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StartseiteCorsoLeute, wascht Euch!17.04.2020

Is was?! Aufreger der WocheLeute, wascht Euch!

Corona lässt die Leopoldina Ratschläge geben. Etwa zum regelmäßigen und ordnungsgemäßen Händewaschen. Aber wie soll das gehen, wenn der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird? Nur mit militärischem Drill. Klaus Pokatzky freut sich auf Nachwuchs für die Bundeswehr.

Von Klaus Pokatzky

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leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen (www.imago-images.de)
Noch sind die Klassenräume leer... (www.imago-images.de)
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Wo bleibt das Positive in diesen harten Corona-Zeiten? Hier ist es. Nehmen wir nur mal die Schulen. Diese unglaublich klugen Leute von der Leopoldina haben gesagt, wie wir nach und nach unsere Kleinen wieder zum Lernen schicken können. Und das wollen Politiker auch gerne umsetzen. Dazu gehört aber auch, dass die Kleinen sich dann in ihren Schulen regelmäßig die Hände waschen können – nein: müssen.

Hände waschen ohne Waschbecken

Nehmen wir mal Hamburg. Da gibt es laut offiziellen Zahlen durchschnittlich eine Waschgelegenheit für 80 Schülerinnen. Wenn die sich nach jeder Schulstunde gründlich die Hände waschen sollen - nein: müssen - und wir dafür nur jeweils fünfzehn Sekunden pro Mädel berechnen, dann kommen wir bei vieren auf eine Minute, bei vierzig auf zehn Minuten und bei achtzig auf zwanzig Minuten. Das geht aber nur, wenn sie militärisch streng wie ein Fallschirmjägerbataillon der Bundeswehr die fünfzehn Sekunden einhalten, exakte Schlangen bilden und anschließend unverzüglich den Toilettenraum wieder verlassen.

Militärischer Drill

Dabei ist noch nicht einkalkuliert, dass sie vielleicht auch eine Notdurft verrichten müssen. Wobei sich in Hamburg durchschnittlich 20 Mädchen eine Toilette teilen müssen. Das wollen wir jetzt gar nicht ausrechnen. Klar ist nur, dass nach jeder Schulstunde mehr als eine halbe Schulstunde für die Hygiene und die ganz normalen Bedürfnisse aufzuwenden ist. Und allein für den exakten militärischen Drill können wir einen Zeitraum von mehreren Monaten berechnen. Was anderes werden sie da kaum lernen können, die Mädels.

Eine für alle

Unsere Bundesverteidigungsministerin kann sich jetzt schon auf exzellenten Nachwuchs für ihre Truppe freuen. Die Leopoldina wurde übrigens 1652 gegründet und nach Kaiser Leopold dem Ersten benannt. Der hatte ganz allein für sich seine Wasch- und Notdurfträumlichkeiten in der Wiener Hofburg, wo ihm seine alleruntertänigste Hofdiener zur Seite standen. Wir können weitere kluge Ratschläge von den Leopoldianern und Leopoldianerinnen kaum erwarten. An ihrem Corona waren übrigens zwei Frauen und 24 Männer beteiligt. Kaiser Leopold lässt grüßen. Kaiserin Maria Theresia nicht.

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