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StartseiteCorsoEntscheidend is auf'm Platz24.04.2020

Is was?! Aufreger der WocheEntscheidend is auf'm Platz

Oktoberfest: abgesagt. Beate Uhse: Umsatzplus. Mund-Nasenschutz: jetzt doch ein Muss. Und der Fußball soll ins Saisonende rollen, unter hochkomplexen Hygienebedingungen - vor und nach dem Spiel. Wir leben in merkwürdigen Zeiten, aber immerhin: Eine Öffnungsdiskussionsorgie scheint vorerst beendet.

Von Sigrid Fischer

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GEISTERSPIEL ohne Zuschauer DFL Fussball Bundesliga Saison 2019 - 2020 Spiel Borussia Moenchengladbach - 1. FC Koeln am11. 03. 2020 in Moenchengladbach (dpa/ Laci Perenyi)
Kein Publikum, kein Corona? Das Geisterspielkonzept der DFL ist umstritten (dpa/ Laci Perenyi)
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Angela Merkel: "Wir sind noch lange nicht über den Berg. Wir bewegen uns auf dünnem Eis."

Und entscheidend is auf'm Platz - alte Fußballbinse, gilt aber auch in Coronazeiten.

Markus Söder: "Der Fußball könnte viel dazu beitragen, durch diese schwierige Zeit zu kommen."

Stimmt! 24 Stunden Bundesliga in Dauerschleife und die Innenstädte sind wieder leer. Das wär' schon ganz gesund. Aber: Hygieneregeln auf'm Platz? Schwierig. Deshalb spart die DFL die heiklen 90 Minuten zwischen An- und Abpfiff in ihrem Konzept auch aus. Nicht mal "auf den Rasen rotzen" wird verboten, stattdessen:

Angela Merkel: "Testen, testen, testen."

20.000 Bundesliga-Coronatests

20.000 Bundesliga-Coronatests stehen bereit. Aber was nützen die im Ernstfall, Christian Seifert von der DFL?

"Das kann man drehen und wenden wie man will: Wir werden auf einem Spielfeld nicht 1,50 Meter Abstand halten können."

Eben. Dann muss man halt umstellen auf "System Tischkicker", da gibt es keinen Körperkontakt zwischen Spielern. Oder man schweißt die Herrschaften bis zum Saisonende virensicher in Folie ein. Für 300 Millionen Euro Fernsehgelder kann man schon kleine Opfer bringen.

Angela Merkel: "Bleiben wir klug und vorsichtig"

Aber am klügsten wäre wohl: Schluss mit dem Unsinn, Saison abbrechen und ein Solidarkonzept vorlegen, nach dem die reichen Vereine den armen unter die Stollen greifen.

Olaf Scholz: "Eine neue Normalität."
Jens Spahn: "Eine neue Normalität."

Ja, vielleicht ist sie das. Ein Leben ohne Oktoberfest ist plötzlich auch denkbar. Auf den Straßen dagegen erlebt man gerade die alte Normalität. Shoppingentzug ist Folter für die Konsumgesellschaft. Und Onlinekauf allein macht wohl nicht glücklich. Obwohl der Rekordsummen vermeldet: 94 Prozent Verkaufsplus bei Beate Uhse. Der Politik sei Dank.

Rekordumsätze bei Beate Uhse - der Politik sei Dank

Winfried Kretschmann: "Beim Einkaufen und in im öffentlichen Personenverkehr Mund und Nase bedecken."

Und bei Beate Uhse gibt's originelle Modelle dafür: Bondage-Fetisch-Masken, Latex-Sturmhauben und so weiter. Leider mit Mundöffnung, das ist im Moment nicht ganz so praktisch.

Apropos Öffnung - eine ganz andere Diskussionsorgie scheint beendet: Neun Jahre zu spät ist der TÜV endlich zufrieden, der Hauptstadtflughafen kann eröffnen. Hallelujah!

Heiko Maas: "Dafür braucht man einen internationalen Flugverkehr, der funktioniert. Das haben wir im Moment nicht."

Äh, ja, da hat der Außenminister irgendwo auch wieder recht.

Angela Merkel: "Niemand hört es gerne, aber es ist die Wahrheit."

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