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Jom KippurRabbiner schließt Mikwen für Frauen - Gefahr der Ausschweifung

Blick auf den Tempelberg mit Felsendom in Jerusalem (picture alliance / Bildagentur-online / Schöning)
Oberrabiner ordnet Schließung von Mikwen für Frauen an. (picture alliance / Bildagentur-online / Schöning)

Jerusalems Oberrabbiner Schlomo Amar hat angeordnet, dass alle Ritualbäder für Frauen zum Versöhnungstag Jom Kippur schließen müssen.

Wie israelische Medien berichten, begründete er seine Anordnung mit "furchtbarer Promiskuität". Dinge, über die man sich im Privaten und im Allerheiligsten schäme müsse, seien zu einem Symbol für Freiheit und Fortschritt geworden, wird der Oberrabbiner zitiert. Mikwen für Männer dürfen dagegen geöffnet sein.

Das "Informationszentrum für Jüdisches Leben" kritisierte Amars Entscheidung als diskriminierend. Frauen an der Erfüllung jahrhundertealter Bräuche ihrer Gemeinschaften und Familien zu hindern, verletze in ernsthafter Weise die Religionsfreiheit. Die Organisation forderte das Ministerium für religiöse Angelegenheiten auf, die Ritualbäder für Frauen unverzüglich wieder zu öffnen.

Mit Sonnenuntergang beginnt heute der höchste jüdische Feiertag, der Versöhnungstag Jom Kippur. Traditionell besuchen viele gläubige Jüdinnen und Juden vor Beginn des Feiertags eine Mikwe.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.