Donnerstag, 15.11.2018
 
Seit 05:30 Uhr Nachrichten
StartseiteNachrichten vertieftUNO-Sondergesandter tritt zurück16.04.2015

JemenUNO-Sondergesandter tritt zurück

Fast vier Jahre lang war Jamal Benomar Sondergesandter der Vereinten Nationen für den Jemen. Nun hat der Diplomat sein Amt niedergelegt. Ein Vermittlungsversuch zu Beginn des zuletzt eskalierten Jemen-Konflikts war ohne Erfolg geblieben.

Am 22. März informierte Jamal Benomar den UNO-Sicherheitsrat über die Lage im Jemen. (picture alliance/dpa/Jason Szenes)
Am 22. März informierte Jamal Benomar den UNO-Sicherheitsrat über die Lage im Jemen. (picture alliance/dpa/Jason Szenes)
Weiterführende Information

Der Konflikt im Jemen - Ein Machtkampf droht zum Religionskrieg zu werden
(Deutschlandfunk, Eine Welt, 11.04.2015)

Lage im Jemen - "Kinder spielen während Bombardements Fußball"
(Deutschlandfunk, Interview, 08.04.2015)

Jemen - Zivilisten zwischen den Fronten
(Deutschlandfunk, Aktuell, 07.04.2015)

Benomar habe sein Interesse an einer neuen Aufgabe bekundet, teilte ein UNO-Sprecher mit. Ein Nachfolger solle "zu gegebener Zeit" benannt werden. Zuvor hatte bereits die "New York Times" über den Rücktritt berichtet. Benomar ziehe demnach die Konsequenzen daraus, dass er den Rückhalt der arabischen Golfstaaten verloren habe. 

Der 58-jährige Marokkaner war seit August 2012 Jemen-Gesandter. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon dankte ihm für seinen Einsatz.

Der Gesandte hatte sich seit dem Umbruch in der arabischen Welt darum bemüht, die rivalisierenden politischen Akteure im Jemen an einen Tisch zu bekommen. Zuletzt hatten die Beteiligten dem Zeitungsbericht zufolge die Arbeit von Benomar kritisiert. 

Erfolgloser Vermittlungsversuch

In dem arabischen Land, das als ärmstes in der Region gilt, kämpfen Huthi-Rebellen aus dem Norden des Landes gegen sunnitische Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen. Der floh im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die Hafenstadt Aden. Als die Rebellen Mitte März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat um militärische Hilfe.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz fliegt seit Wochen Luftangriffe gegen schiitische Huthi-Miliz.

(bor/lkr)

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk