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Klimaschutz-DebatteSoziologe Hurrelmann sieht Distanz zu den Parteien als wichtiges Merkmal von Fridays for Future

Der Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann  (dpa / picture alliance / Miguel Villagran)
Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann sieht Parallelen zwischen Fridays for Future und den 68ern. (dpa / picture alliance / Miguel Villagran)

Der Berliner Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann sieht in der bewussten Distanz der Fridays-for-Future-Bewegung zu den Parteien ein wichtiges Merkmal.

Hurrelmann sagte in der Sendung "Hintergrund" im Deutschlandfunk, die Parteien seien den jungen Klimaschützern "zu sehr bürokratische Großorganisationen". Insofern scheuten sie davor zurück, hier wie ein kleines Rädchen im Getriebe zu arbeiten.

Die jungen Leute machen laut Hurrelmann vielmehr die Erfahrung, dass sie innerhalb von "Fridays for Future" binnen Monaten die politische Agenda beeinflussen konnten - und dass ihre Positionen auch Wahlen beeinflussten, so wie die letzte Europawahl. Zitat: "Sie haben also das Gefühl der Selbstwirksamkeit. So dass im Moment die Distanz zu den Parteien eher wächst als dass sie kleiner wird."

Parallelen zu den 68ern

Hurrelmann sieht in der Distanz zu den Parteien durchaus auch eine Parallele zu der 68er-Studentenbewegung. Es gebe aber noch weitere Schnittmengen: "Das sind beides Generationen, die sind politisch, weil es ihnen wirtschaftlich und berufsperspektivisch gut geht. Also aus einer gewissen Zufriedenheit heraus – damals Wirtschaftswunder, heute gute konjunkturelle Lage – das macht den Rücken frei. Und das führt eben dazu, dass diese junge Generation einen ganz klaren Blick hat auf die Bedrohungen, die sie im Umweltbereich sieht."