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KlimawandelBUND fordert umfassende Strategie für Hochwasserschutz

Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr: Ein Einsatzwagen der Feuerwehr fährt durch eine Straße, die mit Sperrmüll gesäumt ist. (dpa-Bildfunk / Thomas Frey)
Nach dem Unwetter in Rheinland-Pfalz (dpa-Bildfunk / Thomas Frey)

Nach der Unwetterkatastrophe in Deutschland warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vor übereilten Veränderungen beim Hochwasserschutz.

So dürften Maßnahmen, die etwa einen kurzfristigen Schutz bei Starkregenereignissen bieten, langfristig nicht zur Verschärfung von Dürresituationen und Biodiversitätskrisen beitragen, erklärte der Umweltverband in Berlin. Diese könnten zur Entwässerung der Landschaft führen.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt warnte davor (Audio-Link), jetzt nach einfachen Lösungen zu suchen: "Diese Lösungen gibt es nicht." Zu oft werde entweder nach mehr Klimaschutz, mehr Klimafolgenanpassung oder mehr Katastrophenschutz gerufen. Doch es brauche eine Kombination aus allem.

Der Umweltverband hat dazu ein 16-Punkte-Papier veröffentlicht. Darin werden neben Klimaschutzmaßnahmen wie einem früher als geplanten Ausstieg aus fossiler Energiegewinnung und einem CO2-Preis von 215 Euro pro Tonne bis 2030 mehr Raum für Bäche und Flüsse, die Renaturierung von Auen, mehr Überschwemmungsflächen, kein weiterer Ausbau von Flüssen für Schifffahrt oder Wasserkraft und weniger Flächenverbrauch gefordert.

Die Hochwasserkatastrophen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern seien wie auch die Dürresommer der vergangenen Jahre Folgen der Klimakrise. Viele Maßnahmen seien nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 in einer Flusskonferenz bereits vereinbart worden, sagte Brandt. Umgesetzt worden sei in den vergangenen 19 Jahren aber kaum etwas.

Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern gehen die Aufräumarbeiten weiter. Für das kommende Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst für den Westen erneut Gewitter und auch Starkregen angekündigt. Eine amtliche Unwetterarnung liegt allerdings bisher nicht vor.

Diese Nachricht wurde am 22.07.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.