Freitag, 02. Dezember 2022

Wirtschaft
Jürgen Dusel mahnt im DLF Reformen bei den Behinderten-Werkstätten an

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Dusel, hat sich für die Beibehaltung des Werkstattsystems in Deutschland ausgesprochen.

24.11.2022

    Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, sitzt in seinem Büro am Computer. Mit dem ZoomText Programm auf seinem Bildschirm kann er den Text lesen.
    Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung (dpa-Bildfunk / Nina Hansch)
    Zugleich mahnte er die "Ampel"-Koalition, die speziellen Einrichtungen, in den Menschen mit Behinderungen überwiegend beschäftigt werden, zu reformieren. Die Entlohnung dort sei nicht wertschätzend, sagte Dusel im Deutschlandfunk. Die Bundesregierung müsse das Thema im nächsten Jahr angehen. Grundsätzlich würde nichts dagegen sprechen, den Mindestlohn einzuführen, sofern die Rentenanwartschaften, die derzeit bestünden und sehr gut seien, beibehalten würden. Diese dürften nicht auf dem Altar des Mindestlohns geopfert werden. Dann würde man den Leuten Steine statt Brot geben. Die Grünen-Europa-Parlamentarierin Langensiepen, die als Frau mit einer Körperbehinderung eigene Erfahrungen mit den Werkstätten gemacht hat, sprach jüngst im Deutschlandfunk Kultur von dem "bestausgeweiteten Billiglohn-Modell" in der ganzen EU. Sie setzt sich seit Langem für eine Überwindung des Werkstattsystems sein.
    Diese Nachricht wurde am 24.11.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.