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StartseiteKölner KongressErzählen. Sound. Öffentlichkeit.15.03.2019

Kölner Kongress 2019Erzählen. Sound. Öffentlichkeit.

Am 15. und 16. März 2019 laden wir zum dritten Mal zum Kölner Kongress ein. Unser Thema dieses Jahr: das Zusammenspiel von Medien und Öffentlichkeit. Es wird wieder zwei Radioperformances im Kammermusiksaal geben, außerdem Vorträge, Gespräche und interaktive Installationen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Jiyun Park, Camilo Sandoval und Andreas Niegl bei ihrer Performance "Formalhaut III, A Misunderstanding" beim Kölner Kogress 2018 (Deutschlandradio / Jann Hoefer)
Klanginstallationen und Performances auf dem Kölner Kongress im Deutschlandfunk (Deutschlandradio / Jann Hoefer)
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Medien und Öffentlichkeit sind ein viel beachtetes, viel diskutiertes Thema. Beide haben sich in den vergangenen Jahren unter digitalen Bedingungen stark verändert. Deutlich wurde, dass wir nicht mehr von "den Medien" oder "der Öffentlichkeit" sprechen können. Öffentlichkeit wie Medien existieren nicht mehr im Singular - sie haben sich ausdifferenziert. Aber ob Netz, Print, Radio: Medien sind maßgeblicher Teil auch pluraler Öffentlichkeiten. 

Das Erzählen in den Medien und der Sound des Erzählens haben sich unter diesen Gegebenheiten verändert. Seit drei Jahren gehen wir diesem Wandel auf dem Kölner Kongress nach. In diesem Jahr legen wir den Fokus auf Sound als erzählerisches und künstlerisches Mittel.

Den Auftakt für die Veranstaltung im Deutschlandfunk liefert der amerikanisch-britische Kultursoziologe Richard Sennett, zuletzt gefeiert mit seinem Buch "Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens". Seine Beobachtungen über die Öffentlichkeit gehen schon zurück auf sein in Deutschland 1978 erschienenes Buch "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens: die Tyrannei der Intimität". Sennett verschränkt sein sozialphilosophisches Denken und seine Forschung mit der unerschütterlichen Überzeugung, dass Kunst im öffentlichen Raum zivilisatorisch wirken kann. Richard Sennetts Gespräch mit Gaby Hartel und Maja Ellmenreich eröffnet das Symposium des Kölner Kongresses.

In zwei Live-Radioperformances aus dem Kammermusiksaal, "Chant du Nix" der Künstlerin Michaela Melian und "Ponto dos Mentirosos - Atlas eines Dorfes" von Merzouga mit Nina Hellenkemper, schlagen wir einen performativen Bogen vom Sound der Anfänge des Rundfunks in Deutschland in den 1920er-Jahren ins älteste Dorf des neuen Brasiliens, mit Fieldrecordings aus der tropischen Natur und Gesängen eines Vollmondfestes ein transatlantisches Experiment. 

Auch Studierende der Kunsthochschule für Medien Köln KHM zeigen auch in diesem Jahr beim Kölner Kongress Projekte und Arbeiten mit Fieldrecordings und stellen mit otic.radio ein eigenes Radio der KHM vor.

Weitere Vorträge und Diskussionspanels des Symposiums beim Kölner Kongress 2019 widmen sich unter anderem diesen Themen: Wie wird Zukunft erzählt, welche Erzählung braucht der Osten Deutschlands, welche Rolle übernimmt Klangkunst im öffentlichen Raum? Geladene Vortragsgäste darunter sind die Historikerin für Deutsche Geschichte, Mary Fulbrook, die Drehbuchautorin Laila Stieler, Soundkünstlerin Christina Kubisch, Hörspielmacher Paul Plamper, die dänische Radiomacherin Susanne Sommer, der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff, der Medienwissenschaftler Hans-Ulrich Wagner, und die Autor*innen Tina Klatte und Johannes Nichelmann.

Die Veranstaltung kommt als Initiative aus dem Radio und ist in dieser inhaltlichen Zusammenstellung einzigartig: die beiden Soundperformances mit Publikum können auch als Radiosendungen des Deutschlandfunks gehört werden. Aus den Vorträgen ergeben sich im Anschluss eine ganze Reihe von Sendungen des Deutschlandfunks bei "Essay und Diskurs" und "Mikrokosmos - Die Kulturreportage".

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