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StartseiteInformationen am MorgenRaumsonde Bereschit bereit zur Mondlandung11.04.2019

IsraelRaumsonde Bereschit bereit zur Mondlandung

Als weltweit viertes Land nach den Großmächten USA, Russland und China macht sich Israel daran, Pflöcke in den grauen Mondstaub zu schlagen. Bereschit heißt das Projekt, der hebräische Name für die Genesis, das erste Buch Mose. Israels erste Landung auf dem Mond soll nicht nur ein Prestigeprojekt sein.

Von Guido Meyer

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Der Mond hat keine Atmosphäre. Fallschirme kommen daher nicht in Frage, um die Sonde vor dem Aufsetzen abzubremsen. (picture alliance / ZB / Soeren Stache)
Israel will zum ersten Mal auf dem Mond landen (picture alliance / ZB / Soeren Stache)
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Israels Weg zum Mond führte zunächst über Florida. Vom US-Raketenbahnhof Cape Canaveral aus schoss eine Falcon 9 der Firma SpaceX Israels Sonde ins All. Wenige Minuten nach dem Start trennte sich die Sonde erfolgreich von der Trägerrakete und ist seitdem unterwegs zum Mond.

In lang gezogenen Ellipsen hat sich Israels Mondsonde seit Ende Februar spiralförmig dem Mond immer mehr angenähert - daher die lange Anreise. Für einen direkten Schuss zum Mond war die Falcon-9-Trägerrakete nicht schubstark genug. Vergangene Woche dann war die Sonde nahe genug beim Mond, sodass seine Schwerkraft sie einfangen konnte.

Suche nach dem perfekten Landeort

Yoav Landsman ist Systemingenieur bei SpaceIL - dem Unternehmen, das Israels erste Mondsonde auf die Reise geschickt hat.

"Der Mond hat unsere Sonde auf eine elliptische Umlaufbahn gezwungen. Die ist aber zu hoch über der Oberfläche, um von dieser Position aus zu landen. Wir mussten in den vergangenen Tagen also noch ein paar kleinere Manöver zur Kurskorrektur durchführen. Jetzt haben wir die Umlaufbahn auf 200 Kilometer abgesenkt. Dort warten wir jetzt, bis die Landestelle unter uns auftaucht."

Der Mond hat keine Atmosphäre. Fallschirme kommen daher nicht in Frage, um die Sonde vor dem Aufsetzen abzubremsen.

Yonatan Weintraub ist Mitgründer des Unternehmens SpaceIL.

"Das Raumschiff fliegt wahnsinnig schnell, fünf- oder sechsmal schneller als eine Gewehrkugel. Dieses Tempo könnten auch Airbags bei der Landung nicht abbremsen. Die einzige Möglichkeit ist, die Triebwerke der Sonde als Bremstriebwerke einzusetzen. Sie werden einen Gegenschub nach unten, Richtung Mondoberfläche, liefern, und so die enorme Geschwindigkeit der Anreise auf null reduzieren."  

All dies muss automatisch ablaufen. Es gilt, den perfekten Landeort zu finden.

Platz in den Geschichtsbüchern der Raumfahrt

"Dies ist unser erster Versuch einer Landung auf dem Mond. Deswegen haben wir uns eine einfache Landestelle ausgesucht, die flach ist, wo nur wenige Steine liegen und wo es keine felsigen Abhänge gibt."

Zwei Tage hat Bereschit dann Zeit, Messungen durchzuführen. Denn Israels erste Landung auf dem Mond sei nicht nur ein Prestigeprojekt, ergänzt Yonatan Weintraub von SpaceIL.

"Wir wollten der Landung auch eine wissenschaftliche Bedeutung geben. Dazu arbeiten wir mit dem Weizmann-Institut in Rehovot zusammen. Es hat ein magnetisches Messinstrument zur Mission beigesteuert. Damit wollen wir das Magnetfeld auf der Mondoberfläche messen. Solche Messungen lassen sich aus der Umlaufbahn nicht anstellen. Dazu müssen wir runter auf den Boden."

Läuft weiter alles nach Plan, dürfte Israel sich heute am späten Nachmittag seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Raumfahrt gesichert haben - als die vierte Nation, der es gelang, auf dem Mond zu landen.

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