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Kölner MissbrauchsskandalBetroffeninitiativen kritisieren neues Gutachten

Matthias Katsch, Sprecher der Betroffeneninitiative Eckiger Tisch e.V., spricht während einer Pressekonferenz, um Bilanz nach 10 Jahren des "Missbrauchsskandal" am Berliner Canisius-Kolleg zu ziehen. (picture-alliance / dpa / Gregor Fischer)
Der Sprecher der Betroffenen-Initiative "Eckiger Tisch", Katsch. (picture-alliance / dpa / Gregor Fischer)

Der Sprecher der Betroffenen-Initiative "Eckiger Tisch", Katsch hat das neue Gutachten zu sexualisierter Gewalt im Erbistum Köln als Freispruch für Erzbischof Woelki bezeichnet.

Katsch sagte der Katholischen Nachrichtenagentur, was man bestellt habe, habe man bekommen. Er bezog sich darauf, dass Woelki das Papier in Auftrag gegeben hatte. Katsch betonte, es würden weder moralische noch kirchenrechtliche Fragen geklärt. Kritik kam auch von mehreren katholischen Frauenverbänden, darunter der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und der Initiative Maria 2.0. Sie monieren, dass eine rein juristische Begutachtung nicht ausreiche und fordern eine grundlegende Veränderung der Machtstrukturen in der katholischen Kirche. Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Rörig, sprach von einem erschreckenden Ergebnis des neuen Gutachtens.

Der Kölner Weihbischof Schwaderlapp räumte im Umgang mit den Missbrauchsfällen Versagen ein und erklärte, er habe Papst Franziskus seinen Amtsverzicht angeboten. Schwaderlapp ist mit acht Pflichtverletzungen in dem Gutachten aufgeführt. Zuvor hatte der Kölner Erzbischof Woelki Schwaderlapp und den Offizial Assenmacher vorläufig von ihren Aufgaben entbunden. Demnach gab es zwischen 1975 und 2018 Übergriffe von 202 Beschuldigten; die Zahl der Opfer beläuft sich auf 314.

Diese Nachricht wurde am 18.03.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.