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StartseiteComputer und KommunikationZehn Jahre OpenStreetMap07.02.2015

KartendatenZehn Jahre OpenStreetMap

Die offenen Karten von OpenStreetMap sind inzwischen weltweit verbreitet. Die Kartendaten werden von tausenden Freiwilligen zusammengetragen. Die Möglichkeit, Kartenmaterial mit vielen Leuten zu editieren, ist besonders in Katastrophenfällen interessant.

Von Friederike Maier

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Weiterführende Information

OpenStreetMap - Wikipedia für Geodaten
(Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation, 07.02.2015)

Der Mangel an frei verwendbaren Karten im Internet war vor über 10 Jahren der Anlass, das Projekt Openstreetmap zu starten. Tausende Freiwillige sind seitdem mit GPS Geräten losgezogen und haben die Koordinaten von Straßenzügen aufgezeichnet und online zu einer Karte verarbeitet.

Neben Straßen werden auch viele andere Dinge gemappt. Mappen - so wird das Aufzeichnen der Kartendaten genannt. Thomas Skowron ist Openstreetmap Programmierer, Mapper und Anwender aus Dresden:

"Es wird eigentlich alles erfasst. Also klar Straßen, Gebäude, Restaurants, Cafés, öffentliche Behörden. Aber auch absurde Dinge wie Hundekotbeutelspender oder Ähnliches. Inzwischen ist die Datenlage sogar ziemlich gut. Ich glaube, wir haben über 70 Millionen Kilometer Straßen, die insgesamt schon erfasst wurden."

Daten-Vandalismus und Fehlerquellen

Da jeder mitarbeiten kann, kommt es schon einmal zu fehlerhaften Einträgen. Doch die Nutzer der Karte werden gebeten, Fehler zu melden, damit sie korrigiert werden können, oder sie gleich selbst zu korrigieren. Daten-Vandalismus kommt auch vor, hält sich allerdings in Grenzen.

Die Daten stehen unter der sogenannten Open Database Lizenz. Diese regelt die freie Verwendung der Daten, auch in kommerziellen Produkten. Bei jeder Nutzung muss nur der Urheber der Daten genannt werden und alle abgeleiteten Daten müssen wiederum unter die gleiche Lizenz gestellt werden.

"Das bietet natürlich viel Platz für freie Projekte aber auch für kommerzielle Anbieter um daraus Produkte und Services zu schaffen. Es  gibt große Kartenprovider wie zum Beispiel Mapbox, die eben fürs Web Karten anbieten. Es gibt aber auch viele freie Projekte wie zum Beispiel Osmand für Android oder auch im Web solche Router wie Graphhopper."

Graphhopper berechnet ähnlich wie Googlemaps die Route zwischen zwei Punkten per Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Zusätzlich bekommt man noch ein Höhenprofil. Auch die GPS Daten können gleich herunterladen werden, um zum Beispiel unterwegs den Wanderweg leichter zu finden.

Aktualisierung durch GPS

Interessant wird der einfache Zugang zu den Kartendaten und die Möglichkeit, diese mit vielen Leuten zu editieren, auch in Katastrophenfällen. Besonders für abgelegene Gegenden fehlt es häufig an detailliertem und aktuellem Kartenmaterial. Das aber ist für Hilfseinsätze unerlässlich. Constantin Müller ist ebenfalls aktiv bei Openstreetmap.

"Wenn ich jetzt den Fall Erdbeben nehme, sind diese Karten direkt nach dem Erdbeben einfach veraltet, weil zum Beispiel Brücken eingestürzt sind."

Anhand aktueller Satellitenbilder können die Karten aktualisiert werden. Die Bilder sind so detailliert, dass etwa eingestürzte Brücken erkannt und in der Karte gekennzeichnet werden können.

Das Humanitarian Openstreetmap Team koordiniert die Arbeit vieler Freiwilliger, die die Satellitenbilder in Katastrophenfällen zu Karten verarbeiten.

Auch beim Ebola-Ausbruch in Westafrika konnten Gegenden, die zuvor auf keiner Karte eingezeichnet waren, so sehr schnell gemappt werden. Die Anzahl der Freiwilligen, die an den Karten von Guinea, Liberia und Sierra Leone gearbeitet haben, stieg von 160 im März letzten Jahres auf über zwei tausend im November. Über 6.000 km Straßen kamen hinzu, 15.000 km Wasserwege und eine halbe Millionen Gebäude wurden kartiert.

Wie es in Zukunft mit Openstreetmap weitergeht lässt sich bei solch einem Projekt schwer voraussagen. Die Pläne von Openstreetmap sind das, was die Community draus macht, meint Thomas Skowron:

"Wenn jemand irgendwas Tolles entwickelt dann wird es das einfach geben. Wir sehen schon so ein paar Richtungen. Immer mehr 3D, das erfasst wird, also 3D Gebäude aber auch zum Beispiel Innenbereiche von Gebäuden, also Lagepläne, wo eben Stockwerke auch mit erfasst sind."

 

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