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StartseiteAus Religion und GesellschaftDas Evangelium nach Amos11.04.2018

Jesus und Judas im Werk von Amos OzDas Evangelium nach Amos

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist fasziniert von Jesus - vom Juden Jesus wohlgemerkt. Nicht einverstanden ist Oz allerdings mit der Deutung, Judas sei ein Verräter. Deswegen legt er jetzt eine Alternativgeschichte vor, die beantworten soll, was wirklich zwischen Jesus und Judas vorging.

Von Andreas Main

Der Schriftsteller Amos Oz (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)
Der Schriftsteller Amos Oz (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)
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"Ladies and Gentleman! Friends! Good afternoon. Shalom from Jerusalem to each and everyone of you."                                                                

Amos Oz begrüßt seine Zuhörer in Berlin. Er wird weltweit gelesen. Das Werk des israelischen Schriftstellers wurde in rund 40 Sprachen übersetzt. Amos Oz, Jahrgang 1939, ist bekannt auch für sein politisches Engagement: Er hat sich viele Jahre für die Friedensbewegung "Peace Now" eingesetzt. Er schreibt auch immer wieder über Religionsthemen. Etwa in seinem Roman "Judas":

"Und ich sage Ihnen, Shmuel, dass der Streit zwischen uns und den Arabern nichts anders ist als ein kleine Episode in der Geschichte, eine kurze, vorübergehende Episode. In fünfzig oder hundert oder zweihundert Jahren wird sich keiner mehr daran erinnern, während das, was wir mit den Christen haben, etwas Tiefes und Dunkles ist, und es wird noch hundert Generationen andauern. Solange bei ihnen jedem Säugling mit der Muttermilch beigebracht wird, dass auf der Welt noch Menschen herumlaufen, die Gott getötet haben, oder die Nachfahren dieser Menschen, die Gott getötet haben, so lange werden wir keine Ruhe haben."

"Jesus war einer von uns"

Wenn Amos Oz sich zunehmend auch zu christlichem Antijudaismus oder zu Jesus äußert, tritt er damit in die Fußstapfen seines Großonkels. Joseph Klausner schrieb vor rund 100 Jahren das Buch "Jesus von Nazareth". Es war ausgesprochen umstritten und wurde aufs Heftigste angegriffen - gleichermaßen von konservativen Juden wie von konservativen Christen. Klausner habe das erheitert, erinnert sich Amos Oz.

"And Uncle Joseph smiled under his moustache and he said: If Jews and Christians are equally unhappy maybe I did something right."

Wenn mich beide Seiten kritisieren, dann habe ich wohl was richtig gemacht, so der Kommentar des Gelehrten und Religionshistorikers, der sich mit 25.000 Büchern umgab. Die Bibliothek des Großonkels faszinierte den kleinen Amos:

"As a little boy I studied in a very conservative religious orthodox jewish school in Jerusalem and they taught us boys each time we passed by a church in Jerusalem or by a crucifix to avert our eyes to look the other way ... And I’ll never forget his sweet smile as he explained it to me in very simple terms. Jesus was never properly baptized by a priest in a church, never, not once in his life, said Uncle Joseph, not once in his life he went to a confession. He never crossed himself, not once, he had no reason to. What kind of Christian was he? Moreover, he never, never celebrated Christmas. How could he be a Christian?"

"Als kleiner Junge besuchte ich eine äußerst traditionelle orthodoxe jüdische Schule in Jerusalem. Wir wurden angewiesen, jedes Mal, wenn wir an einer Kirche oder einem Kreuz vorübergingen, unsere Augen abzuwenden und in die entgegengesetzte Richtung zu schauen. Als Begründung hieß es: 'Wir Juden haben seit Jahrhunderten, ja seit Jahrtausenden, wegen dieses Menschen gelitten.' Onkel Joseph aber sagte, das dürfe ich niemals tun: 'Wann immer du eine Kirche oder ein Kreuz siehst, sieh ganz genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer großen Lehrer, einer unserer bedeutendsten Moralisten, einer unserer größten Visionäre.'

Ich war schockiert.

Das, was sie mich in der Schule lehrten, stand in radikalem Widerspruch zu dem, was Onkel Joseph mir in unseren Gesprächen sagte. Wie konnte das sein? Ich fragte Onkel Joseph: 'Jesus soll kein Christ sein? Aber hat er denn nicht das Christentum begründet?' Und ich werde nie sein nachsichtiges Lächeln vergessen, wenn er mir mit einfachen Worten seine Auffassung erklärte: 'Jesus wurde schließlich nicht von einem Priester in einer Kirche getauft, oder? Niemals, sein ganzes Leben nicht', so Onkel Joseph, 'ist er zur Beichte gegangen. Er hat sich nie bekreuzigt, nicht ein einziges Mal; es gab nie einen Grund dafür. Was für ein Christ soll er also gewesen sein? Außerdem hat er nie Weihnachten gefeiert – kann er da Christ gewesen sein?'"

"Im Großen und Ganzen jedenfalls verliebte ich mich in Jesus"

Diesen Vortrag hat Amos Oz am 25. Mai 2017 gehalten: beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Vor rund 500 elektrisierten und amüsierten Zuhörern. Einer von ihnen: Rabbiner Walter Homolka, Universitätsprofessor und Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs. Er beschloss, dass aus diesem Vortrag über Jesus und Judas ein Buch werden muss. Anfang 2018 ist es erschienen. Der Titel: "Jesus und Judas. Ein Zwischenruf". Mit einem Nachwort von Homolka.

Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham Geiger Kollegs, spricht am 01.12.2016 bei der Rabbinerordinationsfeier in der Synagoge der Liberalen Juüdischen Gemeinde in Hannover.  (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)Der Potsdamer Rabbiner Walter Homolka (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Dieses Buch ist ein Stück erzählte Religionsgeschichte, durchaus biographisch und durchaus humorvoll.

"For several evenings I went to the library to read the gospels. The other boys were playing basketball, chasing girls. I was hopeless in both. So I found comfort in Jesus. I read the gospels, I fell in love with Jesus, his poetry, his vision, his tenderness. I did not agree with him on anything. But this is only natural. You will never find two Jews agreeing with one another on anything. But on the whole I fell in love with Jesus.

"Ich ging abends oft in die Bibliothek und las die Evangelien. Die anderen Jungen spielten Basketball oder stellten den Mädchen nach. Ich war in beidem ein hoffnungsloser Fall – ich fand Trost bei Jesus. Ich las also die Evangelien – und verliebte mich in Jesus, in seine Vision, seine Zärtlichkeit, seinen herrlichen Sinn für Humor, seine Direktheit, in die Tatsache, dass seine Lehren so voller Überraschungen stecken und so voller Poesie sind. Ich war in keinem Punkt mit ihm einig, doch das ist nun einmal unser Wesen: Sie werden niemals zwei Juden finden, die sich in irgendeiner Sache einig sind. Im Großen und Ganzen jedenfalls verliebte ich mich in Jesus."

"Aus kriminalistischer Sicht ergibt die Judas-Story keinen Sinn"

Dann las der junge Amos Oz weiter und weiter - und kam an jene Stelle, in der Judas Jesus verrät – mit einem Kuss. Er dachte nach und fand die Geschichte nicht plausibel. Mehr noch: Er war verärgert. Der kleine Detektiv in ihm rebellierte und sagte sich: Aus rein kriminalistischer Sicht ergibt die Story einfach keinen Sinn.

"I was very angry because the little detective in me rebelled against the story. From a purely detective point of view it made no sense whatsoever."  

30 Silberlinge? Was will Judas damit? Er war ein reicher Mann. Warum soll er für 30 Silberlinge seinen Rabbi, seinen Gott verkaufen? Aber vor allem: Warum sollte jemand diesem Judas 30 Silberlinge dafür bezahlen, Jesus zu verraten?

"The whole of Jerusalem knew Jesus. Why pay Judas to kiss him in order to make the arrest possible? Jesus didn’t try to run away. He didn’t shave his beard. He didn’t wear a sombrero to conceal his identity. And when they came to him he didn’t try to say: ‚No, no, I’m not Jesus. I’m Donald Trump. All that negative attributes were attached to this poor Judas."

"Die Leute in Jerusalem kannten Jesus. Um ihn festzunehmen, brauchten sie nicht Judas zu bezahlen. Jesus versuchte ja gar nicht wegzulaufen. Er hat sich nicht den Bart abrasiert. Er trug keinen Sombrero, um sich unkenntlich zu machen. Und als sie ihn holen kamen, machte er keine Ausflüchte und sagte nicht: Ich bin nicht Jesus, ich bin Donald Trump. Warum für einen Kuss bezahlen, mit dem ein Mann verraten werden sollte, der gleichsam zur besten Sendezeit im Fernsehen auftrat – oder dem Äquivalent zum Fernsehen in der damaligen Zeit?

In meinen Augen ergab das einfach keinen Sinn. Außerdem merkte ich sehr schnell, dass diesem Bericht nicht zu trauen war. Es war einfach eine jämmerlich schlecht geschriebene Story à la Hollywood mit einem typischen Schurken aus einem drittklassigen Hollywoodschinken: hässlich, unsympathisch, gierig, verräterisch, betrügerisch – all diese negativen Attribute wurden dem armen Judas angehängt."

Und an diesem Punkt wird Amos Oz in seinem Vortrag ernst. Er fragt sich: Warum haben die Autoren der Evangelien nicht gründlich recherchiert? Warum haben die Herausgeber diese Geschichte nicht ordentlich redigiert oder ganz rausgestrichen? Ohne den vermeintlichen Verrat des Judas, meint Oz, wären die Geschichten rund um Jesus genauso überzeugend.

"Die Judas-Geschichte ist eine hässliche Geschichte, alles andere als harmlos. In meinen Augen hat keine andere jemals von Menschen erzählte Geschichte ein solches Ausmaß an Hass, Verfolgung und Mord entfesselt wie diese Geschichte über den Verrat, über die dreißig Silberlinge, über den Kuss."

"Ich bin also der Sohn von Judas und der Vater von Judas"

In der Geschichte westlichen Denkens wird Judas so zum Verräter schlechthin:                             

"In jedem europäischen Wörterbuch bedeutet das Wort 'Judas' schlicht und einfach 'Verräter'. Wenn man unter 'Judas' nachschlägt,  findet man in jeder europäischen, in jeder christlichen Sprache den Begriff  'Verräter'. Das ist nicht gut: Wie soll ein deutsch sprechendes kleines Mädchen oder ein deutsch sprechender kleiner Junge, die die Geschichte zum ersten Mal hören, zwischen 'Judas' und 'Jude' unterscheiden? Oder im Spanischen zwischen Judas und Judíos? Die starke Ähnlichkeit zwischen den beiden Wörtern lädt geradezu zu hasserfüllten Verallgemeinerungen ein. Wer einen anderen 'Judas' nennt, spuckt ihm damit ins Gesicht. Ein Fußballspieler, der seine Mannschaft verlässt und in ein gegnerisches Team wechselt, wird von den Fußballfans als 'Judas' bezeichnet: Er ist ein Judas; er hat uns im Stich gelassen; er ist zum Gegner übergelaufen.

'Judas' bedeutet also Verräter – und an dieser Stelle scheint mir ein offenes persönliches Wort angebracht: Der Vorname meines Vaters war Jehuda, Judas. Der mittlere Name meines Sohnes ist – nach meinem Vater – Judas. Ich bin also der Sohn von Judas und der Vater von Judas. Dieser Name – will heißen die Konnotationen dieses Namens – sind also zutiefst bedeutsam und zutiefst schmerzlich für mich.

In meinen Augen ist die Geschichte von Judas in den Evangelien gleichsam das Tschernobyl des christlichen Antisemitismus der vergangenen zweitausend Jahre. Diese Geschichte verseucht das Verhältnis zwischen Juden und Christen seit Jahrtausenden, indem sie die Juden zu Opfern und die Christen zu Tätern macht. In neuerer Zeit führt sogar der islamische Antisemitismus die Judas-Geschichte als Argument gegen die Juden ins Feld. Alle Juden sind Judas: Verräter, Gottesmörder, habgierige Betrüger."

Verdrehung der Realität

Und deshalb braucht es, so Amos Oz, eine "andere Erzählung". Und es ist kein Zufall, dass er seinem 2014 erschienenen Judas-Roman auf Hebräisch diesen Titel gegeben hat: "Die Botschaft nach Juda". Diesen Titel kommentiert Edna Brocke so:

"'Habesora al pi Jehuda', die 'Botschaft nach Juda' soll ja klingen wie ein Evangelium. Er  will den Judas darstellen als jemand, der dem Jesus durch den Kuss eigentlich verhelfen wollte, dass er als Messias innerjüdisch erkannt wird. Das ist sozusagen eine Verdrehung der Realität. Das ist ein netter Versuch, die Dinge anders zu sehen."

Edna Brocke ist Judaistin und langjährige Leiterin der Begegnungsstätte "Alte Synagoge Essen".

"Ich würde Amos Oz dort verorten, wo sehr viele Juden, israelische Juden oder andere Juden, sich bemühen, aus den ausgefahrenen Pfaden auszubrechen und neue Interpretationen versuchen oder wiederbeleben oder wagen oder wie auch immer."                                                                                 

"Judas hat an Jesus geglaubt - von ganzem Herzen"

Doch Amos Oz' Romanfigur, ein junger Religionswissenschaftler, geht weiter. Er sagt: Judas habe an Jesus geglaubt - und zwar von ganzem Herzen. Es sei Judas gewesen, der ihn ermutigt habe, an einem hohen Festtag volles Risiko zu gehen – ja, letztlich jenen Weg zu beschreiten, der ans Kreuz führt. Demnach redet Judas auf Jesus ein, wie ein persönlicher Referent oder ein PR-Berater, der das Optimum aus Jesus rausholen will:

"Zögere nicht, glaub an dich. Hast du denn nicht Tote auferweckt? Bist du nicht übers Wasser gewandelt? Hast du nicht Wasser in Wein verwandelt? Du wirst es ihnen zeigen. Hast du nicht Sterbende gesund gemacht? Du wirst vom Kreuz steigen und die Welt wird gerettet werden. Das wird das ultimative Wunder sein; danach wird die Welt keine Wunder mehr brauchen: Die Menschen werden einander lieben und das Himmelreich wird beginnen."

Judas tut alles, damit diese Vision Realität wird. Das ist aber gar nicht so leicht. Zunächst muss er in Jerusalem all jene Verantwortlichen, die nur allzu vertraut sind mit radikalen jüdischen Predigern, von der Gefahr überzeugen, die von diesem Jesus ausgehe. Der sei anders als die normalen jüdischen Spinner, die in großer Zahl durch Jerusalem laufen. Er könne der Priesterkaste und der römischen Regierung gefährlich werden. Das verfängt. Judas ist überzeugend. Jesus wird gekreuzigt. Doch es läuft anders, als von Judas erwartet: Jesus überlebt die Kreuzigung nicht. Es geschieht kein ultimatives Wunder, das alle Welt von diesem Jesus überzeugt. Er wird nicht vom Kreuz befreit. Jesus stirbt.

Jesus am Kreuz in einer katholischen Kirche in Hildesheim (11. März 2017). (epd Pool)Jesus am Kreuz in einer katholischen Kirche in Hildesheim. (epd Pool)

"Er stirbt am Kreuz, und Judas erkennt, dass man ihn eines schrecklichen Vergehens anklagt: Er hat seinen Herrn getötet. Er hat seinen Lehrer getötet. Er hat seinen Rabbi getötet. Er hat seinen besseren Bruder getötet. Er hat das Licht seines Lebens getötet. Er hat seinen Gott getötet. Er hat den Menschen getötet, den er auf Erden am meisten geliebt hat. Er hat einen Menschen getötet, den er mehr geliebt hat als seine Mutter und seinen Vater, und er hat ihn getötet, indem er zu viel von ihm verlangt hat, indem er die sofortige Erlösung verlangt hat, indem er das Kommen des Himmelreichs am nächsten Tag, in der nächsten Stunde, im nächsten Augenblick verlangt hat. Und da geht er hin und erhängt sich."

Nicht in die Erlösungs-Falle tappen

Das ist Fiktion. Ein Roman. Nicht mehr und nicht weniger. Amos Oz sagt immer wieder: Er kenne die Wahrheit nicht, er sei nicht dabei gewesen. Aber, fügt er hinzu, die Geschichte von Judas Iskariot sei für alle relevant, sie könne etwas in uns zum Klingen bringen. Denn in gewisser Weise steckt in uns allen ein Judas, zumindest ansatzweise: ein Fanatiker, der sofort eine Lösung erzwingen will - oder gar die Erlösung.

"Er konnte nicht warten. Ein Kompromiss kam für ihn nicht in Frage. Er wollte alles, aber sofort: nichts weniger als die universale, endgültige, vollständige, schlechthinnige Erlösung. Und damit hat er zu viel verlangt."

In die Erlösungs-Falle möchte Amos Oz nicht tappen - auch nicht in seinem 330 Seiten starken Roman, in dem es nicht nur um Judas, sondern um eine Frau, einen alten sowie einen jungen Mann geht, um drei Menschen, die einen Winter lang mehr oder weniger isoliert zusammen leben und - über Generationen und Weltanschauungen hinweg - ansatzweise zueinander finden.

"But it is, yes it is, about the power of love. And it is, yes, it is in some way the lesson of Jesus and the lesson of judaism: the power of love, the ability of love to overcome the gaps, the differences, the contradictions, the animosities."

"Ja, es geht um die Macht der Liebe. Und das ist tatsächlich in gewisser Weise die Lehre Jesu, die Lehre des Judentums: die Macht der Liebe, die Fähigkeit der Liebe, die Differenzen, die Unterschiede, die Gegensätze, die Animositäten, den Antagonismus zu überwinden."

Amos Oz gelingt es, seine eigene Religion und Kultur und Denkweise im Spiegel der Anderen zu sehen. Und er hält auch dem Publikum den Spiegel vor - in der Hoffnung, dass sich neue Perspektiven eröffnen.

So könnten Christen und Juden gemeinsam schmunzeln über die Idee, die Alternativ-Geschichte des Amos Oz zu einem kanonischen biblischen Buch zu erklären. Aus christlicher Sicht als fünftes Evangelium? Also eine frohe Botschaft wie die vier frohen Botschaften davor? Erst das Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas und nach Johannes. Und nun das Evangelium nach Amos!

Amos Oz: Jesus und Judas. Ein Zwischenruf, Patmos-Verlag, 96 Seiten, 12 €

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