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StartseiteKonzertdokument der WocheStriche für die Ewigkeit05.09.2021

Kammermusikfest Spannungen 2021Striche für die Ewigkeit

Wer ganz neu ist auf der Musikbühne, muss und will sich erst noch beweisen. Wer ahnt, dass er bald schon vom Podium abtreten muss, wird mit Wehmut die Unwiederbringlichkeit des Augenblicks feiern. Beides ist zu hören an diesem Konzertabend in der Musik von Webern, Fuchs und Schubert.

Am Mikrofon: Oliver Cech

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Zwei Cellistinnen in schwarzer Konzertkleidung streichen mit dem Bogen über ihre Instrumente.. (Georg Witteler)
Zwei Celli hat Franz Schubert für sein berühmtes C-Dur-Streichquintett vorgesehen. Beim Spannungen-Festival 2021 übernahmen Tanja Tetzlaff und Marie-Elisabeth Hecker die Bassstimmen. (Georg Witteler)
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Das Kammermusikfest Spannungen 2021 fand wieder im Jugendstil-Kraftwerk in Heimbach statt. Die Maschinen waren zur Seite gerückt, sie machen vor allem Platz für die digitale Übertragungstechnik.

Innenansicht eines Fensters mit daneben hängender Lampe im Jugendstil. (Georg Witteler)Jugendstil im Wasserkraftwerk Heimbach, seit jeher Spielstätte des Kammermusikfests "Spannungen". (Georg Witteler)

"Wilde Konfusion" hat ein Kritiker dem frühen Satz für Klavierquintett von Anton Webern vorgeworfen - sein Beitrag zu einem Konzert 1907, in dem er sich dem Publikum vorstellen durfte als einer der Schüler von Arnold Schönberg. Sicher ging es dabei nicht nur um die Gunst der Zuhörer - sondern auch um die Anerkennung des Lehrers!

Ein Geiger, eine Geigerin, ein Pianist, ein Bratschist und ein Cellist sitzen in Konzertkleidung mit ihren Instrumenten im Halbkreis auf der Bühne. (Georg Witteler)Christian Tetzlaff (Vl), Anna Reszniak (Vl), Aris Alexander Blettenberg (Kl), Florian Donderer (Vla) und Bryan Cheng (Vlc) interpretieren das Klavierquintett von Anton Webern beim Spannungen-Festival 2021 in Heimbach. (Georg Witteler)

Franz Schubert dagegen, acht Jahrzehnte zuvor, ahnte bereits beim Schreiben: Sein großes Streichquintett C-Dur würde er selbst, schwer krank, nie hören können. Diese Musik ist kein Dialog mehr mit dem Wiener Publikum seiner Zeit. Sondern ein Schwanengesang für Schubert selbst - ein mal banges, mal fast schon verklärtes Gespräch mit der Ewigkeit… und mit der Nachwelt.

Mikrofon auf einer Konzertbühne, Text: Unsere Mikros, Ihre Konzerte

Anton Webern
Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola und Violoncello

Robert Fuchs
Quintett für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello Es-Dur, op. 102

Anton Webern
4 Stücke für Violine und Klavier, op. 7

Franz Schubert
Quintett für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli C-Dur, D 956 (op. posth. 163)

Sharon Kam, Klarinette
Aris Alexander Blettenberg, Klavier
Lars Vogt, Klavier
Byol Kang, Violine
Anna Reszniak, Violine
Christian Tetzlaff, Violine
Antje Weithaas, Violine
Florian Donderer, Viola
Elisabeth Kufferath, Viola
Jan Larsen, Viola
Bryan Cheng, Violoncello
Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello
Gustav Rivinius, Violoncello
Tanja Tetzlaff, Violoncello

Aufnahme vom 22. Juni 2021 aus dem Kraftwerk in Heimbach

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