Dienstag, 10.12.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteInformation und MusikDie Frau, der Hitler das rosa Kaninchen stahl31.10.2017

Judith KerrDie Frau, der Hitler das rosa Kaninchen stahl

Die Illustratorin Judith Kerr ist eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen weltweit. Berühmt wurde sie mit ihren Kindheitserinnerungen "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", in denen sie von Verfolgung, Flucht und Exil erzählt. Michael Köhler hat die 93-Jährige in ihrer Wahlheimat London besucht.

Judith Kerr im Gespräch mit Michael Köhler

Die Schriftstellerin Judith Kerr wird am 17.05.2013 im Roten Rathaus ihrer ehemaligen Heimatstadt Berlin empfangen. (picture-alliance / dpa / Ole Spata)
Die Schriftstellerin Judith Kerr (picture-alliance / dpa / Ole Spata)

Sie ist über 90 Jahre alt und wird immer noch nach ihrer Kindheit gefragt: Judith Kerr wurde 1923 in Berlin als Tochter des Schriftstellers Alfred Kerr und seiner Frau Julia geboren. Die Familie lebte in einer Villa im Grunewald. Trotz der politischen Veränderungen war es für Judith eine unbeschwerte Zeit. Doch diese Berliner Welt versank auf einen Schlag, als sie neun Jahre alt war und Deutschland verlassen musste.

"Mein Vater ist erst alleine geflohen. Ein Fremder, der bei der Polizei war, hat ihn angerufen, und gesagt: Nehmen sie den nächsten Zug, sie müssen raus. Und das hat mein Vater getan, obgleich er Grippe hatte. Ich denke immer an diesen Menschen, ich weiß nicht, wer er war und mein Vater wusste es auch nicht. Und da ist er sofort aufgestanden aus dem Bett und hat den ersten Zug nach Prag genommen. Es ist alles so schnell gegangen", erinnert sich Judith Kerr.

In unserer Multimedia-Reportage erinnert sich die 93-Jährige an ihre Flucht nach England, wo sie bis heute lebt. Sie erzählt von ihrer Kindheit, blickt auf ihr bewegtes Leben als Kinderbuchautorin und -illustratorin zurück und sagt: "Ich hätte nie solche Bücher geschrieben, wenn wir nicht Flüchtlinge gewesen wären. Ich wollte das für meine Kinder schreiben, wie das damals war. Und auch an meine Eltern zu erinnern."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk