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StartseiteVerbrauchertippWas gutes Brennholz ausmacht08.01.2019

KaminfeuerWas gutes Brennholz ausmacht

Wer abends gemütlich vor dem Kamin sitzen will, der braucht gutes Holz. Doch der Einkauf beim Brennholz-Händler ist gar nicht so einfach: Verschiedene Holzsorten erzeugen unterschiedliche Flammenbilder und zwei Maßeinheiten machen den Preisvergleich mitunter schwer.

Von Bernd Debus

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Baumstämme liegen gehäuft in einem Wald. (Jan-Martin Altgeld )
Gutes Brennholz sollte weniger als 25 Prozent Restfeuchte enthalten. (Jan-Martin Altgeld )
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"Gespräche sind langsamer am Kamin, weil man sich immer so ein bisschen ablenken lässt und so ein bisschen, ja, in die Flammen schaut, den Gedanken nachhängen kann. Das finde ich sehr, sehr angenehm."

Ein Abend am Kamin hat für Gudrun etwas Sinnliches. Wie romantisch das Feuer brennt, hängt allerdings auch viel von der Wahl des Brennholzes ab. Gudruns Ehemann Ralf schwört dabei – wie viele Ofenbesitzer - auf Buche: "Ja, Silberbuche ist das, glaube ich. Die finde ich klasse."

Es spricht allerdings nichts dagegen, auch mal andere Holzsorten zu verheizen. Klaus Egly ist Vorsitzender des Bundesverbandes Brennholz:

"Wenn Sie mal ein Stück Kirschenholz oder eine Birke oder auch mal ein Nadelholz reinlegen würden, dann würden sie ein ganz anderes Heizerlebnis bekommen, weil das Flammenbild ist total anders, die Geräuschkulisse ist anders, also man kann jedes Holz, sofern es trocken ist, in seinem Ofen verbrennen."   

Als trocken gilt Holz, das weniger als 25 Prozent Restfeuchte enthält. Das ist die Mindestanforderung der Bundesimmissionsschutzverordnung:

"Das wird auch vom Schornsteinfeger gemessen, der Trockenheitsgrad. Die müssen sauber gelagert werden, dass die nicht nass werden. Nur dann gelingt das überhaupt, die sinnvoll und rückstandsfrei und auch ohne Qualmentwicklung zu verbrennen."   

Traditionell wird Brennholz an der Luft getrocknet. Die meisten Holz-Käufer bekommen ihre Scheite jedoch technisch getrocknet angeliefert: "Ich nehme einfach viel warme Luft und Wind und blase das durch meinen Holzstapel."

Im Handel kostet das technisch getrocknete Holz etwa 20 Prozent mehr als Frischholz: "Dementsprechend wird also auch ofenfertiges, getrocknetes Brennholz in den Regionen so zwischen 75 und 85 Euro verkauft, pro Schüttraummeter."

Zwei Maßeinheiten erschweren Vergleichbarkeit

Neben dem Schüttraummeter wird das Brennholz auch noch in Raummetern gehandelt. Eines haben beide Maßeinheiten gemeinsam:

"Grundlage ist immer der Kubikmeter. Da müssen Sie sich also vorstellen, man hat einen Würfel von ein Kubikmeter Inhalt und der wird mit den unterschiedlichen Maßen gefüllt."

Beim Schüttraummeter liegen die Holzscheite lose und ungeordnet aufeinander. Beim Raummeter sind sie ordentlich gestapelt. Sauber aufgesetzt passen natürlich mehr Scheite in den Kubikmeter. Deshalb ist der Raummeter Brennholz auch teurer als der Schüttraummeter.

Wer Angebote einholt, sollte darauf achten, dass die Händler die gleiche Maßeinheit verwenden. Von Umrechnungsformeln "Schüttraummeter in Raummeter" und umgekehrt, hält Brennholzspezialist Klaus Egly gar nichts:

"Es ist überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Und es ist auch unseriös, weil es nur Anhaltswerte gibt, die irgendwo mal ermittelt worden sind, aber die nie gleich nachzurechnen sind."

Bedarf für eine Wintersaison schätzen

Den Winterbedarf an Brennholz für einen Kaminofen kann man nur schätzen: "Wenn ich neu anfangen würde, und ich habe Spaß am Heizen und ich habe auch die Zeit dafür, dann würde ich irgendwo so eine Menge zwischen vier und sechs Schüttraummetern kaufen."

Getrocknet und in Scheiten kostet das Holz für einen Winter also zwischen 300 und 500 Euro. Der Verbrauch hängt natürlich auch davon ab, wie oft geheizt wird. Aber egal, ob das Holzfeuer jeden Abend oder nur gelegentlich brennt. Ein Kamin hat etwas, was kein Gas- oder Ölbrenner ersetzen kann:

"Ist vielleicht auch was ganz archaisches in uns, was da geweckt wird. So dieses man sitzt gemeinsam ums Feuer. Vielleicht ist es das auch noch. So eine ganz tiefe, menschliche Erinnerung, die in einem ruht."

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