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StartseiteVerbrauchertippFein, feiner, am feinsten 25.11.2019

Kaffeemühlen im TestFein, feiner, am feinsten

Kaffee verfügt über rund 800 Aromen - etwa doppelt so viel wie Wein. Wird die Bohne zu Pulver vermahlen, verfliegt das Aroma allerdings in recht kurzer Zeit. Viele Liebhaber mahlen ihren Kaffee daher frisch - mit elektrischen Kaffeemühlen. Doch welche eignet sich am besten für den optimalen Kaffeegenuss?

Von Dieter Nürnberger

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Espressopulver wird in einen Siebträger gemahlen  (imago images / imagebroker)
Für die Kaffeezubereitung mit der Siebträgermaschine empfiehlt sich frisch gemahlenes Kaffeepulver (imago images / imagebroker)
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Das Geräusch einer elektrischen Kaffeemühle allein kann sicherlich den einen oder anderen schon wachmachen, doch für wahre Kaffeeliebhaber dürfte es wie Musik in den Ohren klingen. Denn nur frisch gemahlener Kaffee kann beim Geschmack so richtig punkten, sagen nicht nur professionelle Kaffeeverkoster.

Auch Warentester Ralf Gaida betont die Unterschiede beim Brühen eines Kaffees: "Die Aromen, die in der Bohne stecken, werden beim Mahlen frei. Und wenn Sie fertiggemahlenen Kaffee kaufen, können Sie davon ausgehen, dass davon schon sehr viel flüchtig ist. Also frisch gemahlener Kaffee - da hat man schon mehr Aromen in der Tasse."

Mahlwerk oder Schlagmesser

15 elektrische Kaffeemühlen wurden untersucht. Im Handel wird zwischen zwei Varianten unterschieden: Jene mit einem Kegel- oder Scheibenmahlwerk und auch Modellen, in denen die Kaffeebohnen durch schnell rotierende Schlagmesser zerkleinert werden. Jede Mühle musste Kaffeepulver für Espresso, Filterkaffee und für die Zubereitung mit einer Pressstempelkanne, in der Fachsprache French Press genannt, mahlen.

Für einen Espresso beispielsweise muss extrafein zerkleinert werden. Die Modelle mit Schlagmesser schnitten bei der Handhabung schlechter als die mit Mahlwerk. Doch das Mahlergebnis konnte durchaus überzeugen.

"In den Vorgesprächen zu unserer Untersuchung haben mir viele Experten gesagt, dass die Schlagmessermühlen niemals so feines Espressopulver produzieren würden. Das können die durchaus! Das Problem ist die Handhabung: Die Mühlen funktionieren zeitgesteuert, Sie drücken auf den Knopf und dann rauscht das Ding los. Sie müssen aber abschätzen können, ist das Mahlgut jetzt schon fein genug oder auch nicht. Dafür braucht es viel Zeit und Muße."

Die Mahlwerk-Modelle sind in der Regel technisch ausgereifter. Doch auch hier gilt: Es lohnt sich, bei den Einstellungen zu experimentieren. So lieferten fast alle nach einer Optimierung ein besseres Pulver als nach Gebrauchsanleitung.

Mahlwerk-Modelle im Gesamtergebnis vorn

Warentester Ralf Gaida: "Bei diesen Mühlen ist es so: Wenn Sie einmal die optimale Einstellung gefunden haben, dann kommt die Menge und das Mahlgut, so wie Sie es vorher eingestellt haben, jeden Morgen und zuverlässig raus. Sie sind von der Handhabung gut. Es gibt halt einige Mühlen, die schaffen in wenigen Sekunden das Mahlgut auszuwerfen. Bei den Schlagmessermühlen haben wir bei einigen Modellen eine reine Mahlzeit um die 70 Sekunden gehabt. Und diese verbringen Sie dann auch an der Mühle und nicht im Bad."

Die Mahlwerkmaschinen müssen aber öfter gereinigt werden, da hier immer ein Rest gemahlenen Pulvers in der Mühle hängenbleibt, das ist bei den Schlagmessermodellen nicht der Fall. Aufgrund der besseren Einstellungsoptionen lagen Kaffeemühlen mit Mahlwerk im Gesamtergebnis vorn.

"Wir hatten eine Kaffeemühle von der Firma 'Graef' dabei, die hat am besten abgeschnitten. Damit konnten wir auch einen prima Espresso produzieren. Die 'Graef' liegt bei rund 150 Euro. Wer es etwas günstiger haben möchte: Wir hatten die 'Melitta' mit lediglich 41 Euro auf Platz 2. Wenn Sie die vernünftig einstellen, macht sie auch ein gutes Mahlgut. Also sowohl beim Espresso, für Filter und sogar für French Press."

Doch gab es auch zwei "mangelhafte" Kaffeemühlen: In der technischen Sicherheitsprüfung fielen zwei Modelle mit Mahlwerk durch. Die "Baratza" produzierte zwar das beste Espressopulver, doch besteht Kurzschlussgefahr. Und das Modell von "Caso" ging schon kurz nach Beginn des Tests kaputt.

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