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KaiserschnittForscher beklagen unnötige Eingriffe

Der Arzt hält das schreiende Baby mit Nabelschnur in den Händen, daneben sieht man noch die Operationswunde. (dpa / Daniel Karrmann)
Der Arzt hält das schreiende Baby mit Nabelschnur in den Händen. (dpa / Daniel Karrmann)

Einer neuen Studie zufolge benötigen Frauen nur bei 10 bis 15 Prozent aller Geburten einen Kaiserschnitt.

Tatsächlich würden weltweit aber mehr als 20 Prozent aller Babys durch eine solche Bauch-OP auf die Welt gebracht. Darauf machen Forscher im Fachjournal "The Lancet" aufmerksam. Die Zeitschrift beinhaltet mehrere Studien, die sich mit der Frage beschäftigen, warum es so viele Kaiserschnitte weltweit gibt. Einige der Autoren weisen darauf hin, dass die Kaiserschnitt-Quote auf der Welt sehr ungleich verteilt sei. In West- und Zentralafrika kämen nur 4 Prozent aller Babys durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Das bedeute, dass viele Frauen und Babys eine Geburt nicht überlebten oder schwer verletzt würden - obwohl das möglicherweise verhindert werden könnte.

Generell, so die Forscher, hat die Zahl der Kaiserschnitte in den letzten drei Jahren um fast zehn Prozent zugenommen. Das liege auch daran, dass mehr Frauen in Krankenhäusern entbinden. Außerdem gelte der Kaiserschnitt in einigen Ländern als eine Art Statussymbol. Die Wissenschaftler jedoch warnen: Ein Kaiserschnitt sei immer noch eine große Bauch-OP, mit allen damit verbundenen Infektions - und Thromboserisiken. Und auch für das Kind sei eine normale Vaginalgeburt sicherer.