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StartseiteAtelier neuer MusikIm Lichthof des Mondes07.06.2014

Jacqueline FontynIm Lichthof des Mondes

Wenn Jacqueline Fontyn den Strahlenkranz des nächtlichen Erdtrabanten in Klänge bannt, ergießt sich über die Zuhörer ein Füllhorn musikalischer Fantasie. In "Halo" für Harfe und 16 Instrumente beweist die 1930 geborene belgische Komponistin, dass sie mit den Farben des Orchesters, ihrem "Lieblingsinstrument", umzugehen weiß.

Von Thomas Beimel

Der französische Dirigent Pierre Boulez probt in Donaueschingen mit dem SWR-Sinfonieorchester (AP)
Jacqueline Fontyns 'Lieblingsinstrument': das Orchester (AP)

Dem entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass ihre Werke auf allen Kontinenten schon gespielt wurden. Das Metier erlernte Jaqueline Fontyn unter anderem bei dem Schönberg- Schüler Max Deutsch in Paris. Von den Epizentren der Nachkriegsavantgarde hielt sie sich bewusst fern.

Deren intellektuell geprägten Diskurse haben sie nicht interessiert. Statt auf einen rigorosen Umgang mit neuen Kompositionstechniken zu setzen, warf Fontyn alle Regelwerke rasch über Bord, beschränkten sie doch auf hemmende Weise ihren Erfindungsreichtum.

Ihre eleganten und bündigen Kompositionen entstehen in einem langen Prozess, der mit einer Unmenge skizzierter Ideen beginnt und in einer bis ins letzte Detail sorgsam ausbalancierten Partitur mündet. Das Ergebnis ist eine Musik, die dem Leben auf heitere und geistreiche Art Glanz verleiht.

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