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StartseiteVerbrauchertippWoran man seriöse Spendenorganisationen erkennt13.11.2018

KatastrophenhilfeWoran man seriöse Spendenorganisationen erkennt

Oft arbeiten Spendenorganisationen mit Fernsehsendern zusammen - auf diese Weise erregen sie nicht nur Aufmerksamkeit, sondern sparen auch Werbekosten. So kommt auch mehr Geld bei den Bedürftigen an. Wer spenden möchte, sollte auf ein bestimmtes Siegel achten, rät die Stiftung Warentest.

Von Dieter Nürnberger

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Auf Geldscheinen und Geldmünzen ist das Wort Spende in Scrabble-Buchstaben aufgestellt (picture-alliance / dpa / Joko)
Das DZI-Siegel ist laut Stiftung Warentest vertrauenswürdig (picture-alliance / dpa / Joko)
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"Naturkatastrophen ereignen sich plötzlich. Sie wüten manchmal nur wenige Minuten, aber stürzen ganze Länder ins Chaos und bringen Verwüstung und Tod."

Fernsehbilder von Katastrophen oder auch Eigenberichte von Hilfsorganisationen - wie soeben gehört - bewegen viele Zuschauer. Und die Medien nutzen ihre Berichterstattung auch, um Hilfe für die Notleidenden in Gang zu bringen. Auf diese Art und Weise kommen oft hohe Millionenbeträge zusammen.

Spendensiegel des DZI gilt als aussagekräftig

Spenden sollte man nur an vertrauenswürdige Organisationen, so die Stiftung Warentest. Doch wie lässt sich ein solcher Anspruch verlässlich verifizieren? Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, kurz DZI, gilt hier als besonders aussagekräftig, sagt Warentester Stefan Fischer.

"Die Mitarbeiter des DZI zerpflücken den Jahresbericht der Organisation. Sie berechnen genau, wie viel Prozent der Spenden für Verwaltung und Werbung draufgehen. Null bis 10 Prozent für Verwaltung und Werbung werden als niedrig bezeichnet, 10 bis 20 Prozent ist angemessen und 20 bis 30 Prozent gilt als noch vertretbar."

Derzeit gibt es in Deutschland rund 230 Organisationen mit einem DZI-Siegel. Sie müssen mindestens 25.000 Euro pro Jahr einsammeln und zudem nachweisen, dass das Geld zweckgebunden, sparsam und wirtschaftlich verwendet wird.

Kooperation mit Sendern spart Werbekosten

Fernsehanstalten wie ARD und ZDF arbeiten bei großen Katstrophen mit bestimmten Spendenbündnissen zusammen. Da die einzelnen Organisationen somit auf oft notwendige aber kostenintensive Werbekampagnen verzichten können, gilt diese Art der Zusammenarbeit als besonders effizient, sagt Stefan Fischer:

"Wenn Sie an das ZDF spenden, fließen 100 Prozent der Spenden an das 'Aktionsbündnis Katastrophenhilfe'. Diesem Bündnis sind vier Organisationen angebunden, die alle das DZI-Spendensiegel tragen. Bei der ARD ist es etwas komplizierter, dort sind zwei Bündnisse 'im Topf'. Konkret: 60 Prozent der Spenden, die über die ARD eingenommen werden, fließen an das 'Bündnis Entwicklung Hilft' und 40 Prozent an 'Aktion Deutschland Hilft'. Die 'Aktion Deutschland Hilft' hat 13 Vollmitglieder, von denen leider nicht alle das DZI-Spendensiegel tragen."

Da jedoch alle drei Spendenbündnisse als Dachorganisation das DZI-Spendensiegel tragen, sieht die Stiftung Warentest sie als vertrauenswürdig an.

Manche Katastrophen werden überspendet

Allerdings habe eine große Aufmerksamkeit durch die Medien im Katastrophenfall oft auch Schattenseiten. Denn in der Regel wird hier allein für die Opfer einer bestimmten Katastrophe gespendet, so die Stiftung Warentest.

"Das stellte manche Organisationen vor Probleme, denn nicht jede Katastrophe oder Notsituation erzeugt den gleichen medialen Widerhall. Das heißt, dass manche Krisen überspendet sind, die Organisationen bekommen das Geld dann nicht mehr ausgegeben. Deshalb ist es für die Spendenorganisation teilweise besser, wenn kein Spendenzweck angeben wurde."

Manchmal missbrauchen vorgebliche Helfer allerdings das Vertrauen der Spender, so die Stiftung Warentest. Wer sich über schwarze Schafe in der Branche informieren möchte, sollte deshalb auch einen Blick auf die Internetseite der DZI oder der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz werfen. In beiden Fällen werden hier sogenannte Negativlisten mit den Namen unseriöser Anbieter veröffentlicht.

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