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Kölner StadtarchivDrei Freisprüche, eine Bewährungsstrafe

Das Foto zeigt das eingestürzte Kölner Stadtarchiv im März 2009. (dpa-Bildfunk / Oliver Berg)
Im Prozess um den Einsturz des Stadtarchivs in Köln... (dpa-Bildfunk / Oliver Berg)

Im Strafprozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat das Landgericht am Freitag drei Angeklagte freigesprochen. Ein Bauüberwacher der Kölner Verkehrs-Betriebe erhielt eine Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung.

Der Vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, es stehe "eindeutig und zweifelsfrei" fest, dass das Archiv wegen eines gravierenden Fehlers beim Bau einer Schlitzwand für eine neue U-Bahn-Haltestelle einstürzte. Dies sei die alleinige Ursache für das Unglück, eine andere gebe es nicht. Dem Archivgebäude sei "förmlich der Boden unter den Füßen" entzogen worden.

In den Abschlussplädoyers hatte die Verteidigung nach Angaben des Gerichts für alle Beschuldigten Freisprüche verlangt. Die Staatsanwaltschaft dagegen plädierte bei drei der vier Angeklagten auf Bewährungsstrafen wegen fahrlässiger Tötung. Die Beschuldigten, so die Argumentation, hätten ihre Sorgfaltspflichten schwerwiegend verletzt. Bei einer Angeklagten forderte die Staatsanwaltschaft aber ebenfalls einen Freispruch. Auch die Anklage vertrat im Prozess die Überzeugung, dass Fehler beim U-Bahn-Bau zum Einsturz des Stadtarchivs geführt haben.

Das Gebäude war am 3. März 2009 zusammengestürzt. Zwei Anwohner kamen dabei ums Leben. Nach Meinung von Experten drangen durch ein Loch in einer unterirdischen Betonwand schlagartig große Mengen eines Gemischs aus Sand und Wasser in die Baugrube ein. Dem Stadtarchiv wurde dadurch buchstäblich der Boden entzogen.

In der Sendung "Kultur heute" hatte die Leiterin des Stadtarchivs im Sommer erläutert, wie man "verschüttete Erinnerungen" wiederherstellt: "Das Gedächtnis der Stadt war zunächst mal in der Baugrube der U-Bahn eingestürzt", sagte sie.