Dienstag, 24. Mai 2022

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Kammermusik von Marina Khorkova
VORderGRENZE

Rohes, Dreckiges und Düsteres: Statt perfektem instrumentalen Schönklang sucht Marina Khorkova nach lebendigen Geräuschen, denen Anstrengung und Kraftaufwand förmlich eingeschrieben sind. Dafür entwickelt sie ungewöhnlichste Spieltechniken und Instrumentenpräparationen im kammermusikalischen Bereich.

Von Leonie Reineke | 06.08.2016

Marina Khorkova präpariert im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks die Saiten eines Klavieres mit Metallstiften und Radiergummis
Experimentierfreudige Komponistin: Marina Khorkova (Deutscher Musikrat / Sina Miranda)
Wie ein wildes Tier, das nach Atem und Leben ringt, wirkt Khorkovas Stück VORderGRENZE: "Ich habe den Prozess des Atmens wie durch ein Mikroskop betrachtet und ihn dann in Instrumentalklänge übersetzt", sagt die Komponistin. "Besonders hat mich der Moment zwischen Ein- und Ausatmen interessiert, denn er ist ein existenzieller: die Grenze zwischen Leben und Tod." Die Porträt-CD der 1981 geborenen Komponistin, die in der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats erschien, wurde im vergangenen Jahr im Deutschlandfunk Kammermusiksaal aufgenommen.