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Islamistischer Hintergrund wahrscheinlichPolitiker verurteilen tödlichen Angriff auf Lehrer bei Paris

Polizisten patrouillieren nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer. (imago / FedericoPestellini)
Polizisten patrouillieren nach dem tödlichen Angriff auf einen Lehrer. (imago / FedericoPestellini)

Führende Politiker in Frankreich haben den tödlichen Messerangriff auf einen Lehrer bei Paris verurteilt.

Präsident Macron rief die Franzosen auf, zusammenzustehen und vereint zu sein. Der Präsident der Nationalversammlung, Ferrand, nannte die Ermordung eines Geschichtslehrers einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Premierminister Castex sprach von einem "Akt der Barbarei".

Die Staatsanwaltschaft hat heute weitere Einzelheiten mitgeteilt. Danach geht die Justiz von einem islamistischen Hintergrund aus und hat im Zusammenhang mit dem Anschlag inzwischen neun Personen in Gewahrsam genommen. Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 18-jährigen in Moskau geborenen Tschetschenen handeln. Er hatte sein Opfer enthauptet. Bei der Fahndung wurde er kurz nach der Tat von der Polizei erschossen. Präsident Macron hatte den Angriff bereits als islamistischen Terroranschlag eingestuft. Das Opfer soll als Geschichtslehrer im Unterricht über Mohammed-Karikaturen diskutiert und deshalb Drohungen erhalten haben.

Auch Bundesaußenminister Maas und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen haben den tödlichen Angriff verurteilt. Maas appellierte auf Twitter, sich nicht von Terror, Extremismus und Gewalt einschüchtern zu lassen. Von der Leyen hob die Bedeutung von Lehrern in einer Demokratie hervor. Die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Weidel, teilte mit, die "islamistische Barbarei mitten in Europa" sei "längst bitterer Alltag". Man habe aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre nicht gelernt.

Diese Nachricht wurde am 17.10.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.