Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

Iranischer Judoka weigert sich, Kämpfe zu verlieren, um israelischen Gegnern auszuweichen

Der iranische Judoka Saeid Mollaei gewinnt im Finale des Wettbewerbs in der 81-Kilogramm-Klasse bei der WM in Baku. (picture alliance / MAXPPP)
Der iranische Judoka Saeid Mollaei gewinnt das Finale des Wettbewerbs in der 81-Kilogramm-Klasse bei der WM in Baku. (picture alliance / MAXPPP)

Der ehemalige iranische Judo-Weltmeister Saeid Mollaei befürchtet, dass er nicht mehr in seine Heimat zurück kann.

Grund ist seine Weigerung, ein ungeschriebenes iranisches Gesetz zu befolgen, Kämpfe zu verlieren, um später nicht gegen israelische Kontrahenten antreten zu müssen. Der Judoka sagte der Deutschen Welle, dies sei eine Vorgabe der Behörden, die nirgendwo schriftlich festgehalten sei. Er selbst sei bei der WM in Tokio im August aufgefordert worden, einen Wettkampf zu verlieren, um im Finale nicht auf den Israeli Sagi Muki zu treffen. Mollaei sagte, er habe dies zunächst nicht befolgt und sei ins Halbfinale gekommen. Anschließend habe er aber so sehr unter Druck gestanden, dass er den Kampf verloren habe. Verschiedene Behörden hätten ihn und seinen Trainer kontaktiert. Er habe an seine Familie und seine Zukunft denken müssen. Der Israeli Muki sei sein Freund, und er hoffe, dass sie beide eines Tages im Ring aufeinandertreffen.

Mollaei, der in Deutschland um Asyl nachsucht, fügte hinzu, der Internationale Judoverband habe ihm Unterstützung zugesagt, damit er im nächsten Jahr an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen könne, entweder unter der olympischen Flagge oder für ein anderes Land.