Jazz Live 

Nils Wograms Root 70 Rasanz und Innigkeit (2/2)

Vier jüngere Männer sitzen draußen in einer Reihe nebeneinander auf einer niedrigen Betonmauer und schauen in die Kamera. (Ulla C. Binder)

Von der gefühlvoll schwingenden Ballade bis zum mikrotonalen Zickzackrennen reicht das Repertoire von Root 70. Zum 20. Bandjubiläum präsentierte das Spitzen-Quartett eine Werkschau – locker, spielfreudig und virtuos.

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Nils Wograms Root 70Rasanz und Innigkeit (1/2)

Vier jüngere Männer sitzen im Freien vor einer Backstein-Mauer. Drei von ihnen schauen in die Kamera. (Ulla C. Binder)

Vor 20 Jahren gründete Posaunist Nils Wogram die Band Root 70: Ein pianoloses Quartett mit Hang zu vertrackten Rhythmen und Vierteltönen, aber auch tiefer Liebe zur Jazztradition. Diesen Herbst ging das Ausnahmeensemble auf Jubiläumstour - und das sogar vor Publikum!

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Florian Favre TrioPower und Lyrik

Drei Männer stehen in einem Tunnel, einer im Vordergrund und jeweils ein Mann rechts und links davon im Hintergrund. Durch eine lange Reihe gewölbter Fenster fällt Tageslicht. (Nicolas Masson)

Braucht die Welt noch mehr Klaviertrios? Dieses schon: Der Schweizer Florian Favre findet mit seiner Band eine ideale Balance aus kompositorischem Anspruch und gefühlvollem Spiel.

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Band Re:Calamari Elektro-akustische Fusionen (2/2)

Ein junger Mann spielt in blaues Licht gehüllt auf einer Bühne E-Bass und blickt konzentriert auf ein Notenpult. Der Oberkörper ist elastisch zurückgebeugt. (Deutschlandradio/Thomas Loewner)

Bassist Oliver Lutz macht nicht nur brodelnden Jazz, er hat auch ein Faible für Synthesizer, Rock und warme Sounds der späten 70er-Jahre. Dem lässt er in seiner Band Re:Calamari freien Lauf. Das Quartett ist zu einer pulsierenden Einheit zusammengewachsen.

Band Re:Calamari Elektro-akustische Fusionen (1/2)

Auf einer Bühne spielen v.l. ein Keyboarder, Bassist, Drummer und Saxofonist zusammen, im Hintergrund ist ein blau angeleuchteter Vorhang und ein Plakat der Jazzschmiede zu sehen. (Deutschlandradio/Thomas Loewner)

Re:Calamari steht für aufregenden Jazz zwischen Post-Bop und Fusion. Das neue Quartett um den Kölner Bassisten Oliver Lutz setzt auf rockige Grooves, kunstvolle Melodien und dichtes Interplay - brillante Soli inbegriffen.

Chris Potter Circuits TrioZurück zum Groove

Ein Mann sitzt vor weißem Hintergrund auf einen Hocker und hält schmunzelnd ein Saxofon in beiden Händen (Dave Stapleton)

Nach kammermusikalischen Ausflügen ist Star-Saxofonist Chris Potter zum kraftvollen Jazzrock zurückgekehrt: Die elektrische, groovebetonte Musik seines Circuits Trios entfesselt mitreißende Energie - und das sogar ohne Bass!

Cologne DuetsSebastian Sternal & Jonas Burgwinkel

Zwei dunkel gekleidete Männer stehen mit Abstand vor einer weißen Wand, deuten dabei mit ihrer Körperstellung eine sportliche Interaktion an und lachen.  (Deutschlandradio / Odilo Clausnitzer)

Klavier/Schlagzeug-Duos sind im Jazz rar gesät; die Besetzung lädt ein zum Experimentieren. Sebastian Sternal und Jonas Burgwinkel, zwei oft gepriesene Improvisatoren, kennen sich seit vielen Jahren aus zahlreichen Bands. Im Deutschlandfunk spielten sie erstmals zu zweit zusammen - Wagnis geglückt!

Tigran Hamasyan & Mathias Eick Duo Atmosphärische Klanglandschaften

Ein festlich gekleideter Mann spielt in blaues Bühnenlicht gehüllt an einem Keyboard und ist rückseitig zu sehen. (imago stock&people / Ukrafoto)

Pianist Tigran Hamasyan und Trompeter Mathias Eick verbinden in ihrer Duomusik quirlige Improvisation, folkloristische Elemente und elegische Sounds. Beim Rockit Festival in Groningen sind die beiden das erste Mal zusammen aufgetreten - eine perfekte Kombination.

Trio FlySupergroup ohne Egos

Drei Männer stehen lachend nebeneinander vor einem Garagentor. Der rechte und linke tragen jeweils ein blaues Hemd, der mittlere eine große Ballonmütze (Robert Lewis / ECM Records)

Wenn Jazz-Prominenz zusammenkommt, kann das leicht ins Schaulaufen ausarten. Bei Fly dagegen ziehen drei brillante Musiker an einem Strang. Ihre Musik verbindet Komplexität mit Leichtigkeit und Spannung. Damit definierten sie das Genre "Saxofontrio" im Jazz neu.

Cologne DuetsHeidi Bayer & Sebastian Scobel

Ein junger Mann im blauen Shirt und eine junge Frau stehen lächelnd vor einer weißen Wand; über ihnen ein Deutschlandfunk-Schild (Deutschlandradio/Odilo Clausnitzer)

Alles Auftrumpfende ist ihnen fremd: Im Duo der Blechbläserin Heidi Bayer mit dem Pianisten Sebastian Scobel geht es oft lyrisch und innig zu. Der Kammermusiksaal des Deutschlandfunks bot einen idealen Rahmen für ihre stimmungsvollen Dialoge.

Quartett 4 Wheel DriveJazz mit Pop-Appeal

s/w-Bild. Auf einer Ledercouch sitzen vier Männer eng beieinander und lachen in die Kamera. Quer über ihren Beinen liegt eine Posaune. (Daniel Breidt)

Das Band 4 Wheel Drive um den Posaunisten Nils Landgren ist ein Zusammenschluss europäischer Jazz-Prominenz. Ihr Sound: melodiös, eingängig und wenn nötig druckvoll. Beim publikumslosen Jazz Baltica Festival 2020 gelang dem deutsch-schwedischen Quartett ein Konzert mit echten Live-Qualitäten.

Hanna Paulsberg Concept & Magnus BrooJazzbotschaften aus Norwegen

Eine Frau mit bunten Halsschmuck und Saxofon in der Hand steht im Halbschatten (Johannes Selvaag)

Im ländlichen Rygge, nicht weit vom Oslofjord, ist die Norwegerin Hanna Paulsberg aufgewachsen. Mit 16 erst begann sie, begeistert vom coolen Melodiker Stan Getz, Saxofon zu lernen. Aber ihre eigene Musik klingt weder idyllisch noch kühl, sondern mitreißend kraftvoll.

Cologne DuetsShannon Barnett & David Helm

Ein Mann mit Gitarre im Arm schaut auf ein Papier, das eine Frau neben ihm in der Hand hält (Deutschlandradio/Odilo Clausnitzer)

Die Australierin Shannon Barnett gehört an der Posaune zur Weltspitze. Ihren festen Job bei der renommierten WDR Big Band kündigte sie, um eigene Musik zu machen. Im Duo mit dem Bassisten David Helm singt sie auch. Schräg-anrührende Musik zwischen Song und Improvisation: Im DLF gab's die Konzert-Premiere.

Linda May Han Oh QuartettBassistin der Stunde

Eine Kontrabassistin steht hinter ihrem Instrument und ist in buntes Licht gehüllt. (imago images / Chromorange / Stefan Craemer)

Linda May Han Oh ist eine musikalische Kosmopolitin: Geboren in Malaysia als Tochter chinesischer Eltern, aufgewachsen in Australien, ist sie heute als New Yorkerin im Kreis der weltbesten Jazzer angekommen. Und das nicht nur als Begleiterin, sondern mit ihrer eigenen Musik.

Emma-Jean Thackrays Band WalrusTrompete, Tuba und Breakbeats

Eine junge Frau, bis zu den Schultern zu sehen, steht vor einer gekachelten Hauswand. Sie trägt eine runde Hornbrille, die langen, rotblonden Haare wehen in ihr Gesicht. (Matt Benson)

Das Trompete- und Klavierspiel hat sie sich anfangs selbst beigebracht. Später hörte sie sich durch eine bunte Plattensammlung von Free Jazz über Afro Beat bis Hip-Hop. All das bringt sie nun in ihre eigene Musik ein: Emma-Jean Thackray gehört zu den Stars der jungen, brodelnden Jazzszene Londons.

Cologne DuetsLoren Stillman & Pablo Held

Zwei Musiker in Alltagskleidung spielen in einem Saal mit Parkettboden. Der rechte sitzt am schwarzen, aufgeklappten Konzertflügel, der den größten Teil des Bildes einnimmt. Links davon ein Altsaxofonist.  (Deutschlandradio / Odilo Clausnitzer)

Seit einigen Monaten ist der New Yorker Saxofonist Loren Stillman in Köln zu Hause. Mit dem renommierten Pianisten Pablo Held verbindet ihn eine lange Bekanntschaft. Im Deutschlandfunk aber spielten die beiden erstmals im Duo zusammen.

Keno Harriehausen New FriendsMelancholie und Groove

Fünf Musikerinnen und Musiker spielen auf einer in rot ausgeleuchteten Bühne beim Festival Jazzbaltica (SHMf)

Keno Harriehausen gehört zu den Jazz-Entdeckungen des letzten Jahres. 2019 hat der in Hamburg geborene Pianist sein Debüt vorgelegt, mit einer Musik, die gefühlvoll zwischen Jazz und Klassik oszilliert. Bei JazzBaltica trat er mit einem eigens zusammengestellten, zu drei Fünfteln weiblichen All-Star-Ensemble an.

Transsylvanian Folk Songs Bartóks Bauernmusik wird Jazz

Ein Mann mit Bart steht im Dämmerlicht vor einem bunt erleucheten, unscharf zu sehenden Stadtpanorama (Cornel Lazia)

Melancholische Schönheit und eigensinnige Verspieltheit oszillieren in Lucian Bans betörendem Kammer-Jazz. Mit „Transylvanian Folk Songs” unternimmt der gebürtige Rumäne eine eigene Interpretation der originären „Bauernmusik”-Sammlung Béla Bartóks. Die Konzertpremiere in Rumänien geriet zum magischen Ereignis.

Cologne DuetsSebastian Gille & Robert Landfermann

Unter dem Deutschlandfunk Logo stehen sich zwei Männer auf Abstand gegenüber und schauen sich an. (Deutschlandradio / Odilo Clausnitzer)

Nur wenige Töne reichen, um ihn herauszuhören: Saxofonist Sebastian Gille ist einer der großen Individualisten des deutschen Jazz. Robert Landfermann gilt als die Kontrabass-Koryphäe seiner Generation. Im Dlf wurde ihr expressives Duo erstmals aufgenommen.

Nik Bärtsch’s RoninIm Sog des Zen

Vier in schwarz gekleidete Männer stehen versetzt aufgestellt vor einem schwarzem Hintergrund mit strahlenartigem Muster. (Martin Möll)

Der Züricher Pianist Nik Bärtsch liebt die japanische Kultur. Seine Band nennt er Ronin, nach den herrenlos gewordenen Samurai, deren höchstes Gut ihre Freiheit ist. Im Spannungsfeld von Freiheit und Disziplin entfaltet sich auch seine "Ritual Groove Music".

Susan & Martin Weinert mit Leszek MozdzerKlangschönheit und Wärme

Von links nach rechts sind ein Pianist am Flügel, ein Kontrabassist und eine Gitarristin von schräg oben beim Spielen vor Publikum zu sehen. Sie stehen ebenerdig auf Parkettboden. Der Pianist trägt die langen Haare offen und ist barfuß. (Deutschlandradio/Harald Rehmann)

Als virtuose Jazzgitarristin erspielte sich Susan Weinert einen Spitzenplatz in einer männlich dominierten Instrumentalfraktion. Anfang März 2020 starb sie im Alter von erst 54 Jahren. Ihr feinfühliges Konzert im Beethoven-Haus Bonn im Februar 2019 zeigte sie von ihrer kammermusikalischen Seite.

Christian McBride’s New JawnDer Freischwinger

Seitlich rechts vor einem Gitterzaun stehen vier Männer auf dem Bürgersteig. Der zweite und vierte von links schauen in Richtung des Betrachters. Der linke von ihnen trägt Hut, der rechte eine dunkle Sonnenbrille.  Im Hintergrund ist eine Straßenbrücke zu sehen. (Anna Webber)

Es gibt kaum eine Jazz-Größe, mit der Bassist Christian McBride noch nicht gespielt hätte. Auch als Bandleader ist er omnipräsent: mit Big Band, im Trio, Quintett und mit seinem pianolosen Quartett New Jawn. Beim Chicago Jazz Festival 2019 zeigte es sich als Powerhouse-Ensemble.

Carla Bley Trio„Life Goes On"

Eine ältere Frau, scharz gekleidet, sitzt lachend am Klavier. Sie ist halb seitlich zu sehen, im Hintergrund schimmert ein Bühnenaufbau. (imago stock&people / Ivan Prokop)

Carla Bley genießt weltweite Wertschätzung als Grande Dame des Jazzpianos. Die heute 84-jährige Amerikanerin hat als Komponistin und Bandleaderin Musikgeschichte geschrieben. Ihr jüngstes Trioprogramm "Life Goes On" ist Dokument der Lebensfreude nach überstandener Krise.

Jazzfest Berlin Berlin Solos

Ein junger Mann spielt vor einem Flügel stehend auf der Bühne, im Hintergrund ist ein Plakat vom Jazzfest Berlin zu sehen. (Adam Janisch)

Unbegleitete Soloauftritte waren ein Programmschwerpunkt beim Jazzfest Berlin 2019. Der Gitarrist Miles Okazaki interpretierte Thelonious Monk, Pianist Elliot Galvin improvisierte frei und sein Kollege Brian Marsella unternahm eine Tour de Force durch die Klaviertradition des Jazz.

Jazzdor Berlin 2019 NachleseKlangreisen ins Unbekannte

Ein Mann - kahlköpfig und bärtig - sitzt im Bühnenlicht vor einem Mikrofon und spielt gleichzeitig zwei Trompeten. (Deutschlandradio / Karl Lippegaus)

Alljährlich Anfang Juni fand bisher in Berlin das französisch-deutsche Jazzdor Festival statt. Sein Schwerpunkt: zeitgenössische Improvisationsmusik. Mit den fulminanten Newcomer-Bands No Tongues und House Of Echo wurde es auch 2019 seinem Ruf gerecht, Überraschungen und Entdeckungen zu präsentieren.

James Brandon Lewis Unruly QuintetAlarm mit Ansage

Ein Mann in dunklem Shirt mit schwarzer Hornbrille, Kinnbart und Kurzhaarfrisur bläst auf der Bühne Tenorsaxofon. Im Hintergrund rechts ist der Schlagzeuger beim Spielen zu sehen. (Jazzfest Berlin / Philippe Rebosz)

„Aufsässig“, „ungestüm“ lautet die Übersetzung des Adjektivs in James Brandon Lewis' Bandnamen. Der Saxofonist aus New York knüpft mit seinem UnRuly Quintet an die Hoch-Energie-Ästhetik der 60er-Jahre an. Aber seine Musik kennt auch den Groove und Druck von Rock und Free Funk.

Andromeda Mega Express OrchestraPer Anhalter durch die Sound-Galaxis

Ein bunt gemischtes Orchester spielt auf einer Bühne mit blau-animiertem Hintergrund vor Publikum. Die meisten Musiker stehen. Unter den Instrumenten: Harfe, Fagott, Baritonsaxofon, Flöte, Cello und Geigen. (imago stock&people)

„Vollkommen verrückt“ wäre eine nachvollziehbare Beschreibung seiner Musik. Doch die stilistischen Achterbahnfahrten des Andromeda Mega Express Orchestra sind präzise auskomponiert, atemberaubend gespielt und mitreißend wie ein spannendes Science-Fiction-Abenteuer.

Émile Parisien Quartet „Double Screening“

In einem Selfie (Selbstporträt) sind vier eng zusammenstehende Männer zu sehen. Der links im Bild zu sehende Mann hat einen Oberlippenbart, alle anderen Vollbärte. Die drei im Vordergrund tragen Brillen. Der linke hat einen euphorischen Gesichtsausdruck und macht mit der Hand das "O.k." Zeichen (gereckter Daumen)- (Sylvain Gripoix)

Wie kann Musik die Informationsflut des Digitalzeitalters abbilden und doch organisch klingen? Das Émile Parisien Quartet schafft mit seinem atemberaubenden Programm „Double Screening“ einen scheinbar unmöglichen Spagat.

Trio Das KapitalVive La France!

Von links sind auf einer lila eingeleuchteten Konzertbühne ein Tenorsaxofonist, ein Schlagzeuger und ein Gitarrist zu sehen, letzterer spielt auf seinem Instrument mit einem Geigenbogen. Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke verraten Egagement und Erregung. (Maarit Kytöharju)

Sie nennen sich nach dem Hauptwerk von Karl Marx. Sie begannen mit eigenwilligen Eisler-Interpretationen. Heute spielen die drei Wahl-Pariser von Das Kapital auf charmant-schräge Weise Hits aus 430 Jahren französischer Musikgeschichte.

Frederik Köster & Die VerwandlungMusikalische Metamorphosen

Ein Konzertbild in violett-rotem Bühnenlicht. Vier Musiker sind auf der Bühne versammelt, links der Pianist nur rückseitig zu sehen, in der Mitte hinten der Kontrabassist und der Schlagzeuger. Rechts bläst der Trompeter in sein Instrument. (Deutschlandradio / Harald Rehmann)

Es gibt keine Spannung ohne Entspannung“ - nach diesem Grundsatz schafft Die Verwandlung, das Quartett des Trompeters Frederik Köster, seine unverwechselbare Musik. Der Sound: eine zündende Mischung aus Fusion, Jazzballaden, Naturklängen und Elektronik.

Frederik Köster & Die VerwandlungMusikalische Metamorphosen

Ein Konzertbild in violett-roter Bühnenbeleuchtung. Hinter einem Pianisten im Vordergrund ist rechts ein Trompeter zu sehen, links spielt ein Kontrabassist und hinten mittig ein Schlagzeuger. (Deutschlandradio / Harald Rehmann)

Jazz, Rock, Pop; Klassisches, Romantisches und Elektronisches – all diese Einflüsse verbindet der Trompeter Frederik Köster in seiner Musik. In seinen Kompositionen haben einfühlsame Melodien ebenso ihren Platz wie treibende Fusion-Grooves.

Jazzbaltica All Stars & Fette HupeBig Band Power

Eine Big Band ist von schräg oben auf der Bühne des Festivals Jazz Baltica zu sehen. (ZB)

Zwei Großformationen konnten bei JazzBaltica 2019 auftrumpfen: Die jährlich neu zusammen gestellte, rein weibliche All Star Band - diesmal stand sie unter der prominenten Leitung von Julia Hülsmann. Und die mitreißende Big Band Fette Hupe – eine Entdeckung.

Das Klaviertrio EnemyFeindbild Langeweile

Drei Männer stehen vor einer Wand zusammen. Die Wand hat Längsstreifen. Die drei Männer haben Dreitagebärte. Der Mittlere trägt ein Baseballkäppi. Die beiden rechten blicken den Betrachter an. (Dave Stapleton)

Der Pianist Kit Downes ist einer der kreativsten Köpfe der jungen britischen Jazz-Szene. Sein jüngstes Werk: Eine Solo-CD an der Kirchenorgel. Beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt trat er mit dem höchst außergewöhnlichen Klaviertrio Enemy auf.

Trompeter Ambrose AkinmusireHip Hop, Jazz und Streichquartett

Der Musiker Ambrose Akinmusire steht mit weißer Baseball-Kappe und seiner Trompete vor einem Mikrofon, im Hintergrund ein aufgeklappter Konzertflügel. (imago / Votos-Roland Owsnitzki)

„Was ist die unwahrscheinlichste Kombination, die Dir einfällt?“ Diese Frage soll Ambrose Akinmusire zu seinem Projekt „Origami Harvest“ inspiriert haben. Das Ergebnis: ein wilder Ritt durch die Stile und Genres, von Rap bis zu Neuer Musik.

hr-Bigband & Joachim KühnOrnettes Erbe

Der Pianist sitzt bei einem Autritt zurückgelehnt hinter einem Flügel (imago stock&people)

Für seine Zusammenarbeit mit Joachim Kühn schrieb Altsaxofon-Legende Ornette Coleman ein Konvolut von Kompositionen voll funkelnder Schönheit. Der Pianist brachte sie beim Jazzfest Berlin 2019 mit der hr-Bigband orchestral zum Leuchten. Gastsolist: die französische Holzbläser-Legende Michel Portal.

Hammond-Organist Larry GoldingsEin etwas anderes Orgel-Trio

Drei Männer stehen nebeneinander auf einer Straße.  (John Rogers)

Die Hammond-Orgel ist mehr als eine Dampfmaschine. Larry Goldings beweist es seit über 20 Jahren mit seinem feinen Trio. Beim Kölner Klaeng-Festival demonstrierte es eindrucksvoll seine Meisterschaft.

Jacob Anderskov ResonanceIm Echoraum der Fantasie

s/w-Bild; Ein Mann mit Brille und markantem Kinnbart steht vor einem Baum und schaut am Betrachter vorbei leicht nach oben. (Mike Højgaard)

Neue Musik trifft auf Improvisation und Jazz-Grooves: Der dänische Pianist und Komponist Jacob Anderskov bewegt sich mit seinem Ensemble Resonance traumwandlerisch zwischen musikalischen Welten. Beim KLAENG Festival trat die Band erstmals in neuer Besetzung auf.

Kristjan RandaluEntdeckungsreisen am Flügel

S/W Bild. Das Gesicht eines Mannes ist hinter einem Flügel am äußeren linken Rand zu sehen. Der Gesichtsausdruck konzentriert, der Blick gesenkt. (Kristian Kruuser)

Mit "Absence" legte der estnische Pianist Kristjan Randalu eine der schönsten Trio-Produktionen der jüngeren Zeit vor. Beim Konzert im Bonner Beethoven-Haus präsentierte er deren Programm im Alleingang.

Saxofonistin Melissa AldanaPower und Raffinesse

Ein Gitarrist, eine Saxofonistin und ein Kontrabassist geben ein Konzert  (Philippe Rebosz/Jazzfest Berlin)

Die Saxofonistin Melissa Aldana lässt mit Herz, Hirn und Technik die ruhmreiche Tenor-Tradition des Jazz weiterleben. Ein großes Online-Magazin wählte sie zur wichtigsten von zwölf Frauen, die die Zukunft dieser Musik prägen.

Pianist Yaron Herman Mannschafts-Spiel

Der Jazzpianist Yaron Herman steht bei einem Auftritt vor seinem Klavier (picture-alliance / dpa / Sebastien Lapeyrere)

Der israelische Pianist Yaron Herman entdeckte seine Berufung zum Jazzmusiker spät - und durch Zufall. Heute leitet er eines der bemerkenswerten Klaviertrios der internationalen Jazzszene. Musikmachen ist für ihn echte Teamarbeit.

Christian LillingerOpen Form For Society

Ein Mann am Schlagzeug ist hinter seinen Schlagzeug Stöcken halb verdeckt zu sehen (Frank Schindelbeck)

Open Form For Society ist das bislang ambitionierteste Projekt des Schlagzeugers Christian Lillinger. Die CD-Produktion des Nonetts wurde preisgekrönt. Das Jazzfest Berlin bot eine der raren Gelegenheiten, die brillante Band live zu erleben.

Trio RymdenRaum und Rhythmus

Der norwegische Jazzmusiker Jens Christian Bugge Wesseltoft spielt auf dem Jazzbaltica Festival 2019 (ZB)

Der Pianist Bugge Wesseltoft kommt aus Norwegen, seine Bandkollegen Dan Berglund und Magnus Öström sind Schweden. Als ob sie das Stereotyp von den weiten Klangräumen des nordischen Jazz bestätigen wollen, nennen sie sich Rymden, auf deutsch: Raum. Aber ihre Musik geht weit über solche Klischees hinaus.

Arne Jansen Trio und Orchestra Baobab Brodelnde Fusion

Arne Jansen sitzt lächelnd in einem Strandkorb, um seinen Hals hängt ein Jazzbaltica Festivalpass (Deutschlandradio / Jan Tengeler)

Das Orchestra Baobab gilt als "Buena Vista Social Club des Senegal". Es ist eine der ältesten und bekanntesten Gruppen Westafrikas. Gemeinsam mit dem Jazz-Trio des Gitarristen Arne Jansen entfachen die Veteranen ein musikalisches Feuerwerk.

Michael Wollny TrioMusikalische Achterbahnfahrten

Michael Wollny ist vor dunklem Hintergrund zu sehen und schaut lächelnd zur Seite (imago)

Kaum ein deutscher Jazz-Pianist sorgt derzeit im In- und Ausland für so viel Aufhorchen wie Michael Wollny. Seine Auftritte sind regelmäßig außergewöhnliche Ereignisse. Seine Premiere bei den Gezeitenkonzerten im ostfriesischen Leer sorgte für Begeisterung.

Jazzbaltica 2019Mare Nostrum

Die drei Musiker stehen auf einer Brücke vor einem Gewässer (ACT/Steven Haberland)

"Mare Nostrum" nannten die Römer einst das Mittelmeer. Der Name des pan-europäischen Trios verweist auf die Grundhaltung der drei Musiker aus Italien, Frankreich und Schweden: eine gleichsam südländische, heiter-melancholische Gelassenheit.

Pianist Shai MaestroEin Raum voller Träume

Ein Mann mit Brille sitzt an einem Flügel (Deutschlandradio/Karl Lippegaus)

Der 32-jährige Shai Maestro ist ein leuchtender Stern am Jazz-Pianohimmel. Ein Musikstipendium in den USA hatte er einst abgelehnt, um noch als Teenager Sideman des Bassisten Avishai Cohen zu werden. Seit fast zehn Jahren nun sorgt er mit seinem eigenen Trio für Begeisterung.

JazzBaltica 2019Lisbeth Quartett

Die Musiker des Lisbeth Quartetts stehen vor dunklem Hintergrund zusammen (Annika Nagel)

2007 ließ sie bei der Bundesbegegnung Jugend jazzt aufhorchen, heute ist Charlotte Greve eine der ausdrucksstärksten Saxofonistinnen im Lande. Ihr Lisbeth Quartett sorgte für einen Höhepunkt des letztjährigen JazzBaltica Festivals.

Jazz Live Extra Das Beste aus 2019

Der Kontrabassist Petros Klampanis ist auf der Bühne der Münchner Unterfahrt zu sehen (Deutschlandradio/Harald Rehmann)

Regelmäßig schneidet der Deutschlandfunk ausgewählte Konzerte, Clubgastspiele und Festivalauftritte hörenswerter Musikerinnen und Musiker mit. Die Sendung präsentiert eine Auslese herausragender Aufnahmen des Jahres 2019.

Mein BeethovenDieter Ilg Trio

Ein Mann spielt Kontrabass vor schwarzem Hintergrund (imago stock&people)

Das Trio des Bassisten Dieter Ilg ist für seine unkonventionellen Klassik-Adaptionen bekannt. Dabei scheut es nicht die Auseinandersetzung mit kompositorischen Schwergewichten. Neben Verdi, Wagner und Bach widmeten sich die Drei auch Ludwig van Beethoven.

Inntöne Festival 2019Blues, Bebop, Freiheit!

Ray Anderson steht lachend mit seiner Posaune auf einer Konzert-Bühne (imago stock&people)

In diesem Quartett sprühen die Funken: Drei Europäer und ein Amerikaner, die sich in der Avantgarde und in der Tradition gleichermaßen wohlfühlen, treffen höchst spielfreudig aufeinander. Sie teilen einen Sinn für geistreichen Witz.

Jazzfest Bonn 2019Eric Schaefer Quartett: Kyoto, mon amour

Das Eric Schaefer Quartett "Kyoto, mon Amour" begrüßt das Publikum beim Konzert auf der Bühne (Nathan Dreessen/Jazzfest Bonn)

Viele kennen Eric Schaefer als inspirierten Schlagzeuger im Trio des Pianisten Michael Wollny. Seine Kompositionskunst und die musikalischen Konzeptarbeiten, die daraus resultieren, sind mindestens ebenso faszinierend wie sein Trommelspiel.

Musikfest Bremen 2018Richard Bona Group

Der Bassist und Sänger Richard Bona ist bei einem Auftitt zu sehen. (imago stock&people)

Seine Musik vereint Jazz-Funk mit den Melodien und Rhythmen Westafrikas. Berühmt für seine atemberaubende Virtuosität auf dem E-Bass, ist Richard Bona aber auch ein begnadeter Sänger - und ein mitreißender Entertainer, wie er beim Musikfest Bremen bewies.

Piano SoloDominik Wania

Der Pianist steht aufgestützt hinter seinem offenen Flügel (Karl Lippegaus)

In Polen vielbeachtet, in Deutschland noch ein Geheimtipp: Der Pianist Dominik Wania ist eines der aufregenden Talente im europäischen Gegenwartsjazz. Sein Spiel deckt die ganze Bandbreite von stillem Dahinfließen bis zum Freudentanz ab.

Jazzfest Bonn 2019Florian Weber Quartett

Der Pianist Florian Weber sitzt am Flügel und hält ein Mikrofon in der Hand (Jazzfest Bonn/Heike Fischer)

Diese Band kann nicht funktionieren! Das bekam Florian Weber von Kollegen zu hören, als er von seinem neuen Projekt erzählte: mit einer Rhythmusgruppe aus der bodenständigen Bassistin Linda May Han Oh und dem fantasiesprühenden Drummer Nasheet Waits. Doch die Unkenrufer hatten sich gründlich geirrt.

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