Sonntag, 17.01.2021
 
Seit 16:30 Uhr Forschung aktuell
StartseiteCorsoDer satirische Wochenrückblick01.04.2016

Is' was!?Der satirische Wochenrückblick

Der NDR verärgert den türkischen Staatspräsidenten Erdogan mit einer Satire und mischt damit die Medienlandschaft auf. In Baden-Württemberg werden auch gemischt und zwar Farben. Ampel oder doch Kiwi? Auch mal wieder in den Schlagzeilen: Katar und die Lage der Arbeiter auf den FIFA-WM-Baustellen.

Von Stefan Reusch

Der türkische Ministerpräsident Erdogan bei einer Rede im Parlament in Ankara Anfang April. (afp / Adem Altan)
Erdowie Erdowo - der türkische Ministerpräsident Erdogan (afp / Adem Altan)

Krieg ich nicht weg. Diesen Ohrwurm. Erdowie Erdowo, - nicht, dass ich das Lied gut finde. Ich verstehe, dass der türkische Präsident beleidigt ist. Einerseits. Andererseits: Ich bin von ihm auch enttäuscht. Seine Reaktion ist so - gewöhnlich. Immer nur rummosern: Des find ich blöd, des gefällt mir nicht - das ist so wenig. Konstruktive Kritik, Herr Erdogan! Selbstverständlich unter Anerkennung unserer Werte! Wie ja Außenminister Steinmeier anmahnte. Und mit unseren Werten wird in dem Lied schludrig umgegangen.

Rhythmik - ein Wert, wenn nicht DER Wert gelungener Lyrik - Fehlanzeige. Zitat:

"Die Zeit ist reif / für sein großosmanisches Reich."

Was ist das?! Besser: "Kriegt der Mann von uns gern Geld, weil er Menschen uns fern hält." Das hat Rhythmus! Und auch Reim! Nicht selbstverständlich in diesem Lied: Da lebt tatsächlich  - Zitat  - auf großem Fuß, der Mann vom Bosporuuuus. Oder was? 

Drauf zeigen - ja, aber auch besser machen! Warum nicht, äh... Er ist so cool/ und groß und wahr/ in Istanbul und Ankarar. Oder ne internationale Version: erdo-three, erdo-two, erdo-one. Go! Na ja. Klar, Sie könnten das besser!  Aber Sie machen's ja nicht.

Von Ampeln und Kiwis

Unsere  Politik ist anders, bunt:  Rotgelbgrün - die Ampel, Grün und Schwarz die Kiwi. Unsere Politiker sind anders, bunt. Die haben Phantasie! Arbeitsministerin Andrea Nahles sieht für ihre SPD bei der kommenden Bundestagswahl - schwarz? Nein: Gute Chancen. Holla: Die SPD will noch mal angreifen. Also: Augen auf und Mikroskope an - dass man's nicht wieder verpasst. Man verpasst so viel.

Zinsen? Gibt’s nicht mehr. Es kann passieren, so sagte Bundesbankvorstand Andreas Dombret vorgestern, "dass man die Negativzinsen vielleicht doch weitergeben muss." An uns. Aber: Wir lachen darüber: Wir legen unser Geld einfach - na? Unters Kopfkissen. Ein Kopfkissen nimmt keine Gebühren und man darf es überziehen. So oft man will. Immer wieder neu.  

Mal wieder Katarr

Frühlingsfrisch.  Am 1. April. Gestern war der 31. März. Und deswegen ist es  kein Scherz: Gestern hieß es mal wieder, in Katar auf den Baustellen zur Fußball-WM, da würden Arbeiter wie Sklaven behandelt werden. Dabei wurde erst im letzten Jahr amtlich, dass das nicht stimmt. Und das hat rausgefunden die  Ethikkommission der FIFA. Ja. Wäre das ein Scherz, wäre das die Pointe gewesen. Aber iss so: Die FIFA hat ne Ethikkommission. Und der IS hat eine Gleichstellungsbeauftragte ... Schuldigung, 1. April. war nicht so gemeint, nur ein Scherz. Außerdem es wird Frühling, es wird wärmer.

"Eitel Freude bricht sich Bahn, Erdowie Erdowo, Erdo..." - blöder Ohrwurm.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk