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StartseiteSport AktuellWenn überhaupt, dann ohne Zuschauer31.03.2020

Keine Bundesliga bis zum 30. AprilWenn überhaupt, dann ohne Zuschauer

Dreieinhalb Stunden tagten die Profi-Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga. Das Ergebnis ist wenig überraschend, bis zum 30. April wird es keine Spiele im deutschen Profi-Fußball geben. Aber, so DFL-Boss Christian Seifert, man will die Saison auf jeden Fall beenden.

Von Matthias Friebe

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Die Mönchengladbacher und die Kölner Spieler kämpfen um den Ball. Das Spiel findet wegen des Coronavirus ohne Zuschauer als Geisterspiel statt. (picture alliance | Fabian Strauch | dpa)
Noch lange könnten Bundesliga-Stadien leer bleiben (picture alliance | Fabian Strauch | dpa)
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"Wir glauben angesichts der Rahmenbedingungen, die wir sehen und angesichts der Maßnahmen, die wir jetzt versuchen zu ergreifen, glauben wir, dass wir es hinbekommen auf einigermaßen regulären sportlichem Wege, diese Saison bis zum 30.6. zu Ende zu spielen."

Vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen soll die Saison auf jeden Fall pünktlich beendet werden, nicht zuletzt weil viele Verträge auslaufen zu diesem Zeitpunkt. Thomas Röttgermann, Vorstandsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf, hält das Szenario für realistisch, wenngleich er sagt: "Es gibt ein Restrisiko, dass die Saison nicht bis zum 30.6. beendet ist. Dafür gibt es dann Szenarien, die uns auch nicht umbringen werden."

"Die Möglichkeit, die Auswirkungen zu bewältigen"

Denkbar ist, dass die Saison dann kurzfristig um einen Monat verlängert wird. Weil ab einem bestimmten Zeitpunkt für manchen Verein Existenznöte auftreten könnten, hat die DFL mit Boss Christian Seifert angekündigt, dass Lizensierungsverfahren zu vereinfachen und die obligatorische Liquiditätsprüfung im Sommer ausfallen zu lassen: "Ziel ist es allen Clubs, die Möglichkeit und Zeit zu geben, die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen und den regulären Spielbetrieb fortzusetzen. Sämtliche Wettbewerbsentscheidungen sollen auf sportlichem Weg zu Stande kommen."

Das betrifft also auch die Fragen der Meisterschaft oder von Auf- und Abstieg. Ob nun ab Mai wieder gespielt werden kann oder nicht, hängt selbstverständlich von den behördlichen Vorgaben ab. "Wichtig ist jetzt aber auch für unsere Trainer und unsere sportlichen Kollegen, dass es jetzt ein Datum gibt, wo man den ersten neuen Spieltag anstrebt, sodass man da jetzt das Training drauf ausrichten kann", sagt Düsseldorfs Thomas Röttgermann. "Ob das jetzt in Zweier-, Vierer- oder sonstigen Gruppen stattfindet, da werden unsere Trainer gute Lösungen finden und diese Lösungen werden sich im Rahmen dessen bewegen, was die Behörden gestatten."

"Viele Menschen würden sich freuen"

In Nordrhein-Westfalen hatte das Gesundheitsministerium Trainingsplätze jetzt als Betriebsgelände definiert und damit Training in Kleingruppen wieder möglich gemacht.  Am 17. April gibt es die nächste Mitgliederversammlung der DFL, dann wird über die nächsten Schritte entschieden. "Deutschland ist derzeit gesundheitlich und wirtschaftlich aber auch emotional in einem Ausnahmezustand", erklärte Liga-Chef Seifert. "Deshalb bin ich sicher, dass sich sehr viele Menschen über die Rückkehr der Bundesliga freuen würde, auch wenn es vorübergehend und gezwungenermaßen ohne Zuschauer im Stadion wäre."

Mindestens bis zum Ende dieser Saison, aber vermutlich weit bis in die nächste Spielzeit hinein, dürfen keine Fans in die Stadien. Die DFL bereitet nun Konzepte vor, wie man Spiele so unter möglichst geringem Personalaufwand durchführen kann. Zum Maßnahmenpaket gehört auch die Einrichtung einer medizinischen Taskforce, die auch Bedingungen erarbeiten soll, wie bei Training und im Spielbetrieb Hygiene und Präventation bestmöglich gewährleistet werden können. Oberste Priorität hat aber weiterhin, das wurde noch einmal ausdrücklich betont, bei allen Überlegungen zum Spielbetrieb, die Gesundheit und die Eindämmung des Virus: "Zuallererst und das ist nach wie vor überhaupt keine Frage, geht es auch weiterhin um die Kontrolle der Ausbreitung des Virus und insbesondere um den Schutz von Risikogruppen."

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