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StartseiteNachrichten vertieftIslam ist Teil der deutschen Gesellschaft12.01.2015

Kanzlerin MerkelIslam ist Teil der deutschen Gesellschaft

Anlässlich des Besuchs des türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu hat sich Bundeskanzlerin Merkel die Worte des Ex-Bundespräsidenten Wulff zu Eigen gemacht: "Der Islam gehört zu Deutschland". Die Regierungschefin bekräftigte, dass sie "Kanzlerin aller Deutschen" sein möchte - unabhängig vom Ursprung und der Herkunft der Menschen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l, CDU) empfängt den Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoglu, am 12.01.2015 mit militärischen Ehren vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. (dpa / picture-alliance / Bernd von Jutrczenka)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu mit militärischen Ehren in Berlin empfangen. (dpa / picture-alliance / Bernd von Jutrczenka)
Weiterführende Informationen

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(Deutschlandfunk, Kultur heute, 30.06.2011)

Wulff-Rede: Angstfaktor Islam
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Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Islam einen festen Platz in der deutschen Gesellschaft. Anlässlich des Besuchs des türkischen Ministerpräidenten Ahmet Davutoglu im Berliner Kanzleramt sagte die Regierungschefin: "Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch."

"Kanzlerin aller Deutschen"

Damit Integration gelinge, müsse dafür alles getan werden.  "Ich bin die Bundeskanzlerin aller Deutschen. Das schließt alle, die hier dauerhaft leben, mit ein, egal welchen Ursprungs und welcher Herkunft sie sind", sagte Merkel. Der frühere Bundespräsident Wulff (CDU) hatte 2010 in einer Rede zum Tag der deutschen Einheit den Satz geprägt: "Der Islam gehört zu Deutschland."

Merkel sagte, es gebe gegenüber dem Islam noch viel Unkenntnis und daher die Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Religionen zu suchen. Sie sei dankbar, dass die Muslime in Deutschland selbst eine Trennlinie zögen und Gewalt als Mittel der Konfliktlösung klar ablehnten. Davutoglu gegenüber bekräftigte Merkel aber auch ihre Ablehnung einer EU-Mitgliedschaft der Türkei. Sie wünsche sich vielmehr, dass die laufenden Beitrittsverhandlungen weitergingen und auch das Kapitel zur Rechtsstaatlichkeit begonnen werde.

Auch Davutoglu betonte die Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Religionen zu stärken. Allerdings müsse auch entschieden gegen Islamophobie in Deutschland vorgegangen werden, sagte der türkische Ministerpräsident.

Mahnwache mit Gauck und Merkel

Bundespräsident Joachim Gauck, Kanzlerin Merkel und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) sowie viele weitere Kabinettsmitglieder werden morgen an einer Mahnwache muslimischer Verbände in Berlin für Toleranz und Religionsfreiheit teilnehmen. Gauck wird eine kurze Ansprache halten. Von Seiten der Regierung sind dagegen keine Reden geplant.

Zu der Mahnwache hatten am Wochenende der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und die Türkische Gemeinde Berlin aufgerufen. Sie soll um 18.00 Uhr beginnen

(tzi/tj)

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