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KlassikDirigent Mariss Jansons gestorben

Mariss Jansons beim Neujahrskonzert 2012 in Wien. (picture alliance / dpa / Herbert Neubauer)
Mariss Jansons beim Neujahrskonzert 2012 in Wien. (picture alliance / dpa / Herbert Neubauer)

Der lettische Dirigent Mariss Jansons ist tot.

Wie eine Sprecherin der Wiener Philharmoniker mitteilte, starb er im Alter von 76 Jahren in Sankt Petersburg. Jansons zählte zu den bedeutendsten Dirigenten weltweit. Zuletzt leitete er seit 2003 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. BR-Intendant Wilhelm erklärte: "Wir trauern um einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen." Bayerns Ministerpräsident Söder sagte, er sei sehr bestürzt. Jansons habe "neue Maßstäbe gesetzt und war künstlerischer Botschafter Bayerns auf der ganzen Welt". Der lettische Außenminister Rinkevics würdigte Jansons' Leidenschaft, positive Energie und Inspiration.

Im Ghetto geboren

Jansons wurde 1943 im Ghetto von Riga geboren. Sein Vater Arvid Jansons war ebenfalls Dirigent, seine jüdische Mutter Iraida eine Mezzosopranistin. Nach dem Krieg war sein Vater Kapellmeister im dortigen Opernhaus. Musikalisch geprägt wurde Jansons in Leningrad und, gefördert durch Herbert von Karajan, in Österreich.

Seine Weltkarriere als Dirigent begann 1979 bei den Philharmonikern von Oslo, die er bis zum Jahr 2000 zu einem international anerkannten Spitzenorchester formte. Bei den Klangkörpern des BR stand er noch bis 2024 unter Vertrag. Das neue Konzerthaus, das derzeit im Münchner Werksviertel errichtet wird, geht wesentlich auf seine Initiative zurück. Zu seinen bleibenden Vermächtnissen zählt der BR die Einspielung der 15 Symphonien von Dmitri Schostakowitsch, die Jansons über einen Zeitraum von mehreren Jahren mit acht Spitzenorchestern auf verschiedenen Kontinenten aufnahm.

Höchste Auszeichungen

2017 erhielt Jansons die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society, eine der höchsten Auszeichnungen für klassische Musik. Er ist außerdem Träger des Ernst von Siemens Musikpreises (2013) und des Opus Klassik für das Lebenswerk (2019). Jansons war Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und der Royal Academy of Music in London, sowie der Berliner und der Wiener Philharmoniker. Die Republik Lettland verlieh ihm den Orden "Drei Sterne".

Eine ausführliche Würdigung Jansons lesen Sie hier.