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StartseiteCorsoMenschen, Tiere, Mutationen28.12.2018

Is was?! Aufreger zwischen den JahrenMenschen, Tiere, Mutationen

Corso-Skop – darüber spricht man 2019

Alte Männer delirieren, Auszeichnungen implodieren und das „Mutti-Tasking“ läuft aus: 2019 könnte das Jahr werden, in dem ein - laut Selbstauskunft - großartiger US-Präsident den "wichtigsten Literaturpreis ever" einheimst.

Von Stefan Reusch

Eine Figur von Donald Trump greift den Globus an. (imago | epd Umweltschutz)
Fahrverbote für das Klima hier, National-Egoismen dort - und der Rest denkt an Flucht in der Corso-Jahres-Glosse (imago | epd Umweltschutz)
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Es war warm, es war heiß, "Heisszeit" wurde Wort des Jahres 2018. Aber, hej: Es geht uns gut.

Zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise ist die Welt so reich wie nie zuvor. 170 Billionen Euro privates Vermögen! Das ist wow. Es ist nur sehr merkwürdig verteilt, das Vermögen. Während das Unvermögen ... Da haben so viele so reichlich. Das gibt Gewissheit: 2019 wird, nun ja, einzigartig werden. Ach was: noch einzigartiger! Falsche Komparative werden dann noch das geringste Problem sein.

2019 wird das Jahr der falschen Superlative werden: Innenstädte schon in diesem Jahr im Fahrverbotsvisier, 2019 sind sie die lahmgelegensten aller Zeiten. Bis Mitte des Jahres. Dann kommt das Fahrverbot-Verbot. Denn eine kleine Partei - nein nicht die SPD - hat die Lösung. Einfach: "Hoch die Grenzwerte!" Es ist noch Lunge da ... Ein bisschen gelöst wird das Klimaproblem also. Einige ängstliche Naturen sehen bereits Eisberge durch die Fußgängerzonen treiben, weil die gefährlichen Temperaturanstiege allzu brutal ausbleiben.

China läßt es ordentlich rauchen

Der Stromgigant RWE übrigens etabliert sich als Naturschutzorganisation. Und will im Hambacher Forst neue Tierarten ansiedeln, die auch in anderen ehemaligen Waldgebieten für Freude sorgen sollen: das Braunköhlchen, der graue Baggerzahnsegler sowie der brikettfarbene Bröseltapir. Kohle als Auslaufmodell - das freilich wird 2019 weltweit wohl nichts. Allein die Chinesen werden in den nächsten Jahren den Schornstein derart rauchen lassen, und wenn die Seidenstraße uns in ein Abhängigkeits-Kokon gesponnen haben wird, dann werden wir durchblicken. Nein, doch nicht wegen des Qualms!

Hauptprobleme 2019 bleiben erst einmal alte, weiße Männer - zumal ständig neue Exemplare nachwachsen. Man fragt sich: Müssen die so sein wie Erdogan? Wie Trump? Wie Seehofer? Nee, den kann man 2019 streichen, der gilt dann selbst in Bayern als Aussaufmodell, als Lodenhüter. In die Senioren-Liga der Master of Desaster rücken 2019 nach: Jogi Löw, Dieter Nuhr und zum wiederholten Male Sigmar Gabriel - bitte nicht wiederwählen. Seine SPD hat immerhin nur ein Problem: sich. Und das Problem wird noch kleiner werden. Dafür hat sie als Garant Andrea Nahles. Oder Garantin. Garantäne? Mhm!

Der größte Wicht gewinnt?

Kurz zurück: Alte, weiße Männer sind selbstverständlich wichtig. Wenn man weiß, dass das Wort "wichtig" abstammt vom Wort "Wicht".

Wichtig ist der Literaturnobelpreis. Fällt - nach 2018 - auch im neuen Jahr wieder aus. Dieser Drang zu immer dickeren Wälzern, die Autobiographisches mischen mit Dokumentarischem und das auf Kosten spannender Fiktion – das gibt es in jeder "Spiegel"-Reportage billiger. Auch 2019 noch. Ja, sicher! Die "Bild" wird ja darüber berichten.

Ins literarische Preis-Vakuum stößt hinein der "TTA", der Twitter-Trump-Award. Ich verrate nicht, wer ihn gewinnen wird.

"Alle wollen sowieso irgendwo raus"

Der Rest der Menschheit denkt an Flucht. Alle wollen ja sowieso irgendwo raus: Der Brite will aus der EU raus, die SPD will aus der GroKo raus, der Friedrich Merz will ganz groß raus – nach wie vor. Aber: So einfach wird das nicht werden, 2019. Und Angela Merkel? Ist raus. Definitiv und ganz. Merkels Mädchen, AKK, distanziert sich von der Altkanzlerin in spe. Wirft ihr vor, sie erledige viele Dinge nebeneinander und gleichzeitig - nicht. Das sogenannte Mutti-Tasking sei aber nun am Ende, so AKK. Was sie als Kanzlerin an diese Stelle setzen wird, das ist - ach was - das würde Teile von ihnen nur verunsichern. Gehen wir lieber optimistisch ins neue Jahr. Alles Gute.

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