dann in einer Klinik in Teheran gestorben. Ein Urteil gegen sie war aber den Angaben zufolge noch nicht ergangen.

Die Frau war in Sozialen Medien auch als "Blaues Mädchen" bekannt, wegen der Vereinsfarbe des Teheraner Fußballclubs Esteghlal. Der Verein kondolierte der Familie. Informations- und Kommunikationsminister Mohammad Dschawad Asari Dschahromi sprach von einem bitteren Vorfall.

Auch Fußballer regierten bestürzt. Der frühere Bayern-München-Spieler Ali Karimi forderte die Fans auf, Stadien aus Protest zu boykottieren. Der 127-fache Nationalspieler macht sich schon lange für ein Ende des Stadionverbots für Frauen stark. Esteghlal-Spieler Andranik Tejmurjan sagte, eines Tages werde ein Stadion nach der Frau benannt werden.