Das Wochenendjournal 11.04.2020

Karwoche und Kontaktsperre Was vom Passionsspiel in Oberammergau übrig bleibtModeration: Michael Borgers

Beitrag hören Rollenverteilung für die Passionsspiele 2020 in Oberammergau: Lena Rödel schreibt die Namen der Darsteller auf eine Tafel, Spielleiter Christian Stückl sagt ihr die Namen an.  (picture alliance / Angelika Warmuth )Die Proben waren schon in vollem Gange, nun wurde es verschoben: Passionsspiel in Oberammergau (picture alliance / Angelika Warmuth )

Es ist das älteste und bekannteste Passionsspiel der Welt: Seit 1634 führen die Bewohner von Oberammergau die Leidensgeschichte Jesu auf. Ein mehrstündiges Großereignis, das zum immateriellen Weltkulturerbe zählt und nur alle zehn Jahre stattfindet. Jetzt musste es um zwei Jahre verschoben werden.

Eigentlich sollte am 16. Mai dieses Jahres Premiere in dem Dorf in den Bayerischen Alpen sein, doch wegen des Coronavirus wurden die Vorführungen, die bis in den Herbst hinein gehen, auf das Jahr 2022 verschoben. Die Proben zum Oberammergauer Passionsspiel waren allerdings schon in vollem Gange, bevor Bundesregierung und Bundesländer umfassende Kontaktsperren in ganz Deutschland beschlossen.

Unser Reporter Michael Borgers hat den oberbayerischen Ort noch vor der Coronakrise besucht und miterlebt, wie sich die Dorfbewohner auf das Passionsspiel vorbereiten. In einem Friseursalon hat er gelernt, warum es einen "Bart- und Haarerlass" gibt und wie sich die Rolle der Frau in und rund um das Passionsspiel verändert hat. Einer der beiden Jesus-Darsteller hat ihm erzählt, wie die Rolle seinen Blick auf Glauben und Religion verändert hat. Und Regisseur Christian Stückl hat im Interview betont: In Zeiten von AfD und anderen lauten Stimmen seien die Aussagen Jesu Christi wieder besonders wichtig geworden.

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