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StartseiteVerbrauchertippUmweltverträglich heizen07.01.2020

KlimaschutzUmweltverträglich heizen

Heizungen sind nach 15 bis 20 Jahren technisch veraltet. Beim Wechsel der Heizungsanlage kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden, zum Beispiel mit einem energieeffizienteren Heizkessel oder dem Umstieg auf eine Heizung, die erneuerbare Energien nutzt. Zudem können Fördermittel beantragt werden.

Von Margret Bielenberg

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Eine Frau hält Holzpellets in den Haenden  (dpa / Andrea Warnecke )
Wer eine alte Ölheizung hat und über eine neue Heizung nachdenkt, könne auch eine Pellet-Heizung in Betracht ziehen, sagen Verbraucherschützer (dpa / Andrea Warnecke )
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Nils Weichert hat ein Haus mit einer Ölheizung von 1996. Die funktioniert noch, sagt er, doch sein Schornsteinfeger gab zu bedenken, dass sie in ein paar Jahren nicht mehr durch die Abgasprüfung komme. Deshalb hat sich der Hausbesitzer schon mal Gedanken gemacht.

"Also in der Tat ist es so, dass ich jetzt momentan mir überlege, die alte Ölheizung auszumustern. Einfach aus dem Grund natürlich auch: Umweltschutz, das ist so der Treiber bei der ganzen Geschichte."

Heizungsmöglichkeiten gibt es viele

Eine Photovoltaik-Anlage hat er schon vor einiger Zeit installiert, nun denkt er über eine Wärmepumpe nach und über eventuelle Kombinationsmöglichkeiten. Wer eine alte Ölheizung hat und über eine neue Heizung nachdenkt, könne auch eine Pellet-Heizung in Betracht ziehen, sagt Jan-Peter Peters von der Verbraucherzentrale Hamburg. 

"Weil man hat meistens den Ölspeicher im Keller, den kann man ausbauen, da wird das Pellet-Lager eingebaut und dann kann man über Schnecken heißt das oder mechanisch die Heizung damit beschicken."

Heizungsmöglichkeiten gibt es viele. Für jemand anderen mag beispielsweise eine Hybridheizung passen, sagt der Energieberater. Das wäre sozusagen das Pendant zum Hybridauto.

"Gibt halt klassische Brennwertgasheizungen und die haben dann noch ein Modul dran und das produziert halt ein bisschen Strom. Da gibt es eine Handvoll Anbieter, aber das System meiner Meinung nach hat auf jeden Fall eine Berechtigung und auch einen Sinn, gerade wenn er sagt, ich nutze die Heizung langfristig und möchte halt langfristig auch CO2 einsparen, weil dann produziert die Heizung nicht nur warmes Wasser, sondern sie produziert halt auch ein bisschen Strom."

Eine neue Heizung kostet mindestens 8.000 Euro

Die Nutzung erneuerbarer Energien verringert den Bedarf an Heizstrom, Gas, Holz oder Öl. Mit einer solarthermischen Anlage zum Beispiel lässt sich der Wärmebedarf für Raumwärme und Warmwasser zum Beispiel bis zu 20 Prozent decken. Eine neue Heizung kostet mindestens 8.000 Euro, sagt Jan Peter Peters.

"Ich sag mal kleine Therme oder sowas so ungefähr ab 8.000 Euro. Und dann nach oben hin wird es offen, je mehr regenerative Energien man nutzen möchte, desto teurer wird natürlich das Angebot."

Dafür spart man hinterher bei den Brennstoffkosten. Es gibt zudem viele Fördermittel, die beantragt werden können, sagt der Energieberater.

"Es gibt die KFW, es gibt die Bafa, es gibt dann auch regionale Förderprogramme und bei den meisten, oder fast allen, muss man bevor der Handwerker loslegt die Fördermittelanträge stellen."

Verbraucherzentralen bieten Heiz-Check

Wer sich über effizientes Heizen und eine neue Heizungsanlage informieren will, kann beispielsweise einen Heiz-Check der Verbraucherzentralen zu Hause in Anspruch nehmen. Die Kosten: 30 Euro. Nach dem Einbau einer neuen Heizung empfehlen Handwerker häufig einen Wartungsvertrag. Das sei sinnvoll, sagt Jan-Peter Peters.

"Weil die Technik, die man heutzutage einbaut doch ziemlich sensibel ist. Ja, im Altbau merkt man das, wenn die Heizung nicht mehr so funktioniert, aber im Neubau, wenn die da kaputt ist, das merkt man vielleicht erst ein paar Tage oder Wochen später, weil die neuen Gebäude kühlen halt sehr, sehr langsam aus. Und dann auf einmal: Wo krieg ich denn so schnell einen Termin und einen Handwerker her. Das ist ein großes Thema."

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