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Israel, Bahrain und VAEAbkommen bietet wenig Grund zur Hoffnung in Nahost

From left to right: Prime Minister Benjamin Netanyahu of Israel; Sheikh Abdullah bin Zayed bin Sultan Al Nahyan, Minister of Foreign Affairs and International Cooperation of the United Arab Emirates; and Dr. Abdullatif bin Rashid Alzayani, Minister of Foreign Affairs, Kingdom of Bahrain look on as United States President Donald J. Trump makes remarks at a signing ceremony of the “Abraham Accords” on the South Lawn of the White House in Washington, DC on Tuesday, September 15, 2020. Credit: Chris Kleponis / Pool via CNP | Verwendung weltweit (Consolidated News Photos)
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (links) mit den Außenministern der VAE und Bahrains. (Consolidated News Photos)

Israel hat mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten Vereinbarungen zur Aufnahme gegenseitiger diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. US-Präsident Trump feierte das Ereignis als "unglaublichen Tag für die Welt", Israels Regierung hofft auf ein Ende des arabisch-israelischen Konflikts. Doch die Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah, Marx, glaubt nicht an Frieden.

Marx sagte im Deutschlandfunk, aus ihrer Sicht würden radikale Kräfte wie die Hamas gestärkt aus dem gestrigen Tag hervorgehen. Denn dass Israel bisher keine Kontakte zu Bahrain und den Vereinigten Arabischen Staaten gehabt habe, sei im Nahost-Konflikt "die letzte Spielkarte" der Palästinenser gewesen. Dass es der palästinensischen Führung nicht gelungen sei, das Abkommen zu verhindern, zeige deren "komplettes Versagen", meinte die Vertreterin der den Grünen nahestehenden Stiftung.

Während der Vertragsunterzeichnung weitere Gewalt

Auch das Büro von Palästinenserpräsident Abbas dämpfte Hoffnungen auf einen Frieden im Nahen Osten. Denn das Hauptproblem liege nicht zwischen den Staaten, die das Abkommen geschlossen hätten. Frieden werde es erst geben, wenn den Palästinensern ein eigener Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt zugestanden werde, betonte Abbas.

Während der Vertragsunterzeichnungen in Washington feuerten militante Palästinenser vom Gazastreifen aus Raketen auf den Süden Israels. Lokalen Medien zufolge wurden zwei Menschen bei Einschlägen verletzt. Auch am frühen Morgen heulten in Israel wieder die Sirenen. Als Reaktion auf den neuerlichen Beschuss soll die israelische Armee Stellungen der Hamas im Gazastreifen angegriffen haben.

Laut Trump auch Verhandlungen mit Saudi-Arabien

Die Verträge zur Aufnahme gegenseitiger diplomatischer Beziehungen waren unter Vermittlung der USA zustande gekommen. Bis dahin waren Ägypten und Jordanien die einzigen muslimisch geprägten Länder, mit denen formelle Beziehungen zu Israel bestanden. Im Weißen Haus sprach US-Präsident Trump vor 700 Gästen von einem "unglaublichen Tag für die Welt". Die drei Länder seien nun Freunde und arbeiteten zusammen. Israels Ministerpräsident Netanjahu sagte, der Schritt könne den arabisch-israelischen Konflikt endgültig beenden.

Trump gab an, mit mehreren weiteren Staaten Gespräche über mögliche Beziehungen mit Israel zu führen. Namentlich nannte er Saudi-Arabien.

Diese Nachricht wurde am 16.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.