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StartseiteVerbrauchertippLeicht und flexibel ist gut für die Füße03.09.2019

KinderschuheLeicht und flexibel ist gut für die Füße

Im Schnitt brauchen Kinder alle drei Monate neue Schuhe. Beim Kauf sollten Eltern allerdings einiges beachten. So müssen es nicht immer komplett neue Schuhe sein. Auch gebrauchte Modelle können eine Alternative sein - wenn sie die Voraussetzungen mitbringen. Denn es kommt nicht nur auf die Größe an.

Von Mirjam Stöckel

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Kinderfüße in Turnschuhen (imago/Westend61)
Kinderschuhe sollten aus flexiblem Material sein, um dem Fuß möglichst viel Beweglichkeit zu ermöglichen (imago/Westend61)
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"Bequem!" - "Dass ich damit gut klettern kann, gut rennen und dass sie gut halten."

Viel mitmachen muss ein idealer Kinderschuh – das sagt auch Kerstin Kuminack, die Sektionsleiterin für Kinderorthopädie und Kinderunfallchirurgie der Uniklinik Freiburg.   

"Er soll den Fuß vor Kälte, Nässe schützen und aber auch letztlich vor Verletzungen. Und das nächste ist aber, dass er dem Fuß genug Beweglichkeit ermöglichen soll. Das heißt, wir brauchen einen flexiblen Schuh, eine flexible Sohle, weiches Obermaterial, dass der Fuß sich gut bewegen kann."

Der kindliche Fuß muss sich entwickeln

Denn nur so kann sich die kindliche Fußmuskulatur gut ausbilden. Kuminack empfiehlt leichte Schuhe aus atmungsaktiven Naturmaterialien – und gerade bei kleinen Kindern eine Beratung im Fachhandel:
 
"Dass man erst einmal ein Gefühl dafür entwickelt, was für einen Bauplan hat der Fuß meines Kindes? Ist es ein besonders breiter oder schmaler Fuß?"

In zu großen Schuhen, sagt die Orthopädin, hätten Kinder nämlich das Problem, …

"Dass sie keinen ausreichenden Halt haben und dann wahrscheinlich eher stolpern und weniger so gut laufen. Bei zu kleinen Schuhen ist es so, dass sie zu Deformierung der Füße führen können."

Zu gekrümmten oder überschlagenen Zehen etwa. Deswegen ist die passende Innenlänge bei Kinderschuhen so wichtig: Vor den großen Zehen sollte immer mindestens 12 Millimeter Platz sein – bei neuen Paaren sogar 17 Millimeter.

Nicht blind auf die Größenangaben vertrauen

Für Schuhgrößen gibt es übrigens keine verbindliche Norm. So fallen Kinderschuhe oft zu kurz aus. Es mag zwar außen eine 30 draufstehen – aber innen entspricht der Schuh nur einer 28. Darum: Nicht blind auf die Größenangabe vertrauen, sondern selber prüfen, ob die Länge zum Kinderfuß passt.
Möglichkeit 1: Der Test mit der Innensohle. Innensohle aus dem Schuh nehmen, Fuß drauf – das kann funktionieren. Aber:
 
"Dieser Test wird immer falsch gemacht."

Sagt der Bregenzer Sportwissenschaftler Wieland Kinz. Er rät: Den Fuß eben nicht ganz ans hintere Ende der Innensohle stellen, sondern auch hinter der Ferse noch einen Zentimeter Spielraum lassen. Kinz erforscht und vermisst seit fast 20 Jahren Kinderfüße und Kinderschuhe. Er empfiehlt Testvariante 2: Den Umriss beider Kinderfüße auf Karton zeichnen. An der längsten Zehe zwölf Millimeter zugeben, um zu überprüfen, ob ein Schuh noch passt – oder 17 Millimeter bei neuen Schuhen. Dann hat man die passende Innenlänge. In exakt dieser Länge einen zwei Zentimeter breiten Pappstreifen ausschneiden und: 
 
"Wenn der Streifen flach im Schuh liegt, passt der Schuh. Wenn er sich aufwölbt, ist der Schuh zu kurz."

Barfuß ist Trumpf

Alle drei Monate sollten Eltern überprüfen, ob die nächste Größe fällig ist. Falls ja, sind auch gebrauchte Schuhe in Ordnung, finden Kinz und Kuminack – wenn sie nicht großartig verschlissen und die Sohlen nicht ungleichmäßig abgelaufen oder brüchig sind. Und letztlich ist der gesündeste Schuh der, der oft ausgezogen wird. 

"Weil dieses Barfußgehen wieder die negativen Auswirkungen der Schuhzeit kompensiert. Und damit einfach ein Appell: die Kinder öfter raus aus den Schuhen – damit sich die Füße erholen."

"Barfuß ist das Beste."

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