Freitag, 19.10.2018
 
StartseiteVerbrauchertippGasherd ohne Gasanschluss23.07.2018

Kochen mit FlascheGasherd ohne Gasanschluss

Nicht nur Profi- sondern auch Hobby-Köchinnen und Köche rücken ihre Töpfe und Pfannen am liebsten auf einen Gasherd. Aber nicht in jedem Haus gibt es einen Gasanschluss in der Küche. Wer trotzdem mit Gas kochen möchte, für den gibt es andere Möglichkeiten - etwa die Propangasflasche.

Von Bernd Debus

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Zwei Flammen eines Gasherdes brennen in einem Privathaushalt in Frankfurt am Main. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Wenn kein Gasanschluss in der Küche vorhanden ist, kann auf Flüssiggas zurückgegriffen werden (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Zelten auf Rädern Urlaub mit dem Faltcaravan

Hautvorsorge im Sommer Kleidung schützt am besten vor Sonne

Urlaubsmitbringsel Stress am Zoll vermeiden

Hilfe im Netz Rechtsberatungsportale für Verkehr, Reisen, Mieten

Kühlschrank Lebensmittel richtig und sicher lagern

Dr. Christian Hoffmann vom Kochclub "Dortmunder Pottkieker" schätzt das Kochen und Braten auf der Gasflamme:

"Alles das, wo ich in kurzer Zeit Hitze zuführen oder wegführen muss, da ist es ein ganz klarer Vorteil. Wenn ich zum Beispiel sage, ich möchte ein Stück Fleisch anbraten, dann brauche ich kurzfristig hohe Hitze. Wenn ich dann sage, das reicht mir, kann ich sie sofort wieder runterschalten."  

Selbst heikle Koch-Aktionen, wie das Zubereiten einer Zabaione oder eine Sauce Béarnaise, gelingen über der offenen Flamme:

"Ich hab‘s kurz drüber gehalten und wenn ich merkte, aha, die Temperatur zieht an, habe ich es daneben gehalten, weiter geschlagen und dann immer bei Bedarf drüber gehalten."

Einiges zu beachten

Normalerweise verbrennt ein Gasherd Erdgas. Wer keinen Erdgasanschluss zu Hause hat, der kann alternativ auch mit Flüssiggas kochen. Dafür braucht man keinen großen Tank im Garten, denn es ist auch erlaubt, in einer Wohnung eine Gasflasche aufzustellen. Der Inhalt: elf Kilo einer Mischung aus Propan- und Butangas, die unter Druck in der Flasche flüssig wird. Daher die Bezeichnung Flüssiggas. 

Allerdings  gibt es in der Praxis einiges zu beachten.

Erstens: der Lagerort für die Gasflasche. Die ist immerhin sechzig Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von dreißig Zentimetern. Holger Michaelis, stellvertretender Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Dortmund und Lünen:

"Wichtig ist, dass diese Lagerfläche belüftet wird. Das heißt, dass wenn Gas ausströmt, das dann auch abfließen kann. Es darf also nicht in geschlossenen Schränken aufgebaut werden."

Das heißt, ein Schrank für die Gasflasche ist zwar erlaubt, aber er muss dann unbedingt Belüftungsöffnungen in der Tür haben. 

Zweitens: ein Gas-Kochfeld braucht viel Sauerstoff, um sauber zu brennen. Deshalb rät der Experte zu einem so genannten Luftverbund:

"Ein Luftverbund besteht darin, dass man die ganze Wohnung dazu nimmt, um ausreichend Luft zu bekommen. Das bedeutet, in den Zimmertüren dementsprechende Öffnungen auch herstellt, dass dort Luft nachströmen kann."

Nicht in allen Wohnungen erlaubt

Normalerweise werden dafür Gitter oben und unten in die Zimmertüren eingesetzt.

Drittens: einfach einen Erdgas-Herd oder ein Kochfeld für Erdgas an die Flüssiggasflasche anschließen, das funktioniert nicht:

"Die Energiemenge, die im Flüssiggas steckt, ist ein Vielfaches höher als die in Erdgas steckt und dementsprechend sind die Düsen dann anzupassen, so dass dann die Flüssiggasdüsen im Durchmesser geringer sind als die Erdgasdüsen." 

Viertens: nicht in jeder Mietwohnung ist es erlaubt, eine Flüssiggasflasche aufzustellen. Deshalb im Zweifelsfall unbedingt die Erlaubnis des Vermieters einholen. Holger Michaelis: 

"Wenn im Mietvertrag es nicht vorher festgelegt wurde, dass mit Gas gekocht wird, hat der Vermieter das Anrecht, dass die Gasflasche wieder demontiert wird."

Und fünftens: der Backofen. Christian Hoffmann von den Dortmunder Pottkiekern:

"Die klassischen Gasbacköfen haben immer noch das Problem, weil die keine Gradeinteilung haben, sondern nur Stufen. Da bleibt einem nichts anderes übrig als das Backofenthermometer mit reinzulegen."

Und wen beim Anblick einer Flüssiggasflasche in der Küche trotzdem ein mulmiges Gefühl beschleicht, für den hat 'Pottkieker' Christian Hoffmann beruhigende Tatsachen: 

"Wenn man die gängigen Sicherheitsbestimmungen einhält, ist das eine völlig gefahrlose Sache. Wenn das nicht so wäre, würden ja alle Nase lang irgendwelche Campingwagen auf den Plätzen in die Luft fliegen. Passiert zwar hin und wieder mal, aber es ist nicht der Regelfall."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk