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StartseiteCorsoVon Zaren, Fürsten und Prinzen11.05.2018

Is was?! Aufreger der WocheVon Zaren, Fürsten und Prinzen

Eine monarchische Woche geht zu Ende: Gerhard Fritzowitsch Schröder gratulierte Zar Wladimir Putin, die Groko regierte mal von hoch oben auf der Zugspitze, und der deutsche Hoch-Adel war auf Hartz4. Ende gut, alles gut: Prinz Harry kommt endlich unter die Haube.

Von Klaus Pokatzky

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Magnete in Herzform mit dem Bild von Meghan Markle und Prinz Harry. Darunter Magnete mit dem Logo der Londoner U-Bahn. (imago stock&people, Matt Crossick/ EMPICS Entertainment)
Devotionalien zur Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle (imago stock&people, Matt Crossick/ EMPICS Entertainment)
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Die gute Nachricht: Entwarnung für den Europäischen Sängerstreit am Samstag – Kollegah und Farid Bang geben da kein Nazi-Echo. Und ein Tipp für alle, die die Musik beim Eurovision Song Contest wirklich genießen wollen: Es gibt eine Übersetzung für Gehörlose. So soll es sein.

Und soll das auch sein? Unser lupenreiner Sozialdemokrat Gerhard Schröder an vorderster Medienfront: Welches Bild für die Bunte-Illustrierte! Da steht er vor Zar Wladimir Putin dem Ersten und gratuliert zu Wladimirs immerwährender Herrschaft: als zweiter direkt nach Patriarch Kirill von der orthodoxesten Kirche. Zwischen dem Herrscher und seinem Untertanen Gerhard Fritzowitsch Schröder ist nur eine Kordel.

Als die deutschen Romanows noch auf dem russischen Zarenthron saßen, hätte das aber noch ganz anders ausgesehen. Das ist Fortschritt beim Kotau; da freut sich Karl Marx zu seinem Zweihundertsten – und wir freuen uns auf den nächsten Parteitag der Arbeiterpartei SPD, wo Gerhard Schröder mal wieder hymnisch umjubelt wird.

Sozialpolitik à la Sayn-Wittgenstein

Und was machen seine Nachfolger? Regierungs-Gipfel auf dem Zugspitz-Gipfel: und vorher Schneeballschlacht – aber nicht in die Fresse, Frau Nahles! Dafür der Würde des Grundgesetzes was zwischen die Beine? Der tiefst schwarze Gipfel-Freund Alexander Dobrindt klagt, dass wir eine "Anti-Abschiebeindustrie" hätten. Ist ja auch ein starkes Stück, dass bei uns Flüchtlinge gegen Abschiebungen so eifrig juristisch vorgehen dürfen. So was gibt’s bei Putin nicht. So was nennt man Rechtsstaat.  

Unsere Sozialpolitik übernimmt der deutsche Hochadel. Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn-Wittgenstein hat gemeinsam mit seiner Gattin für RTL auf Hartz IV-Niveau gelebt. Wobei: Hoch-Adel? Der Mann ist als Karl-Heinz Böswirth geboren worden und hat sich von einem Fürsten Sayn-Wittgenstein adoptieren lassen, der ursprünglich Bruno Lothar Koch hieß. "Non olet" – würden da Wladimir Putin und Gerhard Schröder wohl sagen: Geld stinkt nicht.

Und wir wahren, wir noblen Monarchisten freuen uns aufs nächste Wochenende: Da heiratet Prinz Harry aus dem echten Hause Windsor. God save the Queen!         

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