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StartseiteVerbrauchertippZehn von 15 Thermobechern sind gut06.04.2020

Isolierbecher im TestZehn von 15 Thermobechern sind gut

Thermobecher für Kaffee und Tee sind eine umweltfreundliche Alternative zu Pappbechern. Laut Stiftung Warentest ist auf die meisten Isoliergefäße Verlass. Doch einige namenhafte Becher laufen aus. Einer der billigsten Warmhaltebecher schneidet gut ab. Der Preis ist daher nicht immer ausschlaggebend.

Von Dieter Nürnberger

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Eine Frau und ein Mann halten einen wiederverwendbare Kaffeebecher für unterwegs in den Händen (gestellte Szene). (dpa / Andrea Warnecke)
Coffee to go: Die Stiftung Warentest hat zehn von 15 Bechern mit der Note 'gut' bewertet (dpa / Andrea Warnecke)
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Thermobecher können beides: Getränke warm als auch kalt halten. Recht praktisch für alle, die mobil unterwegs sind und dennoch das Lieblingsgetränk nicht missen wollen. Thermobecher gibt es aus verschiedenen Materialien - die Edelstahlvariante gehört mit Preisen bis zu 35 Euro schon zu den edleren Produkten, sagt Stefan Scherfenberg von der Stiftung Warentest.

"Die Thermobecher sind alle nach demselben Prinzip aufgebaut. Sie bestehen aus zwei Schichten Edelstahl und dazwischen ist ein Vakuum, was den Übergang der Energie verhindern soll. Und somit kommt dieser Isolationseffekt zustande. In diesem Sinne funktionieren sie alle gleich."

Von 80 Grad auf 40 Grad

Um das Warmhalte- oder Isoliervermögen zu testen, wurden die Becher mit 80 Grad heißem Wasser befüllt und dann gemessen, wie schnell es auf 40 Grad abkühlt.

"Der schlechteste Becher, das war der Becher von McDonalds, hatte diese 40-Grad-Celsius-Temperaturschwelle schon nach zweieinhalb Stunden erreicht. Zum Vergleich: Der am besten isolierende Becher - hier erreichte das Wasser erst nach 16 Stunden die 40 Grad."

Bei den Deckeln unterscheiden sich die Modelle. Manchmal reguliert ein Drehschalter den Durchfluss, andere funktionieren mit einem Klapphebel oder auch nur mit einem einfachen Klick auf die Trinköffnung. In zwei Fällen gab es hier mangelhafte Bewertungen. Die Becher waren undicht.

"Das hing damit zusammen, dass der Verschluss oben ein Luftloch hat, damit beim Trinken kein Unterdruck im Becher entsteht. Und dieses Luftloch ist nicht abgedeckt oder abisoliert. Wenn der Becker beispielsweise in einer Tasche umkippt, läuft die Flüssigkeit ungehemmt aus. Einer der beiden Anbieter - Bodum - schreibt auch auf seine Verpackung, dass der Becher nur in aufrechter Position transportiert werden darf. Das ist aber relativ unpraktisch."

Undicht war auch das günstigste Modell im Test - der ohnehin schwach isolierende Becher von McDonalds.

Zehn Becher gut bewertet

Bei der Schadstoffprüfung gab es einzelne Abwertungen. Im Fokus standen hier die Außenflächen der Thermobecher mit ihren Lackierungen oder auch Kunststoffflächen für den besseren Halt in der Hand. Auf das im Innern befindliche Getränk kann nichts übergehen, sagt Stefan Scherfenberg:

"Denn aus dem Edelstahl kann eigentlich nichts rausgelöst werden. Selbst von sauren Getränken nicht. Allerdings haben wir an der Oberfläche oder an der Außenwand von zwei Produkten Schadstoffe gefunden. Das waren sehr hohe Mengen an Naphthalin, und dieser Stoff steht im Verdacht Krebs zu erzeugen."

Zehn der 15 Thermobecher im Test bekamen eine gute Bewertung. Vorne lagen Isolierbecher von Braun, WMF, Alfi und Emsa. Sie kosten 20 beziehungsweise 25 Euro. Gut bewertet wurde auch der Becher von Rossmann für 10 Euro. Der ist allerdings nicht spülmaschinengeeignet.

Edelstahl-Becher lange nutzen

Und noch ein Wort zu den Ökobilanzen der Thermobecher aus Edelstahl. Wegen deren vergleichsweise aufwendiger Produktion, sollten sie natürlich lange genutzt werden, so das Fazit der Warentester.

"Ab ungefähr 50 Einsätzen hat sich Produktion für die Umwelt rentiert. Dann schlägt sozusagen nur noch die Reinigung der Becher in der Ökobilanz zu Buche. Somit sollten Sie ihn auch häufig einsetzen. Damit er sich für die Umwelt gelohnt hat."

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