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StartseiteVerbrauchertippWunsch-Immobilie für den Urlaub14.11.2019

Kauf von FerienhäusernWunsch-Immobilie für den Urlaub

Ist der Urlaub vorbei, sehnen sich manche schon nach den nächsten Ferien. Wer dabei immer wieder gerne in die gleiche Region fährt, spielt vielleicht mit dem Gedanken, ein Ferienhaus im europäischen Ausland zu erwerben. Doch beim Kauf eines Urlaubsdomizils ist einiges zu beachten.

Von Margret Bielenberg

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Eine Insel mit roten Holzhäusern in einem norwegischen Fjord (picture alliance/ chromorange/ Dieter Möbus)
Eine Insel in einem norwegischen Fjord (picture alliance/ chromorange/ Dieter Möbus)
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Südfrankreich, Toskana oder Norwegen? Ein Ferienhaus zu erwerben ist für viele ein Traum. Christian Mendt und seine Familie haben sich ihren Traum vor einigen Jahren in Schweden erfüllt.

"Wir hatten schon durch mehrere Urlaube in Schweden eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie das Haus wohl sein müsste. Ungefähr so und so groß, weiß man ja, und es sollte natürlich an einem See liegen."

Letztendlich haben sie ein Haus gefunden, das nicht an einem See lag, sondern inmitten von Wiesen in Waldesnähe. Unterstützung hatten sie von einem deutschen Makler vor Ort.

"In Schweden ist es so, dass die Makler den Kaufvertrag, auch das Notarielle abwickeln. Auch den Grundbucheintrag bestellen. Das war ideal. Man konnte sich dem anvertrauen. Die sind staatlich geprüft und lizensiert."

Genug Eigenkapital wird empfohlen

Eine deutschsprachige Maklerfirma sollte die erste Anlaufstelle sein, empfiehlt auch Alexander Krolzik von der Verbraucherzentrale Hamburg. Fast überall lässt sich in Europa ein Ferienhaus erwerben, sagt der Verbraucherschützer.

"Dänemark ist eins der Länder, wo das nicht geht. Die europäischen Länder, die nicht zur EU gehören, die haben natürlich völlig eigene Regeln, aber auch in EU-Ländern kann es sehr unterschiedlich sein. Es kann halt sein, dass die bisherigen Besitzverhältnisse nicht dokumentiert wurden und man dadurch eigentlich nicht ganz sicher sein kann. Deswegen sollte man das juristisch prüfen lassen vor Ort, durch entsprechend versierte Anwälte."

Die meisten deutschen Botschaften und deutschen Vertretungen im Ausland haben Listen deutschsprachiger Anwälte und Notare, die auf der jeweiligen Homepage einsehbar sind. In der Regel lässt sich die Ferienimmobilie nicht mit einer deutschen Sparkasse oder Bank finanzieren. Es müssen Finanzierungsangebote vor Ort geprüft werden. Genug Eigenkapital sei zu empfehlen:

"Wobei die steuerliche Sicht sicherlich so ist, dass man möglichst wenig Eigenkapital reinbringt, aber damit einem die Immobilie nicht das Genick bricht, sollte man auf jeden Fall einen Eigenanteil einbringen, der so in der Größenordnung von 20 Prozent liegen sollte."

Bei Vermietung Steuerberater informieren

Meist lasse der Verkäufer mit sich handeln, sagt der Verbraucherschützer. So hat die Hamburger Familie beispielsweise nicht nur ihr Schwedenhaus gekauft, sondern auch noch jede Menge Werkzeug und alte Möbel mit hinein gehandelt. Ein Gutachter sollte sich das Haus auf jeden Fall vorab ansehen. Das meint auch Christian Mendt.

"Wir waren unsicher mit Holzhäusern. Man hat ja als Deutscher da kaum Erfahrung, wie ist die Bausubstanz, gibt es da Gefahren mit Schimmel oder mit Borkenkäfer und haben einen deutschen Freund, einen Allround-Handwerker, mitgenommen und der ist vor dem Kauf einmal durchs ganze Haus, um zu gucken, ist alles Wichtige okay."

Wer sein Ferienhaus auch regelmäßig vermieten möchte, sollte sich unbedingt bei einem Steuerberater informieren, da es umfangreiche Regelungen dazu gibt, sagt Alexander Krolzik. Außerdem sollte das Haus dann in einem beliebten Urlaubsort mit guter Verkehrsanbindung liegen. Wer sich für eine Immobilie in Frankreich interessiert, kann sich an das Europäische Verbraucherzentrum in Kehl wenden. Dort gibt es einmal im Monat eine Immobiliensprechstunde.

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