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JemenFriedensforscher bewertet Gespräche zurückhaltend

Jochen Hippler, Politologe und Friedensforscher an der Universität Duisburg (Imago / Metodi Popow)
Jochen Hippler, Politologe und Friedensforscher an der Universität Duisburg (Imago / Metodi Popow)

Der Friedensforscher Hippler warnt vor zu großen Erwartungen bei den Friedensgesprächen zum Jemen.

Der Duisburger Politologe sagte im Deutschlandfunk, es sei ein Erfolg, dass die gestern begonnenen Gespräche der Bürgerkriegsparteien überhaupt stattfänden. Auch der angekündigte Gefangenenaustausch sei positiv zu bewerten. Doch sei der Konflikt vermutlich noch nicht reif genug, um zum Frieden zu kommen, denn Zerstörung und Verletzungen seien noch zu groß. Um den Konflikt zumindest etwas zu entschärfen, sei Druck von außen erforderlich - von den USA, aber auch aus Europa.

Der Konflikt im Jemen sei sehr kompliziert, betonte Hippler. Denn auch vor dem Krieg habe es im Jemen keine normalen Staatsstrukturen gegeben. Das Land sei in Nord und Süd gespalten; außerdem gebe es neben den pro-iranischen Huthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien gestützten Regierung noch viele weitere Volksgruppen. - Auf Einladung der UNO haben gestern in Schweden indirekte Gespräche einer Delegation der Regierung mit den Huthi-Rebellen begonnen.