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StartseiteHintergrundKampf gegen Taliban und Drogenbarone21.05.2007

Kampf gegen Taliban und Drogenbarone

Die Lage in Afghanistan

Täglich werden aus Afghanistan Selbstmordattentate, Hinterhalte, Bombenschläge und Gefechte mit NATO-Truppen gemeldet. Der tödliche Anschlag auf deutsche Soldaten schürt die Sorge, dass bald auch im Norden Verhältnisse wie in den Taliban-Hochburgen des Südens einkehren könnten.

Von Peter Böhm

Mit Burkas bekleidete afghanische Frauen prüfen auf einem Markt in Kabul die Ware eines Bananen-Verkäufers. (AP Archiv)
Mit Burkas bekleidete afghanische Frauen prüfen auf einem Markt in Kabul die Ware eines Bananen-Verkäufers. (AP Archiv)
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Gerade ist auf der Straße eine Bombe explodiert. Der dritte Mannschaftswagen des Militärkonvois hatte soeben eine kleine Brücke passiert. Mehr als fünf Tonnen sind die gepanzerten Humvees schwer, dennoch wird das Heck des Vehikels fast einen Meter in die Luft geschleudert. Ein Anschlag - nur 150 Meter vor dem Ortseingang von Baraki Barak im gleichnamigen Bezirk, etwa 130 Kilometer südlich von Kabul entfernt.

Die afghanische Polizei ist nach gut fünf Minuten am Ort. Schnell findet sie einen dünnen Draht, der in ein Feld neben der Straße führt. Den Sprengkörper hat jemand in dem Abwasserrohr deponiert, das unter der Straße durchführt. Ein beißender Geruch liegt in der Luft. Offenbar haben Aufständische aus dem Pulver von Mörser- oder Panzerfaust-Granaten einen improvisierten Sprengkörper gebastelt und gezündet.

Die Lage im Osten und Süden Afghanistans ist prekär geworden. Und auch im Norden, das hat der Anschlag auf die Bundeswehr in Kundus am Wochenende gezeigt, wird die Lage schwieriger. Täglich werden aus Afghanistan Selbstmordattentate, Hinterhalte, Bombenschläge oder Gefechte mit NATO-Truppen gemeldet, so dass sich der Vergleich mit dem Irak aufdrängt, wo US-Truppen und ihre Verbündeten seit fast vier Jahren mit einem weitreichenden Aufstand konfrontiert sind.

Eine Woche als eingebetteter Journalist mit den Soldaten des amerikanischen Wiederaufbauteams in Gardez, 200 Kilometer südöstlich von Kabul, macht die Parallelen zwischen beiden Ländern besonders deutlich. Der Kommandant des Wiederaufbauteams, Oberstleutnant Randall Gilhart, räumt ein, dass die Taliban von den Erfahrungen der Aufständischen im Irak profitiert haben.

"Ein Aufständischer hat heutzutage so einfach Zugang zum Internet, und dort kann er seine Erfahrungen mit anderen austauschen. Der Großteil der Erfahrungen, die die Aufständischen im Irak mit improvisierten Sprengkörpern gesammelt haben, hat Afghanistan jedoch noch nicht erreicht. Ich würde sagen, dass wir da in Afghanistan noch einige Jahre zurück sind. Es kommt aber auf den Sprengsatz an, manchmal sind es auch nur einige Monate."

Wie ihr Name schon sagt, haben die Wiederaufbauteams keinen Kampfauftrag, sie sollen vielmehr die westlichen Entwicklungsbemühungen in Afghanistan unterstützen, indem sie Schulen und Krankenhäuser bauen, Straßen und Dämme. Täglich verlassen ein oder zwei Konvois mit jeweils vier Humvees das Lager der US-Soldaten in Gardez. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch, alle vier Insassen bewaffnet. Im Turm des Fahrzeugs bedient ein fünfter Soldat ein Maschinengewehr oder ein 50-Millimeter-Geschütz.

Der Auftrag für diesen Tag hört sich nach Routine an und ist typisch für die alltäglichen Aufgaben des Wiederaufbauteams. Die Soldaten sollen in den Bezirk Baraki Barak fahren in der Provinz Loghar. Die Straße führt durch eine weites Tal, ist fast auf der ganzen Strecke geteert und von den typischen, zur Zeit noch grünen Weizenfeldern der Region gesäumt. Die Provinz schließt sich unmittelbar südlich an die Hauptstadt Kabul an, wird sowohl von Tadschiken als auch Paschtunen bewohnt und gilt deshalb als ruhig. Die Taliban rekrutieren ihre Anhänger vor allem unter den Paschtunen, die mit rund 40 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe Afghanistans sind.

In Baraki Barak sollen die Soldaten zwei Krankenhäuser besuchen, um herauszufinden, woran dort die größte Not besteht, und zwei Kartons mit Medikamenten abliefern. Feldwebel Kardmongmee, ein Krankenpfleger des Wiederaufbauteams, geht mit dem Chefarzt des größeren Hospitals in der Ortschaft Mahadullah Zair einen Fragebogen durch. Der Arzt sagt, die beiden Kühlschränke des Krankenhauses seien kaputt. Dasselbe gelte für die Apparaturen zur Sterilisierung der Instrumente. Es gebe zu wenig Ärzte, das Hospital brauche außerdem dringend einen Krankenwagen.

"Gab es kürzlich einen Ausbruch von Krankheiten in dieser Gegend?"

"Nein, es gibt im Augenblick keine Erhebungen über so etwas in Afghanistan. So etwas gibt es nur für Kinderlähmung, weil wir ein Programm gegen diese Krankheit haben mit landesweiten Schluckimpfungen."

In der Krankenhaus-Apotheke stehen ein paar vereinzelte Medikamente in den Regalen. Der Inhaber Farid Hosseini beschwert sich, dass das Wiederaufbauteam bisher noch nie bis in seine Ortschaft gekommen sei. Und wie viele in Afghanistan macht er seinem Ärger über die Vorgehensweise der NATO-Truppen Luft. Nach einem Selbstmordattentat auf ihren Konvoi hatten US-Soldaten in Jalalabad das Feuer auf Passanten eröffnet. Sechs Menschen, darunter eine Frau und ein Kind, wurden getötet. Im April demonstrierte in der Stadt eine aufgebrachte Menschenmenge mehrere Tage gegen die US-Präsenz in Afghanistan.

"Ich bin froh, dass die westlichen Truppen hier sind. Das Wichtigste für uns ist, dass wir Sicherheit bekommen. Und sie helfen uns beim Wiederaufbau. Allerdings muss ich sagen, dass sie unser Volk, unsere Kultur und unsere Religion respektieren müssen. Vorfälle wie in Jalalabad, als unschuldige Zivilisten getötet wurden, sollten nicht wieder vorkommen. Für Selbstmordanschläge kann man doch nur die Attentäter verantwortlich machen, nicht die Passanten, die gerade dabeistehen."

Untergebracht sind die 90 Soldaten des Wiederaufbauteams in einem Lager am Rande von Gardez, der Hauptstadt der Provinz Paktia mit rund 50.000 Einwohnern. Sie teilen das Lager mit 700 Soldaten der Kampftruppen, "den Jungs, die rausgehen, um die Bösen zu töten", wie der Presseoffizier des Wiederaufbauteams sagt. Der Stab und die Büros beider Truppenteile sind in einem Qualat, einem traditionellen afghanischen aus Lehm und Stroh gebautem Fort untergebracht. Lager- und Schlafräume sind in Zelten, Hütten und Containern um das Fort herum gruppiert.

Als die Amerikaner im Frühjahr 2003 das Wiederaufbauteam in Gardez als erstes in Afghanistan gründeten, war das Konzept der helfenden Militärs sehr umstritten. Viele humanitäre Organisationen bemängelten, dass die Wiederaufbauteams die Grenze zwischen militärischer Funktion und humanitärer Hilfe verwischten, so dass die Arbeit der Hilfsorganisationen bald nicht mehr als unparteiisch, ihre Mitarbeiter aber als Konfliktpartei wahrgenommen würden.

Doch das Konzept der amerikanischen Militärs hat sich durchgesetzt. Mehr als 10 Nationen haben seitdem 25 Wiederaufbauteams in Afghanistan eingerichtet. Die USA sind für zehn Wiederaufbauteams im Südosten des Landes zuständig, Deutschland für zwei im Nordosten des Landes, in Kundus und Feizabad. Die Soldaten aller Wiederaufbauteams sind Teil der 30.000 Mann starken Internationalen Schutztruppe für Afghanistan, ISAF, und stehen damit unter dem Kommando der NATO. Weitere 12.000 US-Soldaten vor allem von Spezialeinheiten und der Luftwaffe sind Teil der Operation Enduring Freedom und stehen unter alleinigem US-Kommando.

Das Wiederaufbauteam in Gardez koordiniert vor allem die Verteilung der Hilfsmittel, die aus den USA nach Afghanistan kommen. Seit Oktober 2006 haben die US-Wiederaufbauteams im Südosten Afghanistans allein 125 Millionen US-Dollar des Verteidigungsministeriums für verschiedene Projekte ausgegeben. Dazu kommen Mittel des Landwirtschafts- und des Außenministeriums sowie der Entwicklungsorganisation US-AID.

Schwerpunkt der amerikanischen Hilfsprojekte ist die Ausbildung und Ausstattung der afghanischen Sicherheitskräfte. In Gardez wurde eine Kaserne für die afghanische Nationalarmee gebaut. Sie verfügt über ein hochmodernes 50-Betten-Hospital. Ein zweites Krankenhaus gleich daneben wird folgen. Außerdem wurde mit amerikanischem Geld ein regionales Ausbildungszentrum für die afghanische Polizei errichtet. Angeschlossen sind Polizeikasernen, für die es im Augenblick noch nicht einmal Benutzer gibt. Die Anfang Mai geplante Eröffnungszeremonie der Kaserne der staatlichen Polizei musste verschoben werden, weil sich die Polizeiführung in Gardez nicht einigen konnte, unter wessen Bewachung die Kaserne stehen soll. Zwei weitere Kasernen, für die Verkehrspolizei und die Schutzpolizei, stehen noch leer, weil die Einheiten noch in der Ausbildungs- beziehungsweise Gründungsphase sind.

Die afghanische Polizei scheint völlig überfordert. Beim Besuch des Wiederaufbauteams bei der Polizeistation am Fuße des strategisch wichtigen Keitschi-Passes, 40 Kilometer östlich von Gardez, dürfen zwecks Geheimhaltung keine Radioaufnahmen gemacht werden. Polizeichef Major Samerud Sazai berichtet dort, für seine Station sei eine Sollstärke von 63 Polizisten vorgesehen. Zusammen mit ihm arbeiteten dort bislang aber nur 14 Mann. Der dem Wiederaufbauteam in Gardez angeschlossene Polizeioffizier Oberst Hassan Sahraie meint, solche Zustände seien in Afghanistan keine Ausnahme:

"Die Situation der Polizei in Afghanistan ist sehr schwierig. Im Kampf gegen die Taliban steht sie in vorderster Front und ist den Angriffen der Selbstmordattentäter ausgesetzt. Aber wir haben zu wenig Personal und zu wenig Waffen, und das Gehalt der Polizisten ist viel zu niedrig. Es reicht nicht einmal aus, um ab und zu die Familie zu Hause zu besuchen."

In fast allen Provinzen im Osten und Süden des Landes gibt es Bezirke, in denen die staatliche Verwaltung kaum präsent ist, die mehr oder weniger von den Taliban regiert werden. Von dort aus tragen die radikalen Taliban die Konflikte nun auch in die bislang als stabiler geltenden Regionen im Norden hinein, wo die deutschen Wiederaufbauteams arbeiten. Die Sorge ist groß, dass bald auch im Norden Verhältnisse wie in den Taliban-Hochburgen des Südens einkehren könnten - und der Anschlag in Kundus nährt diese Sorge weiter. Anfang Mai hat die afghanische Regierung deshalb angekündigt, die Zahl der Polizisten innerhalb eines Jahres von 64.000 auf 82.000 Mann zu erhöhen. Doch Major Sazai aus der Polizeistation am Keitschi-Pass berichtet, die Hälfte seiner Männer wollten nach Ablauf ihres Drei-Jahres-Vertrages nicht verlängern. Und auch Bill Wolfe bestätigt das, der Chef der privaten amerikanischen Sicherheitsfirma DynCORP, der für Ausbildung der Polizisten in vier Provinzen des Ostens zuständig ist. Wegen ihres niedrigen Gehaltes, sagt er, haben mehr als 300 Polizisten in seiner Region angekündigt, ihren Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Im Augenblick werden die Gehälter der afghanischen Sicherheitskräfte ausschließlich von der westlichen Gemeinschaft bezahlt. Ein einfacher Soldat in Afghanistan verdient monatlich 100 US-Dollar, ein Polizist nur 70. Wenn Afghanistan die Finanzierung von Militär und Polizei irgendwann selbst übernehmen soll, müssten die Gehälter realistisch sein, sagt dazu der Sondergesandte der Vereinten Nationen in Afghanistan, der Grünen-Politiker Tom Königs. Er räumt aber ein, die Größe der Aufgabe, eine Polizei in Afghanistan aufzubauen, die habe die westliche Gemeinschaft wohl unterschätzt:

"Im Kosovo haben wir, um eine Polizei mit 10.000 Polizisten aufzubauen, 4800 Polizisten in den Kosovo geschickt. Hier hat Deutschland 40 Mentoren geschickt, die sehr gut sind und sehr gut arbeiten. Jetzt schickt die EU noch einmal 160. Die Amerikaner schicken auf unterschiedlichem Qualitätsniveau noch einmal einige Hundert. Letzten Endes bräuchte man aber Tausende. Und daher hat man wahrscheinlich im Polizeiaufbau von Anfang an nicht groß genug gedacht und auch nicht damit gerechnet, dass man nicht in einem Postkonfliktland ist, sondern in einem Konfliktland."

Um schnell mehr Polizisten rekrutieren zu können, hat die afghanische Regierung im Herbst vergangenen Jahres eine neue Polizeieinheit ins Leben gerufen, die Aushilfspolizei. Die Region von Gardez gilt als Modell für das ganze Land, weil die Hilfspolizisten dort fast ausschließlich aus den Reihen der Arbachai rekrutiert werden, einer seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Stammesmiliz. Gerade mal acht Tage dauert der Crashkurs, in dem sie angelernt werden. Afghanische Menschenrechtsorganisationen üben deshalb massiv Kritik, so auch Nadir Nadery, Sprecher der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission:

"Vielleicht ist das eine kurzfristige Lösung, aber die Konsequenzen zeigen sich erst auf lange Sicht. In Afghanistan gab es diese Hilfspolizei schon unter dem pro-sowjetischen Regime in den 80er Jahren. Kurzfristig halfen sie dabei, die Mudschaheddin zu bekämpfen, später aber wurden sie selbst zur größten Bedrohung der Sicherheit. Nach dem Zusammenbruch des Regimes haben sie quasi die Macht übernommen, einige von ihnen wurden zu den mächtigsten Warlords, die für die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen verantwortlich zu machen sind."

Die Hauptstadt Kabul war bisher kaum von den Angriffen der Taliban betroffen, dort ist eine gewisse Normalität eingekehrt. Tagsüber sind die Straßen mit Autos verstopft. An vielen Ecken der Stadt wird neu gebaut, und anders als noch vor zwei Jahren gehen die Bewohner der Stadt abends einkaufen oder spazieren.

Doch die Gespenster des fast drei Jahrzehnte lang dauernden Bürgerkrieges lassen Afghanistan nicht so schnell los. Nach Schätzungen von Human Rights Watch sind ein Drittel der Abgeordneten im afghanischen Parlament Warlords oder in den Drogenhandel verwickelt. Eine große Gruppe von Parlamentariern hat sich im März gegen Präsident Karsai zur "Nationalen Front" zusammengeschlossen. Viele prominente vormalige Kommunisten, Mudschaheddin und ehemalige Taliban sind dabei, die mit ihrer Mehrheit im Parlament ein Amnestiegesetz verabschiedet haben. Es sieht vor, dass politische Verbrechen während der mehr als 25 Jahre Bürgerkrieg in Afghanistan nicht strafverfolgt werden. Und Präsident Karsai wird es wohl bis Ende des Monats unterschreiben, meint die prominente Abgeordnete Malalai Joya:

"Präsident Karsai wird unterschreiben. Er hat immer unterschrieben. Er steht bestimmt nicht für Demokratie und Menschenrechte ein und vor allem nicht für die Opfer des Bürgerkrieges. Mindestens 65.000 Zivilisten wurden bei den Kämpfen um Kabul getötet. Unser Volk wird es ihm nicht verzeihen, wenn er das Gesetz unterschreibt, aber er wird es trotzdem tun."

Der Streit über das Amnestiegesetz offenbart viel über die Machtverhältnisse in Afghanistan. Seit das Parlament dieses Gesetz debattiert hat, hat Präsident Karsai einen von den Vereinten Nationen ausgearbeiteten Aktionsplan auf Eis gelegt. Er sah eine schrittweise Überprüfung aller Amtsträger in Afghanistan vor, die, so sie sich an Menschenrechtsverletzungen beteiligt haben, entlassen oder angeklagt werden sollten.

Durch die Angriffe der Taliban stehen die afghanische Regierung und die Truppen der NATO-Staaten unter Zeitdruck. Nach jüngsten Umfragen ist eine Bevölkerungsmehrheit in Großbritannien, Kanada und Deutschland für einen Abzug. Anschläge wie der auf die Bundeswehr in Kundus befeuern nicht nur in Deutschland die Debatte darüber, ob die ISAF-Mission in Afghanistan nicht nur zu scheitern droht, sondern bereits gescheitert ist. Deshalb erinnert der Stabschef der ISAF, der deutsche General Bruno Kasdorf, daran, dass die Präsenz der ISAF-Truppen in Afghanistan im Interesse der westlichen Länder ist:

"Das erste ist sicherlich, dass wir verhindern wollen mit Blick auf unser eigenes Land, dass Afghanistan wieder eine Ausbildungsstätte, ein Rückzugsraum oder Ruhestätte für Terroristen wird. Wir wollen sicherlich auch verhindern, dass Afghanistan weiter den Weg nimmt, der größte Drogenproduzent und Händler zu werden. Und drittens befindet sich Afghanistan in einer Region in dieser Welt, die ausgesprochen gefährlich ist, mit zwei Nuklearstaaten in der Nachbarschaft."

Doch je länger die Taliban ihre Angriffe fortsetzen können, desto fraglicher erscheint das Argument, die westlichen Truppen seien doch noch in der Lage, die Aufständischen zu besiegen und desto lauter werden die Stimmen, die einen Abzug fordern - eine Forderung, die der Sprecher der US-Truppen, Chris Belcher, ganz und gar nicht nachvollziehen kann:

"Wo ist denn die viel versprochene Frühjahrsoffensive der Taliban? Zeigen Sie sie uns! Sechs Jahre lang haben die Taliban jedes Jahr gesagt: Dieses Jahr werden wir die US-Truppen rausschmeißen und Afghanistan wieder unter unsere Kontrolle bringen. Aber nach sechs Jahren sind wir immer noch hier, und wir werden auch nächstes Jahr noch hier sein."

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