Musik-Panorama / Archiv 14.01.2019

Kammermusikfest Spannungen 2018Ein Geburtstag und ein TodesfallAm Mikrofon: Oliver Cech

Der russische Komponist und Pianist Alfred Schnittke, schwarz-weiß-Aufnahme, an einem Klavier sitzend, in die Kamera blickend. (dpa/picture alliance/Tass)Der russische Komponist und Pianist Alfred Schnittke (dpa/picture alliance/Tass)

Zum 60. Geburts­tag des befreundeten Geigers David Oistrach schrieb Dmitri Schosta­kowitsch seine einzige Violinsonate. Dennoch ist sein Geschenk keineswegs glanz­volle Virtuosenmusik.

Die selten gespielte Violinsonate von Dmitri Schostakowitsch erweist sich als Geburtstagsgeschenk, das zum Nachdenken einlädt: Eine Studie neuer Tonräume, grüblerisch, nach innen gekehrt und dabei hoch emo­tional. Eine ähnliche Spannung prägt das Klavierquintett, das Alfred Schnittke nach dem Tod seiner Mutter komponiert hat. Die Trauer wird hier im Tonsatz aufge­ho­ben. Schnittke selbst hörte in seinem Werk "Klangereignisse, die nur Schatten­­reste einer bereits entschwundenen tragischen Empfindung sind".
Ganz anders die witzig-extrovertierte Ballettmusik "La Revue de Cuisine" von Bohuslav Martinů: Im Jazzidiom lässt der Tscheche Küchengeräte zum Tanz antreten, zu Tango und Charleston.

Bohuslav Martinů
"La Revue de Cuisine"

Dmitri Schostakowitsch
Sonate für Violine und Klavier G-Dur, op. 134

Franz Schubert
Adagio Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello, D 897 ("Notturno")

Alfred Schnittke
Klavierquintett

Sharon Kam, Klarinette
Rie Koyama, Fagott 
Peter Dörpinghaus, Trompete
Byol Kang, Violine
Elisabeth Kufferath, Violine
Yura Lee, Violine / Viola 
Christian Tetzlaff, Violine
Gustav Rivinius, Violoncello
Julian Steckel, Violoncello
Aaron Pilsan, Klavier
Dina Ugorskaja, Klavier
Lars Vogt, Klavier

Aufnahme vom 23.6.2018 aus dem Wasserkraftwerk, Heimbach

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