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StartseiteCampus & KarriereViel Geld für Forschung und Innovation21.10.2015

IT-Technologien Viel Geld für Forschung und Innovation

Auf der ICT 2015, dem größten Event für Informations- und Kommunikationstechnologien in Europa, treffen sich 7.000 Experten aus Wissenschaft, EU-Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Bei der Konferenz in Lissabon werden die Forschungsmittel der EU verteilt und die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Forschung in dem Zukunftsbereich gesetzt.

Von Kai Rüsberg

EU-Kommissar Günther Oettinger (dpa / picture-alliance / Julien Warnand)
Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger, will IT-Fachleute aus Asien nach Europa holen. (dpa / picture-alliance / Julien Warnand)
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Der EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger will, dass der Arbeitskräftebedarf von jährlich zusätzlichen 160.000 IT-Spezialisten an den Hochschulen in Europa ausgebildet wird. Dazu soll mit den Regionen und Mitgliedsstaaten ein Abkommen geschlossen und danach der Erfolg jährlich überprüft werden. In der Zwischenzeit will er eine weitere Initiative starten, IT-Fachleute aus Asien nach Europa zu holen, sagte er bei der Eröffnung der Konferenz ICT 2015.

"Je mehr wir den digitalen Binnenmarkt schaffen und die Industrie digitale Mittel einsetzt, haben wir die besten Chancen, mit denen wir um Arbeiter aus Indien und Pakistan werben können."

Oettinger will alles daran setzen, den Nachholbedarf bei innovativen Entwicklungen, die zumeist IT-basiert sind, zu decken, um so mit amerikanischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen wieder mithalten zu können. Angesichts der langen Diskussion um geplante Kürzungen im Forschungs-Budget versichert Oettinger, andere Forschungsbereiche müssten nicht zurückstecken:

16 Milliarden Euro für Forschung und Innovationen in Europa

"Wir haben ja im gedeckelten Haushalt die Mittel für Forschung erhöht. Und deshalb nicht zu Lasten sondern on top mehr Mittel für digitale Projekte. Zudem haben wir mit dem Haushalt bis 2020 noch ausreichend Planungssicherheit. Und wir sind ausreichend variabel neben der Ausweitung für digitale Projekte auch andere Forschungsfelder aktiv zu bedienen."

IT-Technologien gehören heute zu fast allen Forschungsbereichen. In Lissabon werden innovative Konzepte und Prototypen aus der Medizin, Biologie, Chemie bis hin zu den Sozialwissenschaften gezeigt. Ex-BDI-Chef und EU-Parlamentarier Olaf Henkel, früher auch Top-Manager von IBM, unterstützt Günther Oettinger bei seiner Initiative.

"Ich bin in Europa seit der Lochkarte tätig. Immer wieder versuchen wir in Europa den Anschluss an Amerika zu bekommen aber es gelingt nicht. Und wenn wir den jetzt nicht bekommen, wird Europa noch weiter zurückfallen."

Statt geplanter 4.500 sind 7.000 Wissenschaftler gekommen. Darunter auch viele deutsche Forscher, wie der Chemie-Professor Sebastian Engel von der TU Dortmund.

"Die europäischen Ausschreibungen spielen für uns eine wichtige Rolle, das ist eine Menge Geld, das zur Verfügung steht."

Das Forschungsprogramm "Horizon 2020" wird jeweils in Zwei-Jahrestranchen verteilt. Von den insgesamt 80 Milliarden Euro von 2014 bis 2020 stehen für die kommenden zwei Jahre 16 Milliarden Euro für Forschung und Innovationen in Europa zur Verfügung, so Engel.

Die wichtigste Konferenz des Jahres

"Es geht um die Strategie. Die Kommission präsentiert ihre Pläne, wo es Geld geben wird und wir tauschen uns aus, wie man das angeht. Und was in den nächsten Jahren passiert. Nach jeder Ausschreibung kommt die nächste und die versucht man zu beeinflussen."

Weil die Lehrstühle die Förderanträge und Kooperationen mit ausländischen Hochschulen kaum noch allein bewältigen können, haben viele Unis EU-Verbindungs-Büros eingerichtet. Dorota Pawlucka leitet das Büro in Dortmund. Für sie ist die ICT2015 die wichtigste Konferenz des Jahres.

"Ich kann aus dem Büro Dortmund nicht die Diskussionen verfolgen und mitsprechen, ich kann die strategischen Trends nicht mitverfolgen und sehen, was in Zukunft angesagt ist."

Zwei Ausstellungen zeigen innovative Forschungsprojekte mit Prototypen. 

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