Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

IslamHetze wegen Imam-Einsatz - Kita erhält Unterstützung von NRW-Landesregierung

14.04.2018, Berlin: Demonstration gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung: Ein Schild, das ein Teilnehmer trägt, soll eine Kita darstellen. Im Hintergrund ist ein Bürogebäude am Potsdamer Platz zu sehen. Foto: Wolfram Steinberg/dpa | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)
Zahlreiche Hassmails wegen eines Imams im Kindergarten (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)

Die NRW-Landesregierung hat sich hinter die Verantwortlichen einer evangelischen Kita gestellt, die wegen des Einsatzes eines Imams nach eigenen Angaben massiver Hetze ausgesetzt sind.

Beschimpfungen und Drohungen gegenüber dem Träger seien völlig inakzeptabel, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Stamp der Katholischen Nachrichten-Agentur. Religiöse Vielfalt müsse als Bereicherung und nicht als Bedrohung verstanden werden, betonte der FDP-Politiker.

Die evangelische Diakonie ist seit Tagen Anfeindungen ausgesetzt, weil sie in einer ihrer Düsseldorfer Kitas einen Imam für die religiöse Früherziehung muslimischer Kinder einsetzen will. Den für das gemeinsame Projekt mit dem "Kreis der Düsseldorfer Muslime" verantwortlichen Pfarrer hätten massive Proteste und zahlreiche Hassmails erreicht, heißt es. Darin werde er als Abtrünniger und Antichrist beschimpft, der in Deutschland den Boden für die Scharia vorbereiten wolle. Nach Angaben der Behörden sei wegen dieser Vorgänge die Polizei eingeschaltet worden.

Der Einsatz eines Imam im Kindergarten bei der religiösen Früherziehung verstößt nach Auffassung der Landesregierung nicht gegen geltende Grundsätze des Kinderbildungsgesetzes. Es sei ausdrücklich Ziel der Bildungsgrundsätze in NRW, mit altersangemessenen religionspädagogischen Angeboten in Kindertageseinrichtungen die religiöse Aufgeschlossenheit von Kindern zu unterstützen, führte Stamp aus.