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StartseiteVerbrauchertippKleine Tricks gegen die Frühjahrsmüdigkeit14.03.2019

JahreszeitenwechselKleine Tricks gegen die Frühjahrsmüdigkeit

Der Winter geht, die Müdigkeit kommt: So empfinden viele Menschen den Jahreszeitenwechsel, denn sie fühlen sich erschöpft. Das Phänomen ist bekannt unter dem Namen Frühjahrsmüdigkeit. Doch die ist keine Krankheit und mit ein paar einfachen Tricks lässt sich leicht dagegen angehen.

Von Hilde Braun

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Ein Mann schläft am 06.05.2013 im Kurpark von Bad Homburg (Hessen) auf einer Wiese, auf der Butterblumen blühen. (picture alliance / Arne Dedert)
Ist zwar hübsch, aber hilft nicht gegen Frühjahrsmüdigkeit: ein Schläfchen in der Wiese (picture alliance / Arne Dedert)
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Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint bereits mehrere Stunden am Tag, die Blumen beginnen zu blühen und die Bäume bilden Knospen und Blätter. Gerade jetzt sind einige Menschen von einer unerklärlichen Müdigkeit betroffen. Eine Ursache ist die höhere Außentemperatur, die Auswirkungen auf den Kreislauf hat. Peter Scharrenbroich ist Schlafmediziner und sagt:

"Es gibt einmal die Frühjahrsmüdigkeit, die dadurch hervorgerufen wird, dass sich durch die steigenden Außentemperaturen eine Erweiterung der Blutgefäße insbesondere in der Haut ergibt, die dann dazu führt, dass der Blutdruck absinkt, und das wird vom Körper als Symptom gerne als Müdigkeit, Schlappheit, Abgeschlagenheit interpretiert."

Bewegung und frische Luft helfen

Aus diesem Grund haben Menschen mit einem grundsätzlich eher hohen Blutdruck kaum Probleme mit Frühjahrsmüdigkeit, da bei ihnen der Blutdruck dann nicht ganz so extrem absinkt. Menschen, die generell wetterfühlig sind, sind in der Regel stärker von Frühjahrsmüdigkeit betroffen. Ein weiterer Grund ist, dass an längeren Tagen andere Hormone ausgeschüttet werden. Zum Beispiel mehr Serotonin:

"Dieser Wechsel von hormonellen Konzentrationen im Blut – die sind ja minimal – aber die werden schon empfunden und das kann auch wieder zu so einem Gefühl von Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit führen." 

Frühjahrsmüdigkeit ist aber keine Krankheit. Und es lässt sich einiges dagegen unternehmen. Bewegung und frische Luft helfen, wach und fit zu sein. Zeit in der Sonne und in der Natur ist das Mittel der Wahl um den Kreislauf wieder anzuregen. Empfohlen wird ein moderates Ausdauertraining, wie Nordic Walking, joggen, schwimmen oder radfahren – regelmäßig! Keinesfalls sollte man der Müdigkeit nachgeben.

"Also das falscheste was man machen kann: Ich fühle mich jetzt mittags schlecht, und dann bis 18 Uhr schlafen. Das ist für die Rhythmik des Schlafes schlecht, wenn man eine Frühjahrsmüdigkeit hat, das würde es nur verlängern. Am besten ist es tatsächlich rauszugehen, das Licht auf sich wirken zu lassen, sich aktivieren, das ist viel wirkungsvoller als der Müdigkeit nachzugeben."

Vorsicht mit Vitaminpräparaten

Die Werbung empfiehlt gerade jetzt Vitamine zu nehmen. Allerdings sollte man da vorsichtig sein. Denn ein Zuviel an Vitaminen kann gesundheitsschädlich sein. Ein Mangel sollte abgeklärt sein, erklärt Caroline Peters, Pharmazeutin.

"Weil es auch andere Folgeerkrankungen haben kann. Wenn man selber Vitamin D zuführen möchte ist es sinnvoll in Tablettenform, nicht in anderen Lebensmitteln wie Joghurt, das ist nicht sinnbringend, das sind diese Lifestyle Produkte, die Gefahr ist, dass sich das dann addiert und sie keinen Überblick mehr haben, was jetzt an Vitaminen zugeführt worden ist."

Frisches Obst und Gemüse

Besser ist es, frisches Obst und Gemüse zu essen, aber das sollte man völlig unabhängig von der Jahreszeit tun. Zu Vitamintabletten rät Caroline Peters nur, wenn sie ärztlich indiziert sind. Das gleiche gilt für Lichttherapie mit speziellen Lampen. Peter Scharrenbroich:

"Die sind insgesamt tatsächlich für Menschen geeignet, die nicht gut vor die Tür können. Das sind alte Menschen, die aus irgendwelchen Gründen an die Wohnung gefesselt sind."

Wichtig: Die Lampen müssen für eine Lichttherapie geeignet sein, das Lichtspektrum des Sonnenlichts imitieren und wenigstens 10.000 Lux haben. Allerdings werden sie eher als Stimmungsaufheller eingesetzt - zum Beispiel gegen Depressionen - als gegen Frühjahrsmüdigkeit.

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